Spielerisch lernen
: Freie Naturschule gründet sich in Fürstenberg

Es tut sich was in Fürstenbergs Schullandschaft: Die freie Naturschule will ab nächstem Schuljahr alternative Lernkonzepte vermitteln. Einen ersten Einblick gewährte Initiator Mark Butler, ein gebürtiger Brite, am Donnerstagabend dem Stadtparlament.
Von
Thomas Pilz
Fürstenberg
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Möglicher Schulstandort: Das Haus am Ellbogensee wäre eine Option, eine andere die LPG-Ranch in Fürstenberg, auch der Waldhof Zootzen ist im Gespräch.

Thomas Pilz

Einen ersten Einblick in das Projekt gewährte Mitinitiator Mark Butler am Donnerstagabend dem Stadtparlament. Eine kleine Oberschule in freier Trägerschaft mit integrierter Grundschule schwebt dem Projektträger vor, dem Verein „Draußen spielend lernen“. Mit anderen Worten, unterrichtet wird von der ersten bis zur zehnten Klassenstufe. Wobei es altersgemischte Lerngruppen geben werde, erläuterte Butler bei einem Power Point Vortrag. Im Mittelpunkt stehe das „individuelle Lernen“, sprich „selbstbestimmtes Lernen“. Butler war optimistisch, dass die freie Naturschule nach den Sommerferien im August ihren Betrieb aufnehmen wird, man habe bereits „gelbgrünes Licht“ bekommen.

Grundlage werde die fundamentale wissenschaftliche Erkenntnis sein, dass der Mensch über einen „angeborenen Wissensdrang“ verfügt. Aus eigener Motivation also Tätigkeiten und Prozesse mitgestalten, sei eine Grundlage auch des Lehren und Lernens in der Freien Naturschule. Erwachsene, sprich die Lehrer und Erzieher würden diesen Wissensdrang behutsam und beharrlich unterstützen, dazu anregen und zugleich das Ausprägen von Beziehungskompetenz, Respekt und Vertrauen fördern. Hervorragendes Mittel, dies zu tun, sei das gemeinsame Spiel, das für Kinder eine ernsthafte Arbeit und die optimale Lernform darstellt — ohne Leistungsdruck, abseits von Stress und in Angstfreiheit Vertrauen in sich selbst ausbilden, dies könnten die Kinder. Wichtig sei die Umgebung: Wald– und Wildnispädagogik seien Bestandteile der Naturschule, ebenso die Inklusion, digitale Medien gelten als Werkzeuge. Laut Butler stehe die Finanzierung über private Darlehen bereits für drei Jahre. Pro Kind koste die Teilnahme etwa um 150 Euro im Monat, wobei auch Stipendien möglich wären. Inzwischen gebe es bereits eine gute Resonanz auf die Stellenausschreibungen. Gesucht würden noch Fachlehrer. Standort der Naturschule könnte das Haus am Ellbogensee in Großmenow werden, eine Alternative wäre die LPG Ranch in Fürstenberg, sehr interessiert sei man derzeit auch am Waldhof Zootzen.

Am 26. Februar findet in der alten Reederei eine Infoveranstaltung statt, Beginn um 19 Uhr.