Geldwäsche in Berlin und Brandenburg: Verhaftung bei Razzia gegen organisierte Kriminalität

Geldwäschebande vorläufig gestoppt: Wohnungen von Polizei durchsucht, Konten gesichert – die Spur führt von Neuruppin bis nach Malta (Symbolbild).
Sven BockUm einer internationalen Geldwäscheband das Handwerk zu legen, griff die Polizei am Dienstag, 20. Februar, in einer großangelegten Aktion in mehreren Ländern gleichzeitig zu. Beamte der Landeskriminalämter Berlin und Brandenburg durchsuchten Wohnungen in Neuruppin, Lindow, Ruhlsdorf und Ludwigsfelde. Das ist über den Einsatz bekannt.
Wie die Staatsanwaltschaft Berlin am Dienstag (20. Februar) mitteilt, zielte das Ermittlungsverfahren darauf ab, ein großes internationales Geldwäschenetzwerk aus dem Bereich der russisch-eurasischen organisierten Kriminalität aufzudecken. „In Lindow wurde ein Mann verhaftet“, teilte der Sprecher auf Nachfrage mit.
Neuruppin, Berlin, Lettland, Malta – elf Beschuldigte
Es handelt sich um einen 53-jährigen Beschuldigten. Neben Brandenburg schlugen die Beamten auch in Berlin sowie in Lettland und Malta zu. Im Fokus standen dabei insgesamt elf Beschuldigte im Alter zwischen 31 und 58 Jahren.

In Lindow (Ostprignitz-Ruppin) ist am Dienstag, 20. Februar, ein 53-jähriger Mann festgenommen worden (Symbolfoto). Er wird der Geldwäsche beschuldigt.
Frank HilbertIhnen wird (in unterschiedlicher Tatbeteiligung) banden- und gewerbsmäßige Geldwäsche vorgeworfen. Die Beschuldigten sollen rund um ein in Malta ansässiges Finanzinstitut spätestens ab Juli 2021 ein Firmengeflecht mit zahlreichen Scheingeschäftsführern aufgebaut haben, um so illegale Geldflüsse vornehmen und die illegale Herkunft des Geldes verschleiern zu können. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand soll die Gruppe überwiegend von Berlin und Riga aus tätig geworden sein.
In Berlin, Brandenburg, Baden-Württemberg und Sachsen durchsuchten rund 460 Polizeikräfte 58 Wohn- und Geschäftsanschriften der Beschuldigten. Der Schwerpunkt der Durchsuchungsmaßnahmen lag mit 51 Durchsuchungen in Berlin, vor allem in Charlottenburg-Wilmersdorf. Parallel wurde in Lettland, überwiegend in Riga, an etwa 20 Wohn- und Geschäftsanschriften durchsucht. Elf dieser Durchsuchungen erfolgten ebenfalls für das Berliner Ermittlungsverfahren, die übrigen für das in Lettland geführte parallele Geldwäscheverfahren.
Sicherstellung von Vermögenswerten
In Malta wurden – auch im Beisein deutscher Ermittlungspersonen – die Geschäftsräume des im Zentrum der Ermittlungen stehenden Finanzinstituts durchsucht und Geld auf acht maltesischen Konten gesichert. Vereinfacht wurde dieses länderübergreifende Vorgehen durch die Einrichtung einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe (Joint Investigation Team: JIT) zwischen Lettland und Deutschland Anfang Dezember 2023, teilte die Staatsanwaltschaft Berlin mit.
Mit einer solchen Vereinbarung einer Zusammenarbeit in einem grenzüberschreitenden Ermittlungskomplex werde ein unmittelbarer Austausch von Erkenntnissen zwischen den Ermittlungsbehörden ermöglicht.
Europol-Einsatz – Millionenwerte sichergestellt
Operativ unterstützt wurden die deutschen und die lettischen Behörden auch von den Ermittlungsbehörden in Malta, koordinativ zudem durch EuroJust und Europol. Europol unterstützte dabei auch personell. Die Durchsuchungen führten zum Auffinden von Geschäftsunterlagen, Datenträgern und Mobiltelefonen. Diese werden nun ausgewertet, um so letztlich auch die Anzahl der mutmaßlichen Geldwäschetaten und etwaige strafrechtliche Verantwortlichkeiten weiter klären und zuordnen zu können.
Bislang konnten etwa vier Millionen Euro mutmaßlichen Betrugs- und Subventionsbetrugstaten zugeordnet werden. Es liegen Anhaltspunkte dafür vor, dass die Gesamtsumme gewaschener Vermögenswerte im mittleren zweistelligen Millionenbereich liegt.

