Hobby in Corona-Zeiten: Steine bemalen und verstecken in Hennigsdorf

Auch in Hennigsdorf bilden die Steine lange Reihen. Jutta und Jochen Frank fanden diese am Grenzturm. Daneben hat sich aber der Brauch durchgesetzt, die kleinen Kunstwerke zu verstecken.
Jutta und Jochen FrankDie Idee ist ganz einfach: Kleine Steine werden bemalt und dann mal mehr, mal weniger schwierig versteckt. Wer sie findet, kann sie auf der Facebook-Seite „Berkelstone“ posten. Mancher, der sie bemalt hat, freut sich, sie auf diese Weise wiederzusehen. „Wegen euch hab ich jetzt 20 Kilogramm Steine im Keller, und mein Freund fasst sich an den Kopf“, schreibt eine Hennigsdorferin in der Berkelstone-Gruppe. Da hilft nur eins: Die Steine mit den rosaroten Schweinchen, mit der Maus aus der gleichnamigen Sendung, mit verliebten Piepmätzen oder Corona-Durchhaltesprüchen einfach wieder aussetzen! Ein User fasst das kurz und bündig zusammen: "Finden, freuen, posten, neu auslegen oder behalten.“
Importiert aus Dänemark
„Die Idee stammt wohl aus Dänemark“, vermutet Nieder Neuendorfs Pastorin Barbara Eger, deren Tochter Martha schon Steine gefunden und wieder ausgewildert hat. Auch wenn die Berkelstone-Gruppe vor allem die Hennigsdorfer in eine wahre Suchsucht versetzt hat, liegt Eger richtig. „Bemalte Steine erobern Stadtlohn und gehen auf große Reise“, lautete Anfang Januar eine Überschrift in der Münsterlandzeitung. Darin wird erzählt, dass Barbara Hölscher und Jürgen Wonke in Stadtlohn im Dänemark-Urlaub einen kleinen Stein fanden, der mit der Landesflagge bemalt war. Die Idee gefiel dem Paar so gut, dass sie selbst Steine sammelten und Farben kauften. Seither hätten beide mehrere hundert Steine bemalt, schriebt die in Münster erscheinende Zeitung, und diese im wahrsten Sinn des Wortes in die Welt getragen.
Herkunft der Idee ist unklar
Es ist nicht bekannt, wie die Idee auf Hennigsdorf überschwappte. Klar ist jedoch: Die Berkelstone-Seite ist jetzt fast ausschließlich in Hennigsdorfer Hand. Fragte vor gut einer Woche noch jemand „Wo bitte ist Hdf.?“, ist das jetzt nicht mehr nötig. Berkelstone-Fans kennen mittlerweile die Stadt.
„Durch Zufall gefunden an einem Baum in der Stahlwerksiedlung in Hennigsdorf. Ich nehme den jetzt mal mit nach Germendorf, aber ob ich mich wirklich schon trennen kann, das weiß ich noch nicht“, lautete am Donnerstagnachmittag die Meldung einer Finderin.
Immerhin: Wann schaffen es schon Steine von Hennigsdorf bis Germendorf? Vielleicht wandert das Fundstück mit dem Pferdekopf noch viel weiter und trägt ein in Corona-Zeiten beliebtes Hobby in die Welt.