Wiedereröffnung: Neues Leben für alte Gaststätte
Auch für ihn ist der Gaststättenbetrieb eine neue Herausforderung, doch eine wohl und lange überlegte. Eigentlich ist Thomas Kaiser gelernter Maurer und stammt aus Liebenberg bei Radensleben. Doch nicht als Maurer hat er in den zurückliegenden Jahren gearbeitet, sondern am Bahnhof Löwenberg in Neulöwenberg einen Kiosk betrieben. „Im Sommer war immer viel zu tun, da hatte ich keine Probleme. Da waren zum einen Pendler, die ich bedient habe, zum anderen die Touristen, die bei mir eine Pause eingelegt haben. Doch im Winter war es schon nervig, auf Gäste zu warten, die nicht kamen. Es war ein typischer Saisonbetrieb“, erzählt er. Da sein Arbeitsweg von Lichtenberg nach Neulöwenberg durch Grieben führt, wurde er irgendwann auch auf den geschlossenen Gasthof mitten im Dorfzentrum aufmerksam und dachte sich: „Das ist genau das Richtige. Kein Saisonbetrieb mehr, sondern eine Gaststätte, die das ganze Jahr über geöffnet ist und in der Veranstaltungen stattfinden.“
Der Kiosk in Neulöwenberg und das Haus in Lichtenberg wurden veräußert und dafür das Haus in Grieben angeschafft. Bereits seit den 1920er-Jahren war es eine Gastwirtschaft. Unten befanden sich die Gaststättenräume und der Saal mit Bühne. Im Obergeschoss gab es Gästezimmer. Die hat Kaiser inzwischen zu Wohnungen für die Familie umgebaut. Sowohl Gastraum und Saal grüßen mit urigem Aussehen. Die dunklen Deckenbalken sind ein Hingucker. Auch die Einrichtung strahlt den Charme einer längst vergangenen Zeit aus. Doch Kaiser hat es so gewollt. "Als wir das Haus übernommen haben, war alles leer und runtergekommen“, erzählt er. Fast neun Jahre Leerstand inklusive eines Wasserschadens hatten ihre Spuren hinterlassen. „Das war schon eine Herausforderung, alles wieder herzurichten“, so der Wirt. Von Vorteil für ihn war dabei sein Beruf als Maurer. Sein Bruder ist Heizungsmonteur. Auch viele Freunde haben geholfen. Die Einrichtung stammt aus einer Hotelauflösung in Berlin, passt aber zu den Räumen. Dass Küche und Zapfstelle von Firmen eingerichtet und abgenommen werden müssen, ist klar. Das passiert im Laufe der Woche, damit der Eröffnungstanz in den Mai stattfinden kann.
Danach soll der ständige Gaststättenbetrieb folgen, jeweils mittwochs bis sonntags von 12 bis 22 Uhr. Zum Angebot gehört ein Mittagstisch, für den seine Mutter dann am Herd steht. „Wir wollen keine außergewöhnlichen Sachen anbieten, sondern eine Stärkung zu moderaten Preisen“, so Thomas Kaiser. Außerdem müssen wir sehen, wie die Gaststätte angenommen wird, und werden dann entscheiden.
Auf jeden Fall steht der Saal zur Verfügung, wenn eine Hochzeit, Konfirmation oder Geburtstag gefeiert werden soll. „Ein solches Angebot fehlt bislang im Ort“, so Thomas Kaiser. Vor dem Eingang gibt es zudem einen kleinen Außenbereich, den die Gäste bei schönen Wetter nutzen können. Wichtig ist Kaiser, regelmäßig Veranstaltungen für die Griebener anzubieten. Immer zum Monatswechsel soll es ein Konzert, eine Disco oder einen Tanz geben.
Der "Rosengarten" in Grieben
Am 30. April wird der neue "Rosengarten" in Grieben mit einem Tanz in den Mai eröffnet. Der Eintritt kostet fünf Euro. Freuen können sich die Gäste auf Schlager und internationale Songs aus den 1970er-, 1980er- und 1990er-Jahren.
Etwa neun Jahre war die Gaststätte, die sich an der Dorfstraße direkt im Ortszentrum befindet, geschlossen.Künftig sollen wieder regelmäßig Veranstaltungen für die Griebener angeboten werden.
In den Gasträumen finden bis zu 40 Personen Platz. Im Saal, der über eine Bühne verfügt, können weitere 70 Personen bewirtet werden.
Als Ruhetage sind der Montag und Dienstag vorgesehen.⇥veb

