In Zehdenick gab es in der Nacht zu Mittwoch einen Großeinsatz der Feuerwehr. Hinter der Aral-Tankstelle an der Castrop-Rauxel-Allee stand eine seit Jahren leerstehende Zieglerkaserne in Flammen. Um den Brand des zweieinhalbgeschossigen Gebäudes zu bekämpfen, waren 30 Feuerwehrleute aus Zehdenick, Krewelin, Wesendorf und Klein-Mutz mit sieben Fahrzeugen im Einsatz. Die Löscharbeiten waren erst am frühen Mittwochmorgen gegen 7.30 Uhr beendet, die Einsatzbereitschaft laut Stadtbrandmeister Gerd Leege eine Stunde später wieder hergestellt.

Die Ruine war unbewohnt

„Beim Objekt handelt es sich um eine unbewohnte Ruine auf einer Freifläche“, berichtete Dörte Röhres, Sprecherin der Polizeidirektion Nord. Der Dachstuhl habe in vollem Ausmaß (laut Angaben der Feuerwehr knapp 300 Quadratmeter) gebrannt, was zu starker Rauchentwicklung geführt habe. Die Löscharbeiten gestalteten sich aufgrund des komplizierten Dachaufbaus mit zwei Schichten Holz, Dachspanplatten und Dachpappe äußerst schwierig. Es sei unmöglich gewesen, die Zwischenschichten mit dem Löschwasser zu erreichen, so Leege. Die oberste Schicht bestand aus Wellasbest, das unter der enormen Hitzeeinwirkung explodierte. Die freigesetzten Asbestfasern, die als gesundheitsgefährdend gelten, stiegen mit dem Rauch auf und zogen nach Angaben des Stadtbrandmeisters über unbewohntes Gebiet ab. Vorsorglich wurden die Anwohner des Triftweges und des Verlängerten Triftweges mittels Lautsprechdurchsagen aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Außerdem wurde über die Warn-App „Nina“ vor starker Rauchentwicklung gewarnt.

Zeuge alarmierte von der Tankstelle aus die Feuerwehr

Bemerkt wurde das Feuer gegen 21.30 Uhr. Jemand, der sich auf dem Gelände der Aral-Tankstelle aufgehalten hatte, glaubte, dass ein Strauch oder Baum brennt und hatte die Feuerwehr alarmierte. Als die Einsatzkräfte wenig später am Brandort eintrafen, standen Teile der Dachkonstruktion bereits in Flammen. Der anfängliche Versuch, das Feuer mit fünf Trupps zu jeweils zwei Mann auch von innen zu bekämpfen, sei dann aufgrund der starken Rauchentwicklung eingestellt worden, berichtete Leege. Der Einsturz der Dachkonstruktion konnte nicht mehr verhindert werden.

Höhe des Schadens nicht bekannt

Das unbewohnte Gebäude war bereits vor Jahren von allen Versorgungsleitungen getrennt worden. „Da kann man wohl nicht mehr von Selbstentzündung sprechen“, äußerte sich Leege nur sehr vage zur möglichen Brandursache. Türen und Fenster seien ursprünglich auch gegen fremden Zutritt gesichert gewesen, was einige aber nicht davon abgehalten habe, sie aufzubrechen, um sich illegal Zugang zu verschaffen.
In der Nacht war die Polizei vor Ort, am Mittwochvormittag untersuchte die Kriminalpolizei die Brandruine, um Hinweise auf die Ursache zu finden. Die weiteren Ermittlungen laufen. Zur Höhe des Sachschadens machte die Polizei am Mittwochmorgen noch keine Angaben.
Die Einsatzkleidung der Feuerwehrleute muss umgehend gereinigt werden. Nicht zuletzt durch die freigesetzten Asbestfasern gilt sie als kontaminiert. Seit dem vergangenen Jahr ist die Feuerwehr mit entsprechender Waschtechnik ausgestattet, um die Einsatzkleidung zu reinigen. Sollte es hier und da notwendig sein, werde den Einsatzkräften aber auch Ersatzkleidung zur Verfügung gestellt, so Leege.