Internet-Petition
: Veltener fordert schnelle Verbesserungen im Bahnverkehr

Die Linien auf der Strecke Hennigsdorf-Neuruppin sind für Unzuverlässigkeit bekannt. Das will der Veltener Alexander Moser-Haas per Petition ändern.
Von
Roland Becker
Velten
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  • Bauarbeiten, auch überraschende, verärgern Fahrgäste auf der Strecke zwischen Hennigsdorf und Neuruppin. Das Foto zeigt eine Baustelle vor einem Jahr, an dem nicht die Bahn Schuld war. Bei Kremmen hatte ein Dachs das Gleisbett untergraben.

    Bauarbeiten, auch überraschende, verärgern Fahrgäste auf der Strecke zwischen Hennigsdorf und Neuruppin. Das Foto zeigt eine Baustelle vor einem Jahr, an dem nicht die Bahn Schuld war. Bei Kremmen hatte ein Dachs das Gleisbett untergraben.

    Marco Winkler
  • Alexander Moser-Haas kämpft für mehr Züge.

    Alexander Moser-Haas kämpft für mehr Züge.

    privat
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Sofortaktionen gefordert

Seit Jahren – und in jüngster Zeit verstärkt – sind die beiden Linien RE 6 und RB 55 von Verspätungen und damit verpassten Anschlüssen von und zur S-Bahn in Hennigsdorf betroffen. Dazu kommen auf der eingleisigen Strecke immer wieder und teilweise sehr kurzfristig angesetzte Streckensperrungen, wobei der Schienenersatzverkehr für weitere Fahrtzeitverlängerungen sorgt.

Alexander Moser-Haas, der selbst zu seinem Job von Velten nach Potsdam mit dem Zug pendelt, will diese in seinen Augen unhaltbaren Zustände nicht länger hinnehmen. Mit der von ihm initiierten und verfassten Petition will er die Landesregierung, die Deutsche Bahn und den Verkehrsverbund VBB auffordern, endlich das Bahn-Desaster zwischen Hennigsdorf und Neuruppin durch kurz- und langfristige Maßnahmen zu beenden.

Zu den zehn Forderungen, die der Veltener Stadtverordnete der Linken aufgezählt hat, gehört allem voran ein Pünktlichkeitsmanagement. Unabhängige Gutachter, so seine Idee, sollen die Ursachen für die gehäuften Verspätungen analysieren. An einem Runden Tisch sollen Landes- und Kommunalpolitik, Verkehrsverband und die Bahn nach Lösungen suchen. Er schlägt auch vor, dass die Zugführer von S-Bahn und Regionalzügen miteinander im Funkverkehr stehen, um sich gegenseitig über geringfügige Verspätungen zu informieren, damit der Anschlusszug warten kann. Oftmals sind es gerade die zwei, drei Minuten, die den Fahrgästen in Hennigsdorf fehlen, um die Anschlussfahrt zu erreichen. Klappt dies nicht, sind Wartezeiten bis zu einer Stunde die Folge.

Kein Verständnis zeigt Moser-Haas auch dafür, dass die brandenburgische Landesregierung ebenso wenig wie die Deutsche Bahn in der Lage ist, einen Zeithorizont für den zweigleisigen Ausbau zumindest eines Teils der Strecke und damit für Veltens S-Bahn-Anschluss zu verkünden. Der Veltener will nicht mehr „auf die ganz große Lösung warten“. Er schlägt vor, unabhängig von den für den Streckenausbau nötigen Planungen schrittweise das Angebot an Zügen auszubauen.

Zeithorizont für Streckenausbau

So soll die Möglichkeit geschaffen werden, dass die S-Bahn schon vor dem Bau des zweiten Gleises nach Velten verlängert wird. Der Takt auf der Regionalbahn R 55 (Hennigsdorf-Kremmen) und für den Prignitz-Express (RE 6) soll in den Stoßzeiten verkürzt und an den Wochenenden in die Nacht hinein verlängert werden. Schließlich klagt er das ein, was Veltener, Hennigsdorfer, Kremmener und Neuruppiner seit Jahren vergeblich fordern: „Die Landesregierung benennt einen verbindlichen Zeitrahmen für das Planfeststellungsverfahren zum Bau eines zweiten Gleises nach Velten und für die Taktverdichtung des RE 6. Die Landesregierung bekennt sich zur direkten Linienführung der RE 6-Verbindung nach Gesundbrunnen.“

Der politische Weg

Die Bahnstrecke Hennigsdorf-Velten wird bei den sogenannten Korridoruntersuchungen im Rahmen des Projekts i2030 betrachtet. Dabei arbeiten die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg unter Beteiligung der Deutschen Bahn und des Verkehrsverbunds zusammen. Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Im Blickpunkt stehen dabei die Verlängerung der S-Bahn nach Velten, die Durchbindung des RE 6 nach Gesundbrunnen und dessen Taktverkürzung.⇥rol