Tourismus
: Wilde Heimat erlebt Aufschwung

Der Naturcampingplatz an der Siggelhavel in Fürstenberg erlebt einen Aufschwung. Betreiber Kristin und Martin Richter-Sinnig sind voller Ideen für nachhaltigen Tourismus.
Von
Thomas Pilz
Fürstenberg
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  • Freuen sich bereits jetzt auf viele neugierige Gäste: Kristin und Martin Richter-Sinnig. Mit ihren Töchter Linda und Berenike wohnen sie auch auf dem Areal. Naturnähe lautet ihr Credo, gepaart mit nachhaltigem Umweltschutz.

    Freuen sich bereits jetzt auf viele neugierige Gäste: Kristin und Martin Richter-Sinnig. Mit ihren Töchter Linda und Berenike wohnen sie auch auf dem Areal. Naturnähe lautet ihr Credo, gepaart mit nachhaltigem Umweltschutz.

    Thomas Pilz
  • gra_Fuer-Wilde-2 Wilde Heimat Campingplatz Fürstenberg, Pächter Kristin und Martin Richter-Sinnig, Töchter Linda und Berenike

    gra_Fuer-Wilde-2 Wilde Heimat Campingplatz Fürstenberg, Pächter Kristin und Martin Richter-Sinnig, Töchter Linda und Berenike

    Thomas Pilz
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Nicht zum ersten Mal: Die unkonventionellen Tourismusanbieter hatten das großzügig gelegene und geschichtsträchtige Gelände im Osten der Kernstadt Fürstenberg im vergangenen Jahr gepachtet und damals bereits die Havel mit Hilfe von außen „kräftig aufpoliert“. Seitdem achten Richter-Sinnigs, die sich dem Naturschutz verpflichtet haben, ganz besonders auf Nachhaltigkeit.

Das beginnt beim Umbau des vor Jahren als konventioneller Campingplatz vor allem für Caravan-Fans geplanten Areals in einen Naturcampingplatz. Natürliche und eigene Ressourcen sollen nämlich geschont werden – in jeder Hinsicht. Somit wird vieles in einem gesunden Tempo Schritt für Schritt erledigt.

Verlegt worden sind auf dem weiträumigen Gelände bereits Medienträger. Im Herbst wird die nagelneue Sanitäranlage ans Netz gehen. Eine Rezeption steht bereits. Schäferwagen locken die Gäste an. Vor allem aber hat das Paar endlich die langersehnte Steg-Genehmigung erhalten, freut sich Martin Richter-Sinnig. „Wir mussten ja unsere Flöße und Kanus in der vergangenen Saison noch im Fährbecken unweit der Eisenbahnfähre zu Wasser lassen“, erinnert sich Richter-Sinnig. Dieses Provisorium sei nun Geschichte.

Eine ganz besondere Errungenschaft haben sich die kreativen Touristiker für jenen Teil des Areals einfallen lassen, auf dem historische Gleise des einstigen Faserstoff-werkes unter Denkmalschutz stehen: Eine Sommerküche ist entstanden mit ausgemusterten Tonloren-Wagen aus dem Ziegeleipark, umgebaut zu einem großen Grill und einem fahrbaren Gemeinschaftstisch.

Exotische Jurte errichtet

Eine große Feuerstelle, natürlich abgetrennte Parzellen für Gastcamper und eine exotische Jurte werten das Gelände originell auf. Nistkästen für Vögel wurden angebracht und zahlreiche neu gepflanzte Obstbäume unterstreichen die Liebe zur Natur der Gastgeber. Künftig sollen neuartige Unterkünfte, sogenannte Tiny-Houses, Gäste anlocken. Dahinter verbergen sich sehr kleine, praktische und umweltschonende Holzhäuser.

Nicht in Frage kommt für Kristin und Martin Richter-Sinnig, im eigenen Saft zu schmoren. Sie beteiligen sich an Weiterbildungen der Industrie- und Handelskammer, besuchen den Himmelpforter Tourismuskurs „Bewusst zu Gast“ und auch kürzlich beim Tourismustag in Boltenhof waren die Tourismusunternehmer vertreten.

Werbung? Eigentlich unnötig, betont Martin Richter-Sinnig. Es gebe bereits eine große Resonanz: Die Stadtverwaltung Fürstenberg unternahm vergangenes Jahr einen Betriebsausflug in die „Wilde Heimat“. Mehrere Firmen trafen sich zu Events auf dem Gelände. Und Hochzeitspaare nutzten das Areal bereits – eines zum Beispiel, um in ganz besondere Flitterwochen mit dem Kanu zu verbringen. „Es ist unglaublich, die meisten Leute sind schon jetzt hellauf begeistert“, schwärmen die beiden, die sich für den 4. Mai eine große Beteiligung an der Reinigungsaktion wünschen. Das werde die Vision eines naturnahen Campings weiter zu Realität werden lassen.

Reinigungsaktion am 4. Mai

Kostenlos werden alle Teilnehmer ab 11 Uhr mit einem Floß oder Kanu auf der Havel umherschippern können.

Ausreichend Verpflegung steht zur Verfügung. Steffen Odebrecht präsentiert seine historische Feldschmiede, Steffen Schindel schaut mit seinen Tieren vorbei.

Der Nabu Gransee führt spannendes Tauchen für den Naturschutz vor.

Am Lagerfeuer wird Bastian Bandt seine Songs an der Gitarre vortragen. Die Seentaucherin, eine Liedermacherin aus Mecklenburg-Vorpommern, gastiert ebenfalls. Unter 0173 4320917 kann man sich anmelden. ⇥pilz