Die Gebühren für die Schmutzwasserentsorgung in der Stadt Hennigsdorf werden für die kommenden zwei Jahre von 2,95 Euro pro Kubikmeter auf 2,86 Euro gesenkt.
Dem hat der Werksausschuss am Mittwochabend seine Zustimmung erteilt. Die Senkung wird am 1. Januar 2021 wirksam und gilt bis 31. Dezember 2022.
Günter Fredrich, Geschäftsführer der Osthavelländischen Trinkwasserversorgung und Abwasserbehandlung GmbH (OWA) erläuterte am Abend die Gebührenkalkulation für 2021/2022 und den Wirtschaftsplan 2021. Beides wurde einstimmig beschlossen.
Die Nachkalkulation hat demnach für die Jahre 2017/2018 Überdeckungen in Höhe von 767.000 Euro ergeben. Sie ergibt sich, weil die Höhe von Fremdleistungen durch Dritte, Honorar- und Beratungs- sowie Energiekosten und Betriebsführungsentgelte geringer ausgefallen sind. Es hatte auch weniger Schäden am Netz gegeben, als vorsichtig einkalkuliert worden war.

36 Kubikmeter durchschnittlicher Jahresverbrauch

Die Ersparnis für die Verbraucherinnen und Verbraucher hält sich zwar in Grenzen. Durchschnittlich werden pro Person im Jahr 36 Kubikmeter Schmutzwasser im Jahr verbraucht. „Aber es ist doch schon gut, wenn mal etwas nicht teurer wird“, sagte der Werksausschussvorsitzende René Vierkorn (CDU) anschließend.

Investitionen ins Klärwerk Wansdorf ab 2025

„Wir haben eben gut gewirtschaftet“, erklärte Günter Fredrich mit einem Lächeln. Da Geld, das übrig blieb, müsse spätestens innerhalb von vier Jahren zurückgegeben werden. Es könne deshalb auch nicht für eine Investition ins Klärwerk Wansdorf aufgehoben werden, die für das Jahr 2025 geplant sei und möglicherweise eine Erhöhung der Gebühren um 35 Cent pro Kubikmeter nach sich ziehen werde, so Fredrich.
Wegen einer Verschärfung der Einleitungsgrenzwerte muss es im Klärwerk Erneuerungen geben. „Was die kosten, weiß aber heute noch keiner, zunächst muss es dazu eine Ausschreibung geben. Die Preise im Tiefbaubereich sind aber in den vergangenen Jahren gestiegen“, so Fredrich. Da die Gebühren immer vorausschauend kalkuliert würden, ergebe sich zwar möglicherweise in den nächsten Jahren wiederum eine Überdeckung, die zumindest mitverwendet werden könnte. Sicher sei das aber nicht.

Fast alle Haushalte sind angeschlossen

Das Entsorgungsgebiet der OWA umfasst in Hennigsdorf 3708 Kunden. Im Jahr 2019 fielen insgesamt 1.176.900 Kubikmeter Schmutzwasser an. Die gebührenpflichtige Menge wird hauptsächlich nach dem modifizierten Trinkwassermaßstab und bei separiertem Schlamm aus Kleinkläranlagen nach der tatsächlich abgefahrenen Menge ermittelt. Ein Anteil von bis zu zehn Prozent Fremdwasser fließt jährlich in die Kanalisation, vor allem Regenwasser. In den trockenen Jahren 2018 und 2019 waren das 4,2 beziehungsweise 1 Prozent, so Fredrich. Für die Regenwasserableitung erhält die OWA einen jährlichen Zuschuss von 130.000 Euro von der Stadt. Der müsse voraussichtlich 2024 erhöht werden.
99,5 Prozent der Hennigsdorfer Haushalte sind ans öffentliche Schmutzwassernetz angeschlossen, etwa 30 Haushalte entsorgen dezentral über Grubenabfuhr. Dort gebe es nach der Kündigung des Unternehmens einen Wechsel. Zuständig für die mobile Entsorgung sei ab der kommenden Woche die AWU Velten, informierte Günter Fredrich.