Wanderung: Bei Menz auf den Spuren von Dachs und Co.
Auf die nach der Begrüßung gestellte Frage. „Kommen einige von Ihnen aus Menz oder Umgebung?“, ernten die Fragesteller vom Naturparkhaus nur Kopfschütteln. Einige geben sich als Urlauber aus Berlin zu erkennen, die es während der Ferien, die in Berlin im selben Zeitraum wie in Brandenburg stattfinden, nach Neuglobsow verschlagen hat. Wodurch sie auf das Naturparkhaus und seine Angebote aufmerksam geworden sind? Ein auf der Grünen Woche mitgenommenes Prospekt gab den Ausschlag.
Das Thema der Tour lautet – auch wenn gefühlt schon Frühling herrscht, Vögel zwitschern und Knospen sprießen – „Tiere im Winter“. Erste Station ist die grasbewachsene Anhöhe, die sich rechts des Weges zur Badestelle auftut. Hier wohnt unter der Erde eine Dachsfamilie, wie Paul Elste vom Naturparkhaus den Teilnehmern der Wanderung erläutert. „Passen Sie auf, wo sie hintreten. Manche Eingänge sind nicht auf den ersten Blick zu sehen“, warnt er. Ein Kind spekuliert darauf, bei der Wanderung auch Igel sehen zu können, doch Elste muss es enttäuschen. Diese Tiere halten noch Winterschlaf. Die Dachse dagegen – auch wenn die Wanderer keinen erspähen – seien dagegen derzeit durchaus auch tagaktiv, wenn sie zum Teil noch Jungtiere aus dem Vorjahr führen. Dachsbauten können beeindruckende Dimensionen annehmen. Ein in England untersuchter Dachsbau umfasste 50 Kammern und 178 Eingänge. Der am Wallberg hat „nur“ etwa ein Dutzend Kessel. Aber diese Wohnhöhlen seien wohltemperiert, so Elste. Möglich mache das langsam vor sich hingährendes feuchtes Heu, mit dem Dachse ihren Bau versehen. Mitunter komme es vor, dass auch eine Fuchsfamilie in einen großen Dachsbau mit einziehe, ergänzt Jeanette Dittrich. Die Dachse würden in Filmen oftmals als grimmig dargestellt, sei aber tatsächlich vor allem extrem kurzsichtig und farbenblind.
Weiter geht es den Wallberg hinauf. An einigen Bäumen entdecken die Wandersleute nach dezenten Hinweisen flache Kästen. Sie werden Fledermäusen als Quartier angeboten, wo es an alten Bäumen mit Höhlen in den Stämmen mangelt. Ein bei einem Sturm heruntergefallenes Exemplar zeigt Jeanette Dittrich aus der Nähe. Hat das Geräusch gerade jemand gehört? fragt Paul Elste. War das ein Kauz? Alle lauschen aufmerksam. Vom Dorf her tönt das Krähen eines Hahnes. Wo ist der Kauz?
Auf dem Weg zum höchsten Punkt des Wallbergs, wo ein phänomenaler Ausblick auf den Roofensee auf die Wanderer wartet, kreuzt die Gruppe ein „Wildautobahn“. Deutlich zu erkennen sind die heruntergetretenen Blätter und Zweige im Unterholz. Eine gehörige Portion Fantasie braucht es dagegen, um sich die Burg vorzustellen, die der Sage nach einst auf dem Wallberg gestanden haben soll. Beim Ausblick auf den See können dann gleich noch einige Missverständnisse bei den Besuchern ausgeräumt werden. Nein, zu den Müritzer Gewässern gehört der Roofensee nicht, dafür hat eine lange Tradition, was die Flößerei angeht. Über den Polzowkanal wurde früher das Holz bis zum Wentowsee getreidelt, von wo aus in Höhe Marienthal es eine Verbindung zur Havel gibt.
Nach einigen Schritten bergab zur Badestelle geraten Enten ins Blickfeld der Gruppe. Im Schilf, während des Sommers fast unsichtbar, sind Nester zu entdecken. Am Wegesrand, in einem Hohlraum im Wurzelbereich eines großes Baumes, können die Kinder einige Sonnenblumekerne. Mäuse fressen sie gern. Dass diese Mahlzeit gerne angenommen wird, zeigt, dass dort keine vom Vortag mehr liegen. Hortkindern von „Henriettes Schneckenhäuschen“ hatten noch vor den Urlaubern das Vergnügen, die Themenwanderung erleben zu dürfen.
Bevor die Gruppe nach mehr als anderthalb Stunden wieder am Naturparkhaus eintrifft, widmet sich ein ausführlicher Stopp auch noch dem Biber. Überall am Ufer hat der Großnager seine Spuren hinterlassen. Doch am Roofensee sei das Tier willkommen heißt es. Ein Problem durch Aufstauen des Wassers, habe man hier nicht.
Infokasten (3sp)
Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.
Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel.⇥kürzel



