Umweltthema: Siemensschule nimmt an Bundeswettbewerb teil

Lokales, Ratgeber, Sport: Wie vielfältig Tageszeitung ist, lernen die Schüler des Wahlpflichtkurses Naturwissenschaften der zehnten Klasse seit Montag kennen. Artikel, die zu ihrem Umweltthema passen, stehen dabei natürlich im Mittelpunkt.
Matthias HenkeDie Ziele des Projektes, das im Schuljahr 2018/2019 bereits zum zweiten Mal stattfindet, sind die Sensibilisierung für aktuelle Umweltthemen, der Ausbau und die Vertiefung des eigenen Umweltwissens, die Schärfung des Umweltbewusstseins und die Stärkung der Medien- und der Lesekompetenz (siehe auch Infokasten).
Welches regionale Thema die Jungen und Mädchen in diesem Schulhalbjahr bearbeiten, darüber haben sie sich bereits vor den Winterferien verständigt. Wasser, Luftverschmutzung und auch das ehemalige Kernkraftwerk Rheinsberg standen etwa zur Disposition. Letztlich wurde es die Mobilität im ländlichen Raum. Denn da gebe es durchaus ganz praktische Anknüpfungspunkte an den Schulalltag, sagt Schul- und Kursleiter Dr. Reinhard Witzlau. „Wir haben insgesamt 289 Schüler aus 50 unterschiedlichen Orten. 80 Prozent sind Fahrschüler.“ Mit welchen Verkehrsmitteln kommen die Schüler zur Schule? Wie lang sind ihre Wege? Wieviel Zeit benötigen sie für eine Tour? Am Anfang soll eine Bestandsaufnahme jener Dinge stehen, anschließend womöglich eine Bürgerbefragung.
Der konkrete Ablauf soll in den nächsten Wochen festgezurrt werden. Angesprochen werden könnten dabei auch der Bürgerbus, der in Ergänzung des regulären Linienverkehrs der Oberhavel Verkehrsgesellschaft die Dörfer um Gransee auf einer Ringlinie anfährt und besonders von Senioren geschätzt wird, sowie das im Norden Oberhavels noch nicht so verbreitete Thema E-Mobilität.
Eine spezielle Themenseite des Bundesumweltministeriums verschafft den Zehntklässlern das nötige Hintergrundwissen. Aktuelle Entwicklungen verfolgen sie in der Tageszeitung. Seit Montag wird jeder Schüler täglich mit einem Exemplar der Gransee-Zeitung versorgt, denn „Umwelt macht Schule“ ist sowohl ein Umwelt- als auch ein Medienprojekt. „Zeitunglesen kennen viele nicht“, stellt Witzlau fest. Auf die Frage, wer zu Hause eine Zeitung hat, hebt nur ein Teil der Jungen und Mädchen die Hände.
So wird sich also auch intensiv mit diesem Medium beschäftigt. Die Zeitung richtig lesen und verstehen will auch gelernt sein. Wie kommen Zeitungsartikel überhaupt zustande? Was ist beim Recherchieren zu beachten? Was macht gute Fotos in der Zeitung aus?
Wie erkennt man sogenannte Fake-News? Dabei sollen die jungen Leute das dabei erworbene Wissen auch praktisch anwenden. Der Wahlpflichtkurs Naturwissenschaften wird bis zu den Sommerferien zu seinem ausgewählten Umweltthema selbst recherchieren, eigene Texte verfassen, Bildmaterial erstellen und damit eine Themenseite für die Gransee-Zeitung gestalten.
Offiziell läuft das Projekt „Umwelt macht Schule“ bis Ende Juli. Da in Brandenburg die Sommerferien aber bereits früher beginnen, wollen die Siemensschüler aber einen Monat schon im Juni mit ihrer Abschlusspräsentation fertig sein. Die besten werden von der Projektverantwortlichen übrigens prämiert. Im Land Brandenburg machen lediglich noch zwei weitere Schulen bei „Umwelt macht Schule“ mit.
Das Projekt
■ „Umwelt macht Schule“ ist ein Umwelt- und Medienprojekt, das vom Institut zur Objektivierung von Lern- und Prüfungsverfahren (IZOP) Aachen in Zusammenarbeit mit zehn Tageszeitungen und 30 Lerngruppen aus weiterführenden Schulen aus dem gesamten Bundesgebiet realisiert wird.
■ Es steht unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Umwelt, Svenja Schulze (SPD).
■ Die Schüler recherchieren aktuelle Umweltthemen in ihrer Region und berichten zum Abschluss auf bis zu einer Seite in der Zeitung über ihre Ergebnisse.
■ Systematisch werden die Schüler in einem medienpädagogischen Lehrgang mit dem Medium Tageszeitung vertraut gemacht. Sie lernen, mit der Zeitung kritisch umzugehen und ihre Lesekompetenz zu verbessern. ⇥Quelle: IZOP