Kreativwerk: Baustart am Alten Gymnasium in Hennigsdorf

Die Anschlüsse für das Alte Gymnasium in Hennigsdorf wurden bereits verlegt.
Roland BeckerZwar wurden laut Birgit Tornow–Wendland, Geschäftsführerin der Kommunalen Betreiber– und Immobiliengesellschaft (KBI), mit den Medienanschlüssen fürs einstige Schulgebäude auch schon die für die neue Schwimmhalle verlegt. Doch die weiteren Bauarbeiten haben mit dem Schwimmbad, das auf dem ehemaligen Pausenhof entstehen soll, nichts zu tun.
Baugerüst kommt im September
„Mitte Juli haben die Erschließungsarbeiten begonnen“, blickt Tornow–Wendland auf die Zeit zurück, als in die Schächte die Leitungen für Trink– und Schmutzwasser sowie Fernwärme gelegt wurden. Für Anfang September sei der zweite Schritt geplant. „Dann beginnen wir mit dem Einrichten der Baustelle und lassen von der Rathenau– und von der Parkstraße die Baustraßen errichten“, berichtet die KBI–Chefin. Wichtig für den innerstädtischen Verkehr: Zu größeren Einschränkungen wird es dabei nicht kommen. Tornow–Wendland weiß auch schon auf den Tag genau, ab wann sich das Alte Gymnasium hinter einem Baugerüst verstecken wird: Das nämlich wächst ab dem 14. September in die Höhe. Anschließend ist sozusagen große Entrümpelung angesagt: Die nötigen Rückbauarbeiten starten.
Parallel wird die europaweite Ausschreibung für die Umbau– und Sanierungsarbeiten ausgeschrieben. Die damit zu beauftragenden Firmen sollen ab 2021 die Baustelle prägen. Für den Laien mag es lang erscheinen, dass die Räume im künftigen Kreativwerk erst Ende 2022 bezogen werden können. Für Tornow–Wendland ist das keine Überraschung. „Die denkmalgerechte Aufarbeitung ist eine Herausforderung. Jedes einzelne Fenster muss demontiert und aufgearbeitet werden. Das ist nicht in vier Wochen gemacht“, weiß sie.
Während das Alte Gymnasium ab dem Herbst seine Verjüngungskur erlebt, wird sich auf dem verwaisten Areal Richtung Neuendorfstraße in diesem Jahr noch nichts tun. Für die dort geplante Schwimmhalle sollen den Abgeordneten, so kündigte es Bürgermeister Thomas Günther (SPD) Mitte Mai an, im Oktober eine präzisierte Kostenrechnung sowie ein Betriebskonzept vorgelegt werden. Die zu nehmende Hürde: Die Rechnung darf die von den Abgeordneten gezogene Grenze von 25 Millionen Euro nicht übersteigen. Tornow–Wendland, die auch diese Investition federführend begleitet, bleibt in dieser Hinsicht Optimistin. Zu beachten ist allerdings: Erst wenn auf Basis dieser Kostenrechnung die Aufträge vergeben werden, sprechen die wirklichen Zahlen. In den vergangenen Jahren gab es beim Eintreffen der Angebote oftmals ein böses Erwachen: Die von den Firmen veranschlagten Kosten betrugen teilweise das Doppelte der erwarteten Rechnung. Um im Fall des Schwimmbads eine Kostenexplosion ausschließen zu können, haben die Abgeordneten vor der Auftragsvergabe nochmals die Möglichkeit, den Bau zu stoppen.
Geht alles glatt, soll der Schwimmbad–Bau im kommenden Jahr starten. Zwar hatte der Bürgermeister Mitte Mai im Angesicht der damals durch die Pandemie einbrechenden Steuereinnahmen nicht ausgeschlossen, dass Verwaltung und Abgeordnete eine Verschiebung um ein Jahr diskutieren. Nachdem aber Land und Bund einen Ausgleich für die Steuerausfälle zugesichert haben, scheint dieses Prozedere ad acta gelegt zu werden. Tornow–Wendland ist jedenfalls guter Dinge: „Mit dem Projekt Stadtbad waren wir noch nie so weit wie zum heutigen Zeitpunkt.“