Krankenhaus Hennigsdorf: Tauber Patient kann wieder hören – so funktioniert es

Erstmals wurde im Krankenhaus von Hennigsdorf einem tauben Menschen ein Cochlea-Implantat eingesetzt. Die Operation gelang dem Team um Chefarzt Dr. Thien An Duong Dinh.
Oberhavel Kliniken/Odin Tietsche- Erstmals wurde im Hennigsdorfer Krankenhaus einem tauben Patienten ein Cochlea-Implantat eingesetzt, wodurch er wieder hören kann.
- Die komplexe Operation gelang dem Team um Chefarzt Dr. Thien An Duong Dinh.
- Das Implantat stimuliert den Hörnerv durch elektrische Impulse.
- Der Patient konnte drei Tage nach der Operation das Krankenhaus verlassen.
- Eine Rehabilitation ist notwendig, um das Hören mit dem Implantat zu erlernen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In der Bibel existiert die Legende, dass Jesus durch Berühren der Ohren einem Tauben das Gehör wiedergegeben haben soll. Im Krankenhaus von Hennigsdorf ist das jetzt wirklich gelungen – allerdings auf wesentlich kompliziertere Art.
Gelungen ist die Operation Dr. Thien An Duong Dinh, seit Oktober 2024 Chefarzt der Hals-Nasen-Ohren-Klinik in Hennigsdorf. In diesem Fall ging es um einen 51-jährigen Patienten, dem sein Hörvermögen so gut wie vollständig verloren gegangen war.
Durch Implantat im Ohr wird Hörnerv stimuliert
Ist der Hörverlust zu stark fortgeschritten oder der Gehörnerv im Innenohr beschädigt, kann auch ein Hörgerät nichts mehr ausrichten. Helfen kann diesen Patienten eine elektronische Hörprothese, wie sie das Cochlea-Implantat (CI) darstellt, das die Funktion der Hörschnecke im Innenohr übernimmt.
Für den Hennigsdorfer Chefarzt stellt das Implantat einen Weg dar, „ertaubten Patienten oder Patienten mit an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit das Hören wieder zu ermöglichen“. Er erläutert, wie damit das Hörvermögen wieder hergestellt wird: „Das CI ersetzt die geschädigten Haarzellen im Innenohr und wandelt akustische Signale in elektrische Impulse um. Dadurch wird der Hörnerv direkt stimuliert.“

Dr. Thien An Duong Dinh, Chefarzt der Hals-Nasen-Ohren-Klinik in Hennigsdorf: „Das Hören mit Implantat muss erlernt und trainiert werden.“
Oberhavel Kliniken/Peggy SchlundtDie jüngst erfolgte Operation an dem 51-jährigen Patienten stellt für Duong Dinh und sein Team das erste in Hennigsdorf erfolgreiche Einsetzen eines solchen Implantats dar. Bei der laut Kliniken-Sprecherin Kerstin Neubauer aufwendigen Operation wurde dem Hörgeschädigten ein Elektrodenträger in die Hörschnecke eingeführt, mit dessen Hilfe der Hörnerv frequenzabhängig stimuliert werden kann.
„Besteht bei den Patienten noch ein Resthörvermögen, gilt es, dieses zu erhalten“, so Chefarzt Dr. Duong Dinh, der laut Neubauer auf eine langjährige klinische Erfahrung und besondere Expertise in der Behandlung von Hörstörungen mittels passiver und aktiver Implantate zurückblicken kann. „Wir verwenden in solchen Fällen dafür geeignete Elektroden, um den Teil der Hörschnecke nicht zu schädigen, der für das Resthörvermögen zuständig ist. Eine Versorgung auf einer Seite mit dem CI sowie einem Hörgerät auf der anderen Seite ist ebenfalls möglich“, erläutert er weiter.
Nach der Operation muss das Hören wieder erlernt werden
Drei Tage nach der erfolgreichen Operation konnte der Patient das Hennigsdorfer Krankenhaus verlassen. Jetzt schließt sich eine Rehabilitation an, in der das Cochlea-Implantat individuell eingestellt wird. Bei diesem Prozess werden die Oberhavel Kliniken von verschiedenen Kooperationspartnern unterstützt, die dem Patienten auch die Eingewöhnung an das neue Hörgeschehen erleichtern.
Neubauer dazu: „Das Hören mit Implantat muss erlernt und systematisch trainiert werden. Und auch das Implantat muss erst optimal eingestellt werden, damit das Hören wieder hundertprozentig klappt.“
Nach Angaben des Deutschen Gehörlosen-Bundes leben in Deutschland rund 80.000 Menschen ohne Gehör.
