„Ran an die Kartoffeln“, hieß es am Mittwochmorgen auf dem Mildenberger Bildungsacker, den die Grundschule „Am Ziegeleipark“ mit Unterstützung der Zehdernicker Agrar- und Dienstleistungs GmbH seit vielen Jahren betreibt. „Wir wollen den Kindern zeigen, woher die Kartoffeln kommen“, begründete Ortsvorsteher André Witzlau die Idee zu dem Projekt.

Ein Honigbrot für jeden zur Stärkung

Doch bevor es an die Arbeit ging, spendierte André Witzlau den Schülern der vierten und fünften Klasse mit ihrer Lehrerin Beate Eschner und Schulleiterin Katrin Wolff erst einmal einmal ein Honigbrot. Natürlich mit Honig aus eigener Produktion, schließlich ist André Witzlau auch Vorsitzender des 2013 wiederbelebten Imkervereins für Zehdenick und Umgebung, der die Schüler demnächst auch noch für die Imkerei gewinnen möchte. Außerdem will er mit den Schülern eine Blumenwiese für Bienen auf dem Bildungsacker anlegen.
Derweil brachten Marcel Witzlau und Vater Hans-Georg den „Famulus 40“ in Stellung, ein historischer Traktor, den Mitglieder der Mildenberger Technik- und Schlepperfreunde (MTS) vor einem Jahr als Schrott gekauft hatten, um ihn aufzumöbeln.

Der Erdwolf übernimmt die Schwerstarbeit

Im Schlepptau des Traktors war ein Erdwolf, der den Schülern die Ernte erheblich erleichterte. Auch die Schlepperfreunde wollen die Kinder für alte Technik und für die Mitarbeit in ihrem Verein begeistern. Damit möchte der Verein einen Beitrag zum Erhalt des wichtigen ländlichen Kulturgutes leisten, weiß Marcel Witzlau, der seit einem Jahr Vorsitzender des Technikvereins ist. Als sich der Erdwolf durch das Kartoffelfeld pflügt und viel Staub aufwirbelt, konnte es die Kindern kaum noch abwarten, die freigeschaufelten Erdäpfel einzusammeln.

Die Adretta macht den Bauern glücklich

Die Adretta hatte prallen Knollen ausgebildet. Es dauert nicht lange und alle Erdäpfel waren eingesammelt und in Kisten verstaut. Anschließend warteten auf dem Nachbarfeld schon die prallen Kürbisse darauf, geerntet zu werden. Wahre Schwerstarbeit war dabei zu leisten. Doch arbeitsscheu war an diesem Vormittag niemand. Alle packten mit an und trugen die Speise- und Zierkürbisse zum Feldrand.

Vielseitige Verwendung der Ernte

Eigentlich sollten die Mädchen und Jungen schon im zeitigen Frühjahr Gemüse säen und gemeinsam mit den Mitgliedern der Volkssolidarität Mildenberg ernten. Doch Corona verhinderte das. Auch Mais, Kräuter und Erdbeeren sollten in diesem Jahr auf dem Bildungsacker gedeihen. Doch all das wurde verschoben. Mit der Ernte von Kartoffeln und Kürbissen soll es trotzdem nicht getan sein. Zum traditionellen Drachenfest am 9. Oktober soll es Pellkartoffeln mit Quark geben. Auch soll das herzhafte Gemüse in der neuen Schulküche von den Kindern weiterverarbeitet werden. Ein pikante Kürbiscremesuppe werde auf jeden Fall dabei sein, verriet Schulleiterin Katrin Wolff. Die übrigen Kürbisse werden zwischengelagert und sollen kurz vor Halloween verarbeitet werden. Gruselige Fratzen sollen dann in die Schalen der Kürbisse geschnitzt werden. sodass sich die Ernte in diesem Jahr gelohnt hätte.
Aus dem Konzept der Mildenberger Grundschule ist der Bildungsacker jedenfalls nicht mehr wegzudenken. Erst jüngst wurde das Areal durch eine Veranda durch die Zehdenicker Agrar und Dienstleistungs GmbH ergänzt, sodass die eine oder andere Unterrichtseinheit auch schon mal direkt an den Feldern des Bildungsackers abgehalten werden kann.