Baden in Spandau
: Neue Pläne fürs Sommerbad – Alternative zum Schwimmen

2024 gibt es keinen Bade-, sondern einen Bauplan im Sommerbad Süd in Berlin-Spandau. Mit einem Jahr Verspätung sollen die Bauarbeiten beginnen. Wo noch gebadet werden kann.
Von
Jessica Neumayer
Spandau
Jetzt in der App anhören

Auch 2024 bleibt das Sommerbad Spandau Süd geschlossen. Doch es gibt hoffnungsvolle Nachrichten für die Zukunft.

Jessica Neumayer

Viele Schwimmbäder in Berlin sind marode und müssen saniert werden. Dass das Sommerbad Spandau Süd zu diesen Bädern zählt, ist seit der Schließung im September 2022 kein Geheimnis. 2023 mussten die Sanierungspläne zurückgestellt werden. Nach über eineinhalb Jahren Stillstand kann 2024 der Bau losgehen.

Viele Schwimm- und Planschfans im Spandauer Ortsteil Wilhelmstadt werden aber noch auf andere Bäder ausweichen müssen: Das Sommerbad bleibt geschlossen. Laut Johannes Kleinsorg, Vorstandsvorsitzender der Berliner Bäderbetriebe (BBB), gehen die Planungen zur Sanierung jedoch voran.

Sanierung vom Sommerbad startet 2024

„Die Bäderlandschaft Berlins wird erneuert“, sagte Kleinsorg bei einer Pressekonferenz im Kombibad Mariendorf am Donnerstag (21. März). Damit sei vor allem die Sanierung von vier Bädern gemeint.

Neben Bauplänen für das Kombibad Mariendorf, das Stadtbad Schöneberg und das Stadtbad Tiergarten, stehe auch die Sanierung des Sommerbads in Spandau in der Gatower Straße 19 auf dem Plan. 50 Millionen Euro seien dafür veranschlagt. Kleinsorg ist optimistisch, die Vorhaben gut realisieren zu können. Die Bauarbeiten würden je nach Standort ein bis drei Jahre dauern. Eine konkrete Zeitschiene für Spandau wird nicht genannt.

Auf der Liegewiese des Sommerbads Spandau Süd werden sich auch im Sommer 2024 keine Badegäste tummeln. Dafür rollen Baugeräte an, um dringende Sanierungen durchzuführen.

Jessica Neumayer

Ein Jahr nach der Schließung gaben die Berliner Bäder Betriebe (BBB) bekannt, dass die Sanierung vom Spandauer Sommerbad verschoben werden muss. Der Grund für die Bauverzögerung war die ungesicherte Finanzierung. Fördergelder des Bundes und des Landes Berlin blieben aus. „Im September war klar, dass für 2023 dafür kein Geld mehr da ist“, sagte Claudia Blankennagel, Pressesprecherin der Berliner Bäder Betriebe, Anfang 2024 auf Nachfrage.

Der Schaden im Sommerbad Spandau Süd

Das Problem im Sommerbad ist eine defekte Durchströmungsanlage – auch Beckeneinströmungsanlage genannt. Diese ist dafür zuständig, dass das Chlor gleichmäßig im Wasser verteilt wird. Doch die Verteilung funktioniert nicht mehr. „Die Leitungen, durch die das Chlor ins Beckenwasser strömt, sind defekt und müssen repariert werden“, erklärt Badsprecherin Blankennagel den Schaden.

Mit einer defekten Anlage könne das Bad für Gäste nicht freigegeben werden. Der Austausch der Anlage gestaltet sich sehr schwierig. „Die Leitungen verlaufen im Beton der Schwimmbecken, was die Reparatur aufwändig und kostspielig macht.“ Betroffen seien davon sowohl das Schwimmerbecken als auch das Nicht-Schwimmerbecken.

Angebadet wird an Karfreitag (29. März) ab 10 Uhr dennoch, und zwar im Strandbad Wannsee (Wannseebadweg 25). Für alle, die sich auch bei niedrigen Temperaturen ins kalte Nass trauen, stehen zum Aufwärmen zwei mobile Saunen zur Verfügung. Weitere Bäder öffnen dann im Mai und Juni.

Wer diesen Sommer in Spandau nicht auf Freiluftschwimmen verzichten will, kann auf das Sommerbad Staaken-West (Brunsbütteler Damm 443) ausweichen. Alternativ sind auch die Hallenbäder Kombibad Spandau Süd (Gatower Straße 19) und Stadtbad Spandau Nord (Radelandstraße 1) geöffnet.

Ungewollte Mitbewohner auf dem Sommerbad-Gelände

Die Reparaturen an der defekten Anlage sind nicht das einzige Bauprojekt auf dem Gelände des Sommerbads. Eine Schwimmsporthalle gehört ebenfalls zu den Neubauvorhaben, die auf ihre Realisierung warten. Hier weist Kleinsorg jedoch darauf hin, dass dies (und zwei weiterer Neubauprojekte) noch von der aktuellen Finanzlage abhänge.

Beim Bauprojekt zur neuen Wasserballarena gibt es noch eine weitere Hürde: ein ungewollter Mitbewohner. Ein Naturschutzgutachten habe ergeben, dass Nördliche Kammmolche ihr Winterquartier im Sommerbad Süd haben, bestätigt Blankennagel. Im Sommer seien die Molche eher im nahe gelegenen Südpark zu finden.

Da Kammmolche zu den stark gefährdeten Arten zählen, sind entsprechende Ausgleichsmaßnahmen vorgeschrieben. „Um die Kammmolch-Population zu schützen, wird nun erwogen, sie umzusiedeln“, sagt Blankennagel. Derzeit werde untersucht, wo und wie dies möglich wäre. Auf die Sanierung des Sommerbads sollen die Kammmolche keinen Einfluss haben.

Kein Newsletter ausgewählt
Melden Sie sich jetzt unkompliziert an und bleiben Sie automatisch informiert.