Traktoren: In Grüneberg wird der Acker zur Treckermeile
„Es ist die größte Veranstaltung in Grüneberg im Jahr“, sagt Matthias Gutschmidt, der Vorsitzende des Trecker-Treck-Vereins. „Mittlerweile hat die Veranstaltung eine Größe erreicht, die wir uns nicht hätten vorstellen können“, schiebt sein Stellvertreter, Fred Sommerfeld, nach. Die ersten beiden Jahre wurde der Treffpunkt für Maschinenfreunde noch ausschließlich privat auf die Beine gestellt. Seit einigen Jahren läuft die Organisation offiziell unter dem Dach des 2012 von den Treckerliebhabern gegründeten Vereins.
25 bis 30 Helfer sind im Vorfeld mit den Vorbereitungen beschäftigt. Einer von ihnen ist John Kreyser. Der Grüneberger legt seit vier, fünf Jahren Hand an. „Ich mach das einfach gerne, helfen“, sagt der 19-Jährige, während er darauf wartet, eine Aufgabe zugeteilt zu bekommen. Kaum sind die Wagen mit den Zelten da, packt er auch schon mit an. „Die brauchen wir für den Grill, den Kuchenstand, die Erbsensuppe. Außerdem gibt es ein großes Festzelt von der Gemeinde“, sagt John Kreyser.
Weiteste Anfahrt aus Hamburg
Nicht nur das Löwenberger Land greift unter die Arme, auch die Feuerwehr und die Agrar Neuholland sind unterstützend mit im Boot. Noch ist John Kreyser privat unterwegs. Am Sonnabend wird er als Feuerwehrkamerade helfen, unter anderem die Pkw auf den Parkplätzen koordinieren.
Die Trecker, die am Sonnabend zu sehen sein werden, kommen aus der gesamten Region, der Uckermark, Neuruppin, Wittstock, dem südlichen Brandenburg. „Die weiteste Anfahrt hatten wir einmal aus Hamburg“, erzählt Fred Sommerfeld. Ab Freitag um 15 Uhr kommen die Maschinen mit ihren Besitzern, die am Sonnabend Zeit für Plausch und Austausch haben. „Am Sonnabend werden wir oft überrascht, weil einige spontan erscheinen“, sagt Gutschmidt.
Nicht nur jede Menge Technik erwartet die Besucher beim Trecker-Treck-Treff. Es gibt zudem eine Spielwiese für Eigenbauten. „Da können alle mal verrücktspielen“, so Matthias Gutschmidt. Höhepunkt ist sicherlich der Zugkraft-Wettbewerb mit Landmaschinen und Traktoren. Teilnehmer müssen auf 100 Metern einen der zwei mit Gewichten ausgestatteten Bremswagen soweit ziehen, wie sie können.
Der stärkste Traktor sowie der geschickteste Fahrer sollen beim Kräftemessen ermittelt werden. Wer die 100 Meter und damit den sogenannten „Full Pull“ schafft, kommt wieder ins Starterfeld – dieses Mal aber mit mehr Gewichten auf dem Bremswagen. „Wir machen das solange, bis alle stecken bleiben“, sagt Gutschmidt. Denn der Bremswagen hat die für Fahrer doch ziemlich unangenehme, aber für Zuschauer unterhaltsame Eigenschaft, mit jedem gezogenen Meter schwerer zu werden.
Ackerbanane für Kinder
Der Trecker-Treck-Treff hat dabei nicht nur den Wettkampf, Fachsimpelei und Schauwagen zu bieten. Für die Kinder gibt es eine Ackerbanane, eine Art Schlauch, der von einem Trecker übers Feld gezogen wird. Zudem können im Kinderkremser Touren im Traktor unternommen werden. Wie bei jedem Fest in Oberhavel: Kinderschminken und Hüpfburg dürfen nicht fehlen. Bier vom Fass, Gegrilltes, Erbsensuppe und hausgemachter Kuchen ziehen junge und erwachsene Besucher an. Händler präsentieren auf einer kleinen Meile diverse Waren.
„Für die Beschallung sorgen DJ Pille und Wanne“, sagt Matthias Gutschmidt. Abends laden die Zehdenicker Musiker zum Tanz ein. Eintritt? „Gibt es bei uns nicht“, so Fred Sommerfeld. Das Spektakel wird mit Sponsoren finanziert und der eigenen Manpower. „Wir machen fast alles selbst“, sagt Matthias Gutschmidt. „Hier kann und will sich niemand bereichern. Es geht um den Spaß.“
Am Sonntag beginnt dann wieder die Rückführung, wie Matthias Gutschmidt es nennt. „Der Acker wird gleich im Anschluss wieder bestellt.“ Wo Trecker standen, wird Mais gepflanzt.

