Da verkündete Hans Oertwig in einer schriftlichen Stellungnahme: "Auf eigenen Wunsch bat ich den Präsidenten am 20. März um Auflösung meines Trainervertrages mit Wirkung zum 30. Juni." Auch Co-Trainer Johannes Wendt und Teammanager Lars Klebauschke stehen nicht mehr zur Verfügung. "Mein Team hinter dem Team, hat eine außergewöhnliche Leistung in der abgelaufenen Saison vollbracht", so Oertwig.
Er fügte an: "Was schon in der Hinrunde spürbar war, wurde in der Rückrunde immer extremer. Kein Miteinander des Umfeldes, sondern nur ein gegeneinander im Club. Immer wieder wurden neue Grabenkämpfe geöffnet, der Umgang miteinander war Respektlos. Werte des normalen Umgangs wurden verletzt und waren nicht da. Immer wieder wurden neue Grabenkämpfe geöffnet, der Umgang miteinander war Respektlos."
Der Vereinsvorsitzende Bastian Klebauschke teilte mit, sich am 6. August nicht der Wiederwahl stellen zu wollen. "Die Machtkämpfe haben mich zermürbt. Nicht nur, dass der Verein in mehreren Lagern zerteilt ist, hat meine Entscheidung beeinflusst. Das gegenseitige Ausspielen, die Anfeindungen, permanente Niederträchtigkeiten und die Intrigen haben den Entschluss in mir reifen lassen. Die Boshaftigkeit hatte sein übriges getan." Selbstkritisch müsse er festhalten, "dass ich Fehler in meiner zweieinhalbjährigen Amtszeit gemacht habe."
2017 übernahm Klebauschke den Vorsitz. Seine Amtszeit wird am 6. August enden. "Die Machtkämpfe haben mich zermürbt." Seit Monaten herrscht Unruhe im Verein, dessen erste Männer-Mannschaft in Zahlungsschwierigkeiten geraten war. Darüber informierte Klebauschke im Frühjahr. Schon drei Monate vorher setzte er im Februar seinen Trainer Hans Oertwig von der Lage in Kenntnis. "Ich bin stolz, dass es mir vor einem Jahr gelungen ist, ihn als Cheftrainer zu verpflichten. Damit wurde der FC 98 Hennigsdorf auf eine neue Stufe gestellt." Am 28. Juni 2018 seien nur noch sechs Spieler vorhanden gewesen. "Hans Oertwig gelang es, einen Trainingskreis von 24 Spielern zusammenzustellen. Ich war mehr als zufrieden mit den gezeigten Leistungen dieser Hammer-Mannschaft. Trotz der widrigen Umstände erreichten wir den Klassenerhalt." Hintergrund: Über Monate fehlte das Geld, um Aufwandsentschädigungen zahlen zu können.
Oertwig stellte dem Verein nach eigenen Worten ein zinsloses Darlehen zur Verfügung. "Davon konnte die Hinrunde bezahlt werden. Der Fußball ist mir wichtiger als Geld." Ohnehin hätte er "mein letztes Hemd für mein Team gegeben". Als Trainer erwarte er viel von seinem Spielern. "Wir waren ein Team, eine Mannschaft, eine Einheit." Doch die Entwicklungen gingen am 66-Jährigen nicht spurlos vorbei. "Auf eigenen Wunsch bat ich den Präsidenten am 20. März um Auflösung meines Trainervertrages mit Wirkung zum 30. Juni."
Die Mannschaft und die Teilnehmer der außerordentlichen Mitgliederversammlung seien davon längst in Kenntnis gesetzt worden. "Der Verein ist in sich zerrissen, es war und es ist alles so unbegreiflich für mich. Der Präsident und die Mannschaft um Kapitän Toni Dietrich haben bis zuletzt um den Trainer Hans Oertwig gekämpft. Eine tiefe Enttäuschung ist in mir, weil wir alle einen Traum hatten. Wir wollten den Aufstieg in die Brandenburgliga schaffen. Nun ist der Traum zerplatzt." Oertwig weiter: "Ich finde es sehr schade, dass das Umfeld es nicht geschafft hat, einen gemeinsamen Weg zu bestreiten. Stattdessen wurde gegeneinander gearbeitet.