Fußball
: Krisensitzung beim FC 98: „Vorstand muss sich erklären“

Außerordentliche Mitgliederversammlung beim FC 98: Ramona Hinz, einst Spielerin und Jugendleiterin, spricht über ihre Sicht der Dinge.
Von
Stefan Zwahr
Hennigsdorf
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Ein Leben für den Hennigsdorfer Fußball: Ramona Hinz ist schon lange dabei.

Karsten Schirmer

In welchem Zustand der Verein ist, vermag Ramona Hinz nicht zu sagen. „Das wüsste ich selber gern. Was vom jetzigen Chef in den Zeitungen öffentlich gemacht wurde, hört sich nicht gut an.“ Der jetzige Chef ist Bastian Klebauschke. Und gegen diesen will die 47-Jährige antreten, wenn die nächste Wahl beim Traditionsverein ansteht, der vor 21 Jahren aus der Fusion von Motor und Stahl hervorging. Auch damals war Hinz schon dabei. 1982 hatte sie sich Motor angeschlossen und war bis 1991 als Spielerin aktiv. „Ich bin in diesem Verein groß geworden, kenne den alten Schlackeplatz und weiß, wie die Pappeln auf der Anlage riechen. Mein Vater und Onkel haben für Hennigsdorf gespielt, meine Jungs sind da groß geworden. Es ist mein Heimatverein, dem ich verbunden bleibe.“

Trainerin im Juniorenbereich

Mehr als ein Jahrzehnt war Ramona Hinz als Trainerin im Jugendbereich tätig, brachte sich zudem im Vorstand seit 2015 als Jugendleiterin und stellvertretende Vorsitzende ein. Im vergangenen Jahr trat sie zurück. „Das Thema war für mich dann eigentlich abgeschlossen.“ Dennoch habe sie in den zurückliegenden Monaten das Gerede gehört und die Unzufriedenheit im Verein mitbekommen. „Kannst du dir vorstellen, wieder mitzumachen?“, hieß es irgendwann. Auf diese Frage eine Antwort zu finden, habe eine Weile gedauert. „Am Ende habe ich mich zu dem Schritt durchgerungen. Ich habe mich entschieden, es anzugehen.“

Was sie und die anderen Mitglieder bei der Versammlung erwartet, wisse sie nicht. „Einblicke hatte ich nur bis zu dem Zeitpunkt, wo ich zurückgetreten bin. Wie schlimm es ist und wo die Baustellen sind, wird sich erst zeigen.“ Die Tagung, die um 19 Uhr in der Stadtsporthalle an der Spandauer Allee beginnt, diene der Bestandsaufnahme. Erst dann sei klar, wo Arbeit liegengeblieben ist.

„Vorstand muss sich erklären“

Eine Rede für ihre Vorstellung hat Ramona Hinz, die sich auch beim Stadtsportverband einbringt, nicht vorbereitet. „Es geht nicht darum, dass ich große Reden schwinge. Der Vorstand muss sich erklären, um die Mitglieder auf einen aktuellen Stand zu bringen.“ Darum sei jeder Berechtigte aufgefordert, zur Versammlung zu kommen, „um die Fragen loszuwerden, die auf den Nägeln brennen.“

Aufgrund der vielen offenen Fragen betont die Ehrenamtspreis-Trägerin des Landkreises von 2018, dass Ideen für die Zukunft schwer zu formulieren seien. „Ich weiß ja nicht, was die Mitgliedschaft will, wo die größten Nöte sind und wie der Stand des Vereins ist.“ Hinz macht auf Nachfrage aber keinen Hehl daraus, dass ihr der Jugendbereich besonders am Herzen liegt. „Wir müssen eine vernünftige Nachwuchsförderung machen. Natürlich gehören auch die Männer dazu. In erster Linie wollen wir aber die Junioren ausbilden, um die Männerteams mit unseren Spielern zu besetzen.“ Das sei das große Ziel – auch, um im Männerbereich auf einem anderen Level als momentan arbeiten zu können.

Gerüchten, wonach sie als Wahlsiegerin die Zusammenarbeit mit Cheftrainer Hans Oertwig beenden würde, tritt Ramona Hinz entgegen. „Dazu kann ich nichts sagen, weil ich die Vertragslage nicht kenne.“ Da Vereinbarungen aus dem Männerbereich nicht öffentlich seien, könne sie dazu nichts sagen. „Ich kenne keine Planungen der ersten Männermannschaft.“

Mit Freuden verfolgte die Kandidatin in der zu Ende gehenden Saison die Auftritte vieler Nachwuchsteams und der Frauen, die  neu im Spielbetrieb sind und vor zwei Wochen den Kreispokal gewannen. Nun sei es wichtig, die verschiedenen Lager des Vereins wieder zusammenzuführen. „Die Mitglieder sind der Verein. Es geht nicht, da eine Kluft reinzutreiben. Entweder wir machen es alle zusammen, oder lassen es alle gleich sein. Wir können nur zusammen überleben.“

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Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel.⇥kürzel