Wasser/Abwasser: Erschließungsarbeiten in Rauschendorf noch in diesem Jahr

Abwasserpumpwerk des TAV Lindow-Gransee in Rauschendorf: Der Verband will dieses Jahr mit der Erschließung des Sonnenberger Ortsteils beginnen. Um die Straße anschließend wieder herzustellen, ist die Gemeinde mit im Boot.
Matthias HenkeAusschreibung ist erfolgt
Seinerzeit sei nicht absehbar gewesen, dass es 2020 losgehe, sagte Nico Zehmke, der für Finanzen, Bauen und Liegenschaften zuständige Fachbereichsleiter in der Granseer Amtsverwaltung. „Sie haben ausgeschrieben. Dass wir hinterher auch den Deckenschluss wollen, war klar“, so Zehmke. Ferner gehe es um einen Rohrdurchlass unter der Straße an einem Teich, nicht am Mühlenfließ, wie irrtümlich in diesem Zusammenhang einmal genannt, sondern hinter dem Friedhof. Ebenso sei angedacht, Leerrohre für einen möglichen Breitbandausbau im Dorf zu verlegen, in der Hoffnung, dass man mit der Telekom noch eine Einigung erzielt. Das ist bislang noch nicht der Fall, obwohl die Pläne nicht ganz neu sind. Es hakt unter anderem bei der Kostenfrage.
Unterm Strich nannte Zehmke Kosten in Höhe von 181 000 Euro – ohne die Leerrohre, wobei der gemeindliche Anteil zur Wiederherstellung der Ortslage sich auf 95 000 Euro belaufe. Zwar sei diese Summe nicht im Haushalt eingeplant, dafür aber etwa 30 000 Euro für den Ausbau einer Straße sowie 50 000 Euro für die Erarbeitung eines Bebauungsplanes zur Ausweisung eines Wohngebietes. „Wir schlagen vor, diese 80 000 Euro nun für den Deckenschluss zu verwenden“, so der Fachbereichsleiter. Der Rest könne über eine überplanmäßige Ausgabe bestritten werden. Die Vorhaben, deren Haushaltstitel zur Deckung der nun nötigen Summe herangezogen werden, müssten alle um ein Jahr nach hinten verschoben werden. Notwendig sei diese Entscheidung, so Bürgermeister Wöller, der gleichwohl durchblicken ließ, in dieser Angelegenheit angesichts des finanziellen Aufwandes einige Bauchschmerzen zu haben. „Wir können nicht zurück und müssen in den sauren Apfel beißen“, sagte er. Das sahen auch die Ratsmitglieder so.
Drei unabhängige Systeme
Während es sich beim Abwassersystem um eine Kompletterschließung von Rauschendorf handele, sei der Ort an das Trinkwassernetz schon angeschlossen. Hier sollen jedoch alte Asbestzementleitungen durch zeitgemäße Rohre ersetzt und die Hauptleitung in Richtung Schönermark erneuert werden. Die Arbeiten, so sie denn beginnen, sollen unter Aufrechterhaltung des Anlieger- und Fußgängerverkehrs erfolgen. Fußgängerüberwege und Fahrzeugbehelfsbrücken an den betroffenen Abschnitten sind beispielsweise geplant. Die jeweils aufgerissene Baufläche soll vergleichsweise kleinteilig sein. Die Furcht vor hundert Meter langen Gräben versuchten die Verantwortlichen bereits in der Vergangenheit zu zerstreuen. Im Rahmen der Arbeiten soll auch die Abwasserdruckleitung aus Neulögow nach Rauschendorf hinein verlegt werden, bislang verläuft sie um das Dorf herum. Aufgrund der ungünstigen topografischen Gegebenheiten sprich der hügeligen Landschaft in der Ortslage wird die Schmutzwasserkanalisation aus drei von einander unabhängigen Systemen bestehen, für die je ein Pumpwerk zuständig sein soll: ein nordöstliches entlang der Hauptstraße nach Neulögow, eines in der Dorfmitte samt Granseer Straße sowie ein südöstliches. Die Agrar GmbH verfügt bereits über ein eigenes Pumpwerk, wird dann aber angebunden. Alle Leitungen werden dann zu einem geschlossenen System zusammengeführt.
Eine Einwohnerversammlung zu dem Thema werde voraussichtlich auf dem Spargelhof stattfinden, denn es sei davon auszugehen, dass auch dann noch die coronabedingte Vorgaben mit den einzuhaltenden Abständen gelten werden, so Wöller. Die Geschäftsführung der Agrar GmbH Sonnenberg habe die Bereitschaft dazu signalisiert.