114 neue Wohnungen: Richtfest für Neubauten am Albert-Schweitzer-Quartier in Hennigsdorf

An der Berliner Straße wurde am Freitag Richtfest für das Neubauprojekt der HWB gefeiert.
Roland BeckerEventuell lässt sich die Party Ende des Jahres nachholen. „Dann ziehen vielleicht schon die ersten Mieter ein“, hofft der Bauherr. Ganz so sicher wie noch Anfang April scheint sich Schaffranke in dieser Frage aber nicht mehr zu sein. Damals sprach er von einem sicheren Beginn der Einzüge ab November. Jetzt schiebt er vorsichtig nach: „Spätestens im Frühjahr“ sei es soweit.
Bislang habe es beim Bauablauf kaum Verzögerungen gegeben. Nur der nicht geplante Austausch von belastetem Boden an der Berliner Straße habe nicht vorausgesehen werden können, berichtet Goran Trakilovic, der den Hochbaubereich von Kögel Bau leitet. Da nicht auf ausländische Bauarbeiter zurückgegriffen worden sei, habe es auch keine Verzögerungen dadurch gegeben, dass diese in Corona-Zeiten nicht einreisen konnten. Die Firma aus Bad Oeynhausen (Niedersachsen) hatte den Generalauftrag für den Rohbau erhalten. Der geht dieser Tage an der Berliner Straße dem Ende entgegen. In den Blöcken an der Fabrikstraße und der August-Conrad-Straße hat längst der Innenausbau begonnen.
„Ich möchte hervorheben, wie wichtig das Projekt für die Stadt ist“, unterstreicht Bürgermeister Thomas Günther (SPD). In dem Viertel, dem er als „neue Perle der Stadt“ Vorschusslorbeeren gewährte, entstehen 114 Wohnungen, davon 86 mit Mietpreis- und Belegungsbindung. Die Zahl der Bewerber hat bereits das Doppelte überstiegen.
Das Quartier – bisher eher Hennigsdorfs Sorgenkind denn seine Perle – wird über den Neubau hinaus aufgewertet. Dazu zählen ein Mobilitätswürfel mit Parkplätzen, E-Tanksäulen und Fahrrad-Boxen sowie aufwändig zu gestaltende Freizeitanlagen. Begonnen haben auch die Arbeiten daran, einen Schandfleck zu beseitigen. Der bislang fast ständig vermüllte Innenhof des U-förmigen DDR-Plattenbaus ist bereits umzäunt worden, mit dem Bodenaushub wurde schon begonnen. Statt Autos und Müllcontainer sollen hier bald attraktive Freiflächen das Bild beherrschen.
Fast 25 Millionen Euro investiert die HWB ins Projekt Schweitzer-Viertel, eines ihrer größten Bauvorhaben seit der Wiedervereinigung. Knapp zehn Prozent steuert das Land als Fördermittel bei. Mit 3 100 Wohnungen ist die HWB nach der Wohnungsgenossenschaft Hennigsdorfs zweitstärkster Vermieter.