Corona hat beim Hilfsprojekt der Medizinischen Missionshilfe (MMH) alle Planungen über den Haufen geworfen. In diesem Jahr wollte Diakon Jörg Kerner aus Zehdenick wieder nach Bugamba in Tansania fliegen. Mit sechs Jugendlichen aus Templin war geplant, gemeinsam mit tansanischen Jugendlichen, eine internationale Begegnungsfahrt zu unternehmen. Für die Gesundheitsstation sollte ein neuer Sanitärtrakt errichtet werden.

Reise nach Afrika musste abgesagt werden

Alle Beteiligten waren mächtig enttäuscht, dass diese Begegnungsfahrt wegen Corona nicht möglich war, wo doch schon Spenden und Fördermittel für die Fahrt zur Verfügung standen. Der Bau wird nun wohl von einheimische Mitarbeitern durch die Spenden der Jugendlichen aus Brandenburg errichtet werden.
Als Vorstandsmitglied der Medizinischen Missionshilfe (MMH) unterstützt Jörg Kerner mit seiner Frau Karen seit mehr als 25 Jahren eine Gesundheitsstation im abgelegenen Dorf Bugamba. Mit zehn einheimischen Mitarbeitern unter Leitung eines tansanischen Arztes versorgt der Verein mehr als 8000 Einwohner umliegender Ortschaften mit einfacher Medizin.

Das Dorf Bugamba ist nur per Boot erreichbar

Bugamba ist ein Ort an den Hängen des Tanganyikasees. Ein Dorf, das nicht mit Fahrzeugen erreicht werden kann, außer mit einem Boot.
Die Unterstützung der Gesundheitsarbeit sei ein wichtiger Schritt, die Grundbedürfnisse einer armen Bevölkerung zu verbessern, so Kerner.
Die Initiative des Vereins MMH gründet sich hauptsächlich in der Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde in Bugamba, in der auch die einheimischen Gesundheitsmitarbeiter der Gesundheitsstation Mitglied sind. Eine konkrete Anfrage um eine finanzielle Unterstützung beim Bau eines Kirchendachs wurde von der Kirchengemeinde Zehdenick freudig aufgenommen. Wie in jedem Jahr wird anlässlich der Konfirmation eine Spende gesammelt. Auch die Konfirmation in Zehdenick musste wegen Corona verschoben werden, konnte aber am 6. September im Klosterhof freudig gefeiert werden. Die Konfirmanden haben aus drei Projekten für ihre Spende gewählt und sich entschieden, ihre Spende für das Dach des neuen Kirchengebäudes in Bugamba zu geben. Insgesamt sind dafür 630 Euro zusammengekommen, worüber Jörg Kerner sehr froh ist.

Neues Kirchengebäude war schon lange geplant

Schon vor drei Jahren hatte der Kirchenlehrer von Bugamba, Damas Kapenda (28) daran gedacht, ein neues Kirchengebäude im Ort Bugamba zu bauen. Das alte Gebäude wurde für die 45 Mitglieder ihrer Gemeinde zu klein und marode. Als gelernter Maurer hat er auf eigene Initiative begonnen, um für die alte Lehmziegelkirche ein neues Fundament zu bauen. Inzwischen hatte er auch eine Pastorenausbildung im Theologie-Kolleg in Kasulu angefangen. Im Laufe der Zeit konnte Damas mit Unterstützung seiner Kirchengemeinde auch das Mauerwerk um die alte Kirche herum errichten. Nun fehlten Wellblech und Holz für das Dach. Im Juli 2020 konnte Damas Kapenda seine Pastorenausbildung mit Erfolg beenden und wurde als Pastor nach Bugamba ordiniert.

Engagement aus Zehdenick

Die Krönung seines Engagements ist nun die Spende aus Zehdenick für das neue Dach. Jetzt hofft die Kirchengemeinde Bugamba, dass das neue Dach noch vor Beginn der Regenzeit im November fertig wird.
Diakon Kerner ist von der Spendenbereitschaft der Menschen in Zehdenick berührt. Die Bereitschaft zur Unterstützung sei weiterhin groß und zeige, dass Afrika nicht abgeschrieben ist. Die Hilfe zur Selbsthilfe sei nachhaltig und brauche weiterhin Unterstützung. Weitere Informationen gibt es im Internet unter mmh-mms-kigoma.jimdo.de.