Immer wieder sonntags: Stefan Mross begeistert in Velten
Kurz vor dem Start der Show befinden sich bereits meist ältere Zuschauer in der großräumigen Mehrzweckarena. 450 Zuschauer füllen schließlich die bestuhlte Halle. Noch laufen viele Zuschauer in der Halle herum, begrüßen sich gegenseitig oder unterhalten sich.
Vera Schulze und ihr Mann sitzen bereits auf ihren Plätzen und warten auf den Beginn der Veranstaltung. Die ältere Dame hält ein Programmheft in den Händen. Sie erhoffe sich heute ein Autogramm von Stefan Mross, da sie Autogramme sammle. Das Ehepaar hat die Karten zu Weihnachten geschenkt bekommen und ist aus Zehlendorf angereist. „Als Rentner hat man schon alles, da freut man sich über Karten für eine solche Veranstaltung“, erklärt Vera Schulze und lacht.
Ein Gong ertönt. Es kehrt Ruhe in der Halle ein. Das Licht geht an, der Schriftzug „Immer wieder sonntags“ erscheint auf dem großen Bildschirm an der Bühne, die Mross einige Sekunden später betritt. Den Zuschauern in den ersten Reihen schüttelt er mit einem „Servus“ die Hände, macht Witze, erkundigt sich, wo sie denn herkommen und unterhält sich kurz mit ihnen. So baut er routiniert Kontakt zum Publikum auf, was wohlwollend mit einigen Lachern aufgenommen wird. Im Anschluss kündigt Mross seine Gäste an: „Die Ladiner“, Bata Illic und Anna–Carina Woitschack, um direkt danach den Titel „Blau blüht der Enzian“ anzustimmen.
Als erstes treten „Die Ladiner“ auf, ein dynamisches Duo von zwei mitteljungen Männern aus Südtirol in Ledertracht, mit Gitarre, Akkordeon und Keyboard. Nach dem ersten Lied der beiden kehrt Mross, nun ebenfalls in bayerischer Tracht, wieder und betont dabei, dass eben dieses Outfit zur „Lieblingsklamotte 2018“ in „Immer wieder sonntags“ gewählt worden sei. Mross leitet schnell zum nächsten Lied der „Ladiner“ über, und streut neben aktuell politischen Themen einige humorvolle Sätze ein. Die „Ladiner“ nutzen ihren Auftritt, um ihr neues Album mit dem Titel „Das schönste Wort der Welt“ zu promoten.
Im Publikum kann man Kopfnicken und Fußtippen wahrnehmen, die Musik scheint zu gefallen, die Zuschauer werden langsam warm. Ihr letztes Lied ist ein Lied in ihrer eigenen Muttersprache, ladinisch, und hat einen eher sentimentalen Charakter. Das Publikum beginnt, im Takt mitzuschunkeln.
Als nächsten Gast kündigt Mross Anna–Carina Woitschack an, seit 2017 seine feste Freundin. Sie betritt mit dem Titel „Eine Nacht im Paradies“ die Bühne. Das Publikum ist sichtlich begeistert und klatscht im Takt mit. Woitschacks folgender Titel stellt gleichzeitig ihr neues Album in Aussicht, das im Spätsommer erscheinen soll. Nach einem Medley der Künstlerin singt sie gemeinsam mit Stefan Mross „Lo siento“, untermalt von einem auf dem Bildschirm laufenden Video von beiden. Nach zirka eineinhalb Stunden Programm kündigt Mross eine 20–minütige Pause an, in der die Zuschauer kurz Gelegenheit erhalten, die Show auf sich wirken zu lassen.
Zwei Freundinnen sitzen euphorisch miteinander redend auf ihren Plätzen. Sie sind große Fans von Stefan Mross und begeistert von seinem Auftreten und seiner Show. „Es ist immer wieder schön, ihn zu sehen.“, sagt die eine. Sie verfolgt Mross’ Lebensgeschichte und Wirken schon von klein auf. „Die Veranstaltung ist ja auch irgendwie ein Andenken an Andrea Jürgens“, fügt sie fast wehmütig hinzu. Andrea Jürgens war im Juli 2017 an Nierenversagen gestorben. Mross erwähnt sie kurz vor Ende der Pause. Für viele der emotionalste Moment des Abends, der erahnen lässt, dass die Schlagerfamilie und ihre Fans trotz gegenteiliger Berichte zusammenstehen.
Nach der Pause geht es mit einem Quiz weiter. Den kleinen Wettbewerb gewinnen natürlich die Damen. Bata Illic erntet für sein wohl bekanntestes Lied „Michaela“ einen riesigen Applaus. Mross performt einige Titel noch mit seiner Trompete. Es ist sicher nicht leicht, die eher nüchterne Veltener Mehrzweckhalle in eine begeisternde Showarena zu verwandeln. Mross und seine Mannschaft schafften es jedoch, dem dankbaren Publikum einige Momente der Freude zu schenken. Erika Zahn aus Velten bringt es auf den Punkt: „Ich habe mich in familiärer Atmosphäre gut unterhalten gefühlt und viele nette Menschen getroffen.“

