Ver- und Entsorgung
: Abfall im Klo ist für Pumpen und Leitungen in Lindow-Gransee ein Problem

Unsachgemäße Entsorgung verursacht unnötige Kosten für den Trink- und Abwasserverband Lindow-Gransee.
Von
Matthias Henke
Gransee
Jetzt in der App anhören

Hier landet alles: Doch bevor das Abwasser in der Kläranlage aufbereitet werden kann, muss es Leitungen und Pumpwerke passieren. Werden Toiletten aber als Mülleimer missbraucht, können diese verstopfen.

Petra Waschescio

Dem TAV sei es mittlerweile möglich, die Verunreinigungen besser nachzuvollziehen und er wolle daher zukünftig verstärkt Ordnungsstrafen bei nicht sachgerechter Entsorgung festsetzen.

In der Wasser-Zeitung, die der Verband für seine Kunden mit herausgibt, wird auf die aktuelle Situation eingegangen. „Schon wenige Tage nach dem Beginn des ,Lockdowns’, also des verordneten Zuhause-Bleibens, machten die Abwasser-Fachleute an ihren Pumpen ganz erstaunliche Entdeckungen. Da es an Klopapier mangelte, nutzte der eine oder andere jeden denkbaren Ersatz – Ersatz, der alles andere als ,verdaulich’ für die Abwasseranlagen ist: zerschnittene Textilien, faserige Servietten, die sich einfach nicht zersetzen, und die allzu bekannten reißfesten Feuchttücher“, heißt es da. Das Problem sei gleichwohl umfassend. Unabhängig von Corona-Zeiten würden auch Speisereste, Hygieneartikel und manchmal sogar Windeln in die Toilette gesteckt. Diese setzen sich nicht nur an den Pumpen fest, was eine aufwendige und teure Reinigung nach sich ziehe, sondern mitunter bereits in den Leitungen, die dort hin führen. Entstehende Gerüche locken wiederum Ungeziefer an.

Ein Thema dieser Tage für Bürger ist auch die Trinkwassergewinnung. Der Sommer war erneut sehr trocken und in einigen Regionen wurde bereits dazu aufgerufen, kein Oberflächenwasser zu entnehmen. Doch der TAV Lindow-Gransee sieht sich gut gewappnet, um weiter die Versorgung sicherzustellen.  Falk Bednorz, Hydrogeologe aus Hennigsdorf, der sich für den Verband mit der Materie beschäftigt hat, schätzt ein,  dass für alle Wasserwerke des TAV ein ausreichend großes Grundwasserangebot vorhanden und die Trinkwasserversorgung somit gesichert sei. Durch den relativ geringen Nutzungsgrad gebe es in den meisten Fällen auch noch genügend Spielraum zur Erhöhung der Fördermengen.

Wie sich die Situation aber bei fortschreitendem Klimawandel darstelle, sei schwer zu prognostizieren und müsse kontinuierlich beobachtet werden.

Trinkwasser und Corona

Verbandsvorsteherin Anke Freitag weist darauf hin, dass vom Trinkwasser keinerlei Gefahr ausgeht, sich mit Covid 19 zu infizieren. Wie das Bundesumweltamt frühzeitig bekanntgegeben haben, sei Wasser für das Corona-Virus ein denkbar schlechtes Übertragungsmedium.

Trinkwasser, das unter Beachtung der allgemein anerkannten Regeln der Technik gewonnen, aufbereitet und verteilt werde, sei sehr gut gegen alle Viren, einschließlich Coronaviren, geschützt.

Besonders das hohe Maß an Automatisierung bei der Wasserbereitstellung sei es, das einen direkten Kontakt mit dem Trinkwasser extrem selten macht. ⇥red