GDL-Streik
: Deutsche Bahn – Hennigsdorf und Oranienburg von Berlin fast abgeschnitten

Der GDL-Streik wird sich massiv auf die Verbindungen zwischen Hennigsdorf, Oranienburg und Neuruppin nach Berlin auswirken. Es geht fast nichts mehr.
Von
Roland Becker
Hennigsdorf
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Auf Rot stehen die meisten Signale während des am Mittwoch (10. Januar 2024) beginnenden Warnstreiks der Gewerkschaft der Lokführer. In Oberhavel wird der Schienenverkehr fast völlig ruhen.

Julian Stratenschulte/dpa

Wer mit der S-Bahn von Hennigsdorf und Oranienburg nach Berlin pendelt, wird darauf während des Streiks zwischen Mittwoch (10. Januar 2024), 6 Uhr, und Freitag (12. Januar), 18 Uhr, verzichten müssen. Wie die S-Bahn Berlin GmbH am Dienstag (Stand 12.30 Uhr) mitteilte, wird es keinen S-Bahn-Verkehr auf den Linien S25 von und nach Hennigsdorf sowie auf der S1 von und nach Oranienburg geben.

Für die Hennigsdorfer gibt es zumindest eine Alternative, den Norden Berlins zu erreichen. Die Bahn richtet hier einen sogenannten Busnotverkehr ein, der zwischen Hennigsdorf und Tegel pendelt. Notverkehr heißt in diesem Fall, dass es keinen festen Fahrplan gibt. Auf einen 20-Minuten-Takt kann sich also nicht verlassen werden.

Busse als Notverkehr zwischen Hennigsdorf und Tegel

Hinzu kommt, dass in Alt Tegel wegen der Bauarbeiten auf der U6 auch nicht mit der U-Bahn Richtung Zentrum gefahren werden kann. Von Tegel bis Kurt-Schumacher-Platz gibt es Schienenersatzverkehr. Die in Apps als Alternative angegebenen Verbindungen führen über Spandau und sind mit einer Fahrzeit bis Gesundbrunnen von fast 80 Minuten wenig attraktiv.

Wer von Oranienburg ins Berliner Zentrum will, muss sich ebenfalls auf massive Einschränkungen gefasst machen. Die S-Bahnlinie S1 verkehrt nicht. Auch auf der Linie RE5 werden fast alle Fahrten nach Berlin gestrichen. In den aktuellen Fahrplänen sind nur ganz wenige Richtung Hauptstadt angegeben. Von und nach Rostock sollen einige Züge verkehren (jeweils Stand 9. Januar, 17.30 Uhr). In jedem Fall sollte man sich vor Fahrtantritt nochmals informieren.

Als Alternative bietet sich die von der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) angebotene Linie RB12 von Templin nach Berlin-Ostkreuz an. Einzelne Züge enden allerdings bereits in Lichtenberg. Diese Verbindung kann allerdings nur aufrechterhalten werden, wenn die Stellwerke nicht vom Streik betroffen sind.

Prignitz-Express stellt Verkehr nicht ein

Etwas entspannter geht es auf der Linie des Prignitz-Expresses (RE6) zu. Dort fällt im Schnitt nur jede dritte Fahrt aus, so jedenfalls der Stand von Dienstag, 17.30 Uhr. Allerdings werden die Züge nur auf dem Abschnitt Hennigsdorf-Neuruppin verkehren. Verbindungen von und nach Berlin gibt es nicht. Wer von Hennigsdorf aus weiter nach Spandau will, dem wird der Bus X36 empfohlen.

Die Deutsche Bahn verweist darauf, dass auch die in den Apps angegebenen Verbindungen vor Fahrtantritt nochmals überprüft werden sollten. Streikbedingt können sich kurzfristige Änderungen ergeben.

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