Doch dann kamen einige Top-Volleyballer mit einer Idee um die Ecke und gründeten "Die Beach Liga". Bei dem Turnier, das vom 13. Juni an über vier Wochen in Düsseldorf ausgetragen wird, spielen jeweils acht Männer- und Frauenteams ihren Deutschen Meister aus. "Das wird ein geiles Event", ist sich Stadie sicher. Als Zweiter der nationalen Beach-Meisterschaft von 2017 und Studenten-Weltmeister von 2018 machte er sich in der Szene einen Namen und gehört so zum erlesenen Feld.
In der Rhein-Metropole wird der Berliner mit dem 19-jährigen Benedikt Sagstetter ein Duo bilden. Dieser ist mehrfacher deutscher Junioren-Meister sowie amtierender Vize-Europameister der U 20 im Beach und spielt in der Halle als Zuspieler für den Erstligisten TSV Herrsching. "Ich freue mich auf den jungen bayerischen Burschen", heiß es auf der Internetseite des Veranstalters, wo die insgesamt 16 Teams in regelmäßigen Abständen vorgestellt werden. Zum Teilnehmerfeld gehören auch Max Betzien, früherer Spieler des SV Lindow-Gransee, sowie Alexander Walkenhorst, Bruder von Olympiasiegerin Kira.
Bei der Auswahl der Teilnehmer ging es laut Stadie, der schon als bester Abwehrspieler der deutschen Tour ausgezeichnet wurde, in erster Linie um die Qualität. Die Veranstalter hätten sich dabei bewusst für ein kleines Feld entschieden. "Es sollte ein elitärer Kreis geschaffen werden." Seine Hoffnung ist, dass es keine einmalige Sache wird. "Das kann wirklich etwas Schönes werden." In das Turnier geht Eric Stadie ohne große Erwartungen. "Ich habe mir kein Ziel gesteckt." Nachdem er vor einigen Tagen noch gedacht habe, "dass es ein Sommer auf Balkonien ohne Beach-Turniere wird", freue er sich jetzt darauf, überhaupt spielen zu können.
Auf Stadie und Co. wartet ein anspruchsvolles Programm. In einer Woche spielen alle Teams zwei Mal gegeneinander. Bei zwei Spielen pro Tag kommt jedes Duo somit auf 14 Partien pro Woche. Nach einer Woche Pause, in der dann die Frauen im Sand aktiv sind, geht es in diesem Modus weiter. "Zum Abschluss soll bei einem Final-Four-Turnier der Beach-Liga-Meister gekürt werden", so Stadie, der gerade per Fernstudium die Lizenz zum Fitnesstrainer erwirbt.
Die Absage der bisherigen Beachturniere war für Eric Stadie auch in finanzieller Hinsicht Hinsicht spürbar. "Man kann nicht sagen, dass es ein wirtschaftlich  gutes Jahr war, da Preisgelder weggebrochen sind." Auf der deutschen Tour seien die Kosten für die Spieler relativ gering.
"Darum gehst du am Ende doch mit einem Plus raus." Zum Glück hätten ihm die Sponsoren "in so einer schwierigen Zeit" die Treue gehalten.
"Ich habe echt großen Respekt", betont der mehrfache deutsche Jugendmeister mit Blick auf das Pensum. Unter der Coronavirus-Zwangspause habe auch das Training gelitten. "Da ich nicht damit gerechnet habe, dass wir in diesem Sommer spielen, ging die Motivation runter. Ich hätte erst deutlich später angefangen, um dann in der Halle fit zu sein." Vor ein paar Tagen trainierte Stadie zum ersten Mal im Sand. "Ich versuche, es auf ein Niveau zu bringen, dass der eine oder andere Sieg herausspringt."
Die Spiele werden auf dem Gelände der Merkur-Spiel-Arena aufgrund der Corona-Pandemie ohne Zuschauer ausgetragen. "Das ist natürlich gewöhnungsbedürftig und auf jeden Fall etwas ganz anderes", bedauert der Außenangreifer der Grün-Weißen. "Ich glaube aber, dass es schon eine andere Stimmung als im Training sein wird." Dabei helfe allein der Gedanke daran, dass die Spiele live im Internet übertragen werden. "Diese Möglichkeit werden viele nutzen, da ansonsten kaum Sport angeboten wird. Dadurch kann man sich bei den Spielen einfach die Zuschauer dazudenken."
Beim Turnier wird es ein strenges Hygienekonzept geben, mit dem das Ansteckungsrisiko minimiert werden soll. Die Spieler müssen sich zudem auf regelmäßige Tests einstellen.

Zur Person


Eric Stadie wurde am 7. Juni 1996 in Berlin geboren.

Zweitligist SV Lindow-Gransee ist seit Sommer 2017 die sportliche Heimat des Außenangreifers.

Ausgebildet wurde Stadie beim SCC Berlin und Berliner VV.

In den Jahren 2012 und 2013 spielte er zudem beim Juniorenteam VC Olympia Berlin in der Regionalliga Nordost.

Von 2014 bis 2016 spielte der Berliner für die Drittliga-Männer des Berliner VV.

Mit dem Beachvolleyball begann Stadie vor sieben Jahren. Erfolge gab es schnell. An der Seite von Felix Göbert wurde er 2012 Bundespokalsieger und in den drei folgenden Jahren Deutscher Meister im Juniorenbereich (U 18 und U 20). Lohn war die Berufung in den Bundeskader Beachvolleyball.

Mit dem Nationalteam nahm Stadie (Vierter bei der U-18-Europameisterschaft in Weißrussland 2013) an den Olympischen Jugendspielen in Nanjing teil und wurde Fünfter.

Mit Toni Hellmuth schaffte Stadie 2015 zum ersten Mal die Qualifikation für die Deutsche Beachvolleyball-Meisterschaft. An der Seite von Sebastian Fuchs stand er in Sankt Peter-Ording zum ersten Mal in einem Smart-Beach-Tour-Finale. Mit Sebastian Fuchs, seinem festen Partner in der Saison 2017, gelang beim Smart-Beach-Cup in Duisburg der erste gemeinsame Sieg auf der deutschen Tour.

Größter Erfolg auf nationaler Ebene war im September 2017 die deutsche Vizemeisterschaft.

Der Mega.Triumph gelang im Juli 2018. Bei der Weltmeisterschaft der Studierenden holte Stadie in München den Titel. Sein Partner war Dan John. sz