„Ziel“ mit neuem Chef
: Centermanager plant mehr Events

Alassan Simon Khanu will mehr Events anbieten und sorgt sich um die leere obere Etage des Hennigsdorfer Einkaufszentrums.
Von
Roland Becker
Hennigsdorf
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Hat viel vor: Alassan Simon Khanu.

Roland Becker

Mit seinen 25 Jahren dürfte er der jüngste Centermanager sein, den das Ziel in seiner 20-jährigen Geschichte gesehen hat. Der in Frankfurt/Main aufgewachsene Sohn eines aus Sierra Leone stammenden Paares studierte in Wiesbaden Immobilienmanagement und war danach in einer Firma für Immobilieninvestment tätig. „Aber das entsprach nicht meiner Leidenschaft. Ich präferiere den Handel in Kombination mit Immobilien.“ Dass es ihn dabei ausgerechnet nach Hennigsdorf verschlagen hat, verdankt er einem Zufall und seiner Freundin: „Über die habe ich von der offenen Stelle erfahren.“

Seit dem Umbau des Einkaufscenters wechselten die Manager in kürzester Zeit. Hatte Birgit Kliem noch die gesamte Bauphase begleitet, wurde sie kurz nach der Wiedereröffnung von Jeremia Gonzalez Martinez abgelöst, dem ein halbes Jahr später Michael Ott folgte. Von ihm bekam die Öffentlichkeit kaum etwas mit, auch Veränderungen im Ziel werden mit seiner einjährigen Amtszeit nicht in Verbindung gebracht.

Khanu scheint da von einem anderen Kaliber zu sein. Und vielleicht erhält er auch mehr Unterstützung von der Völkel Company, die das Management im Ziel verantwortet. Eins fällt auf: Wenn der Centermanager über sein neues Reich spricht, erwähnt er, dass es von der Lage „sehr gut positioniert ist“. Dieses „sehr“ vor dem Wort „gut“ fehlt, wenn es um die Kundenfrequenz und um die Mieterschaft geht. Und er sagt auch: „Das Ziel hat Potenzial.“ Da ist also noch Luft nach oben?

Ja, und zwar unterm Dach. Im zweiten Stock steht seit Jahren das einstige Kino leer. Gerüchte, dass ein Filmproduzent das Filmtheater wiederbeleben möchte, bewahrheiteten sich nie. Khanu zum Beispiel hat von diesem Interessenten noch nie etwas gehört. „Das ist ein großes Thema“, beschreibt er den Leerstand im obersten Geschoss. Die Fläche sei schwer zu vermieten, dennoch gebe es Gespräche mit mehreren Interessenten. „Ob da wieder ein Kino hineinkommt, kann ich nicht sagen.“ Er lässt sich nur so viel entlocken: Die Etage eigne sich am ehesten für Freizeitangebote.

Gespräche mit Interessenten, das klingt verheißungsvoll. Der Fachmann aber weiß: „Am Anfang sind Interessenten oftmals Feuer und Flamme für eine Mietfläche. Am Ende machen sie nach diversen Gesprächen einen Rückzieher.“ Steht deshalb schon seit mehr als einem Jahr das Areal der wenige Monate nach der Eröffnung pleite gegangenen Filiale der Sabelus Apotheke leer? Dabei handelt es sich bei der Fläche um eine der am besten gelegenen im gesamten Ziel. Auch hier heißt es: „Wir sind mit einigen Mietinteressenten im Gespräch.“ Im Gegensatz zum Kino fügt er aber hinzu: „Die Vermietung soll sehr zeitnah erfolgen. Vielleicht schon im Mai oder Juni.“

Abgesehen von der Apotheke haben bislang alle Mieter durchgehalten. Dabei sei das vorige Jahr schwer gewesen. „Der Umbau des Postplatzes hat die Kundenfrequenz deutlich zurückgehen lassen“, weiß der Centermanager. Die Baustelle ist Vergangenheit, die Konkurrenz des Internethandels nicht. Den Kunden muss also mehr oder besser anderes geboten werden, als es die Shops im weltweiten Netz können. Khanu hat sich dafür ein Ziel gesetzt: „Wir versuchen, dem älteren und dem jüngeren Publikum mehr Aktionen zu bieten.“ Die Valentins-Rosen waren der Start. In der Osterzeit soll es eine Eier-Mal-Aktion für Kinder geben, ein Streichelzoo mit echten Hasen und Schokolade von einem verkleideten Langohr.

Für all das hat Alassan Simon Khanu nur begrenzt Zeit: Einen Tag in der Woche ist er im Ziel. Die überwiegende Zeit kostet ihn sein Job als Junior-Manager in der Steglitzer Mall Das Schloss. Was ihn beruhigt: „Ich habe hier eine sehr gute Assistenz. Im Notfall bin ich in einer Stunde da.“

Gemeinsame Feste

■ Der neue Centermanager möchte sein Engagement nicht auf das Ziel begrenzt wissen. Er plant, auch kleine Feste auf dem Postplatz zu veranstalten.

■ Dabei kann er sich eine Kooperation mit der Stadt vorstellen. Sinnvoll sei es, sich in städtische Events einzuklinken. Gespräche dazu mit dem Stadtmarketing laufen bereist. Im Frühsommer könnte es die erste Aktion geben.⇥(rol)