Influencer-Promi begeistert
: Aaron Troschke testet Hennigsdorfer eRockit

Influencer-Star Aaron Troschke tritt werbewirksam in die Pedale eines eRockits. Das Elektromotorrad steht kurz vor dem Verkaufsstart.
Von
Von Roland Becker
Hennigsdorf
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  • Fachsimpeln unter eRockit-Fans: Firmenchef Andreas Zurwehme (links) und Influencer Aaron Troschke

    Fachsimpeln unter eRockit-Fans: Firmenchef Andreas Zurwehme (links) und Influencer Aaron Troschke

    Roland Becker
  • Handarbeit: 600 Erinzelteile stecken in einem eRockit.

    Handarbeit: 600 Erinzelteile stecken in einem eRockit.

    Roland Becker
  • Ungewohntes Bild auf Hennigsdorfs Straßen: Influencer Aaron Troschke (rechts) im Kurvenfieber.

    Ungewohntes Bild auf Hennigsdorfs Straßen: Influencer Aaron Troschke (rechts) im Kurvenfieber.

    Roland Becker
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Von Marzahn nach Hennigsdorf

Einmal in Fahrt gekommen, lässt der 30-Jährige ein paar Juchzer im Vorbeifahren hören. Noch tritt er in Pedale, die der Firma gehören. Gern aber würde der Pankower bald auf dem eigenen eRockit durch Berlin und Brandenburg düsen. "Andys Idee begeistert mich. Ich warte darauf, dass er mir eins liefert.“

Mit Andy ist Andreas Zurwehme gemeint. Dieser versucht seit 2018 in einer Hennigsdorfer Werkhalle, die einst in Marzahn geborene, dort aber in den Kinderschuhen steckengebliebene Idee vom strombetriebenen Pedalmotorrad in die Welt zu senden. „Das Produkt ist gewollt.“ Fast klingen seine Worte ein wenig trotzig. Oder muss er sich selbst Mut machen? Es gab verschiedene Gründe, weshalb bislang für diese Zweirad-Revolution noch kein Kunde die 11 850 Euro auf den Tisch legen konnte. Zuletzt waren es durch Corona bedingte Lieferschwierigkeiten.

Kritik an Land und Stadt

Übers Geld reden Firmeninhaber nicht gern. Zurwehme macht da keine Ausnahme. Die Frage, ob das ins Startup zu steckende Geld knapp werden könnte, beantwortet er nur indirekt, indem er auf die in diesem Frühjahr gestartete Crowdfunding-Aktion verweist: "Ich freue mich über 100 ebenso wie über 10 000 Euro.“ Die bislang eingeworbenen gut 50 000 Euro reichen nicht lange, um das 15-köpfige Team und die weitere Entwicklung des Zweirads zu finanzieren.

„Wenn Brandenburg 300 Millionen für Tesla hat, müssten für uns doch drei Millionen Euro drin sein“, ärgert es ihn, dass er auf seine Briefe ans Potsdamer Wirtschaftsministerium bislang keine Antwort bekam. Auch sein einstiges Lob Richtung Hennigsdorfer Rathaus hat ein paar Kratzer abbekommen. „Da wird in der Stadt die erste E-Ladesäule eingeweiht. Aber ein heimischer Hersteller von  Elektrofahrzeuge, wird dazu nicht eingeladen“, ärgert er sich.

Wenige Meter von Zurwehme entfernt steht ein Hennigsdorfer, der alles ihm Mögliche in die Waagschale werfen möchte, damit das eRockit eine Erfolgsstory liefern kann. René Vierkorn,  Unternehmensberater und CDU-Stadtverordneter, macht es stolz, „so etwas in Hennigsdorf zu haben“. Er prophezeit der Novität eine Weltkarriere – wenn denn einige Hausaufgaben erledigt werden. Eine davon sei die, das Pedal-Motorrad in Version und Preis so abzuspecken, dass es massentauglich werden kann. Solches Knowhow zu entwickeln und zugleich eines Tages von der Manufakturarbeit zur Serienproduktion umsteigen zu können, brauche viel Geld. Vierkorns Rat: Die eRockit-Crew solle nicht davor zurückschrecken, ein finanzstarken Investor ins Boot zu holen. Und dann gerät auch der Hennigsdorfer ins Schwärmen. „Mit dem eRockit kann man an der Ampel einen Porsche abhängen.“ Worte wie Funfaktor und Early Adaptor sprudeln über seine Lippen. Early was? Google verrät, dass es sich dabei um Menschen handelt, die frühzeitig neue technische Produkte kaufen, und dabei einen hohen Preis und eventuelle Kinderkrankheiten in Kauf nehmen.

Start mit 100 Bikes

Auf genau 100 solcher begeisterten Fans hoffen Klaus Zurwehme und sein Kompagnon Sebastian Bruch. Diese Auflage hat die Limited Edition, die ab dem Herbst ausgeliefert werden soll. Noch sind nicht alle Maschinen reserviert. Aber der eRockit-Vater ist guter Dinge: „Wir erhalten Bestellungen im wöchentlichen Rhythmus.“

Der etwas andere Fahrspaß

In die Pedale treten und den Antrieb steuern. Beim eRockit wird die Muskelkraft des Fahrers bis zum 50-Fachen multipliziert.

Das mit einer 6,6 Kilowatt starken Batterie ausgestattete E-Bike kann auf eine Geschwindigkeit bis zu 89 Stundenkilometer beschleunigen und hat eine Reichweite bis zu 120 Kilometer. Innerhalb von vier Stunden ist die Batterie wieder aufgeladen⇥rol