Barbara-Zürner-Oberschule
: Schulleiter Herbert Gorr verabschiedet sich aus Velten

Der Rektor der Veltener Barbara-Zürner-Oberschule, Herbert Gorr, erlebte als Rektor die POS, die Real- und die Oberschule – und das alles unter einem Dach.
Von
Roland Becker
Velten
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Überraschung für den scheidenden Rektor: Er bekam eine Ansicht der Schule als Puzzle und als Gemälde.

Roland Becker

Unter anderem hat Herbert Gorr sein Pädagogenleben der Mathematik gewidmet. Und er ist ein Computerfreak. Da wundert es nicht, dass der Rektor schon vor langer Zeit ein Computerprogramm bastelte, dass ihm auf die Sekunde genau anzeigt, wie viel Zeit noch bis zur Pensionierung bleibt. „Jetzt sind 43 Jahre, zehn Monate, zwei Stunden, 28 Minuten und 51 Sekunden vorbei. Mir bleiben noch ein Monat und 13 Tage“, verriet er aus seiner Statistik. Diese letzten Wochen fallen in die heute beginnenden Sommerferien.

Eigentlich hatte Gorr als Jugendlicher schon einen Lehrvertrag zum Radio- und Fernsehmechaniker in der Tasche. „Schon als Achtklässler habe ich die Apparate der Nachbarn repariert.“ Doch seine Mutter erfuhr von einem Uni-Vorkurs für Lehrer und war begeistert. Gorr lapidar: „Na gut, da war ich auch begeistert.“ Dass er, der als junger Mann in Prag Westzigaretten kaufte und Sex-Aufklärungsfilme des Westdeutschen Oswalt Kolle in Prag anschaute, in der DDR zum Direktor befördert würde, hätte er nie gedacht.

Sein erster Tag an der damaligen Veltener POS begann 1975 mit einer Überraschung. „Da sind Sie ja und können mit der Spurensicherung anfangen. Ihre Kollegen sind schon da“, begrüßte ihn die Sekretärin. In der Schule bemühten sich Polizisten gerade, einen Einbruch aufzuklären. Später einmal wurde er, wegen seines im Physikunterricht getragenen blauen Nylonkittels, mit dem Hausmeister verwechselt und von einem Handwerker um Unterstützung gebeten.

Herbert Gorr war ein Pädagoge mit Herz und Seele, der vor allem an seiner Realschule hing. Dass diese politisch in Brandenburg nicht mehr gewollt war, hat ihn geschmerzt. Weh tut ihm noch etwas anderes: „Der katastrophale Verlauf der Nachbesetzung meiner Stelle.“ Die ist noch offen. Mehr wollte er an diesem Tag dazu nicht sagen.