Modelleisenbahnen
: Filigranes Spielzeug für Erwachsene

Mehr als 300 Besucher nutzen die Modellbahnbörse in Hennigsdorf für Geschäfte und Gespräche.
Von
Wiebke Wollek
Hennigsdorf
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Begeistert: Daniel Rochlitz  besucht mit seinen Kindern Jonathan (1) und Emanuel (7) die Modellbahnbörse.

Wiebke Wollek

Verkäufer Klaus Trültzsch, der einen Laden in Oranienburg hat, ist jedes Mal mit einem Stand dabei. „Hauptsächlich biete ich Artikel für die Gartenbahn an“, erzählt er. Diese Wagen, die im Vergleich zu Modellbahnen in Spurweite TT oder H0 sehr groß sind, können sowohl draußen als auch drinnen fahren. „Sogar im Winter bei Frost“, ergänzt er. Seine Stammkundschaft kommt zwar aus der direkten Umgebung. Doch über seinen Internethandel hat er bereits Päckchen nach Norwegen, Schweden und sogar Australien verschickt.

„Wir konnten wieder mehr als 30 Aussteller gewinnen“, berichtet Organisator Manfred Plackowski. Sie kommen aus ganz Brandenburg und Berlin. Wenn die Händler ab 7 Uhr im Klubhaus eintrudeln, nehmen sie erst einmal ein belegtes Brötchen von Ehefrau Evelyn Plackowski zu sich, um sich für den ereignisreichen Vormittag zu stärken. „Ich bin um vier Uhr aufgestanden und habe Brötchen vorbereitet“, sagt die 65–Jährige, die ihren Mann bei seinem Hobby voll und ganz unterstützt. „Da muss man als Familie mitziehen. Die Eisenbahnen sind kein Spielzeug für kleine, sondern eher für große Kinder und Erwachsene“, erklärt sie. Nichtsdestotrotz wollen die Veranstalter das Interesse beim Nachwuchs wecken, weshalb sie Kindern bis 14 Jahre kostenfreien Eintritt zur Börse gewähren. „Es sind eben doch hauptsächlich ältere Herren, die sich dafür begeistern“, sagt Manfred Plackowski. „Aber wenn Opa und Enkelkinder zusammen herkommen, ist das richtig toll." Seine Frau lobt die familiäre Atmosphäre. „Hier sind immer nette Menschen, da kann man nicht meckern“, findet auch Verkäufer Frank Langner, Mitglied im Prignitzer Verein Pollo Schmalspurbahn.

Daniel Rochlitz machte sich gemeinsam mit seinen Söhnen Jonathan (1) und Emanuel (7) aus Berlin–Heiligensee auf den Weg nach Hennigsdorf. „Wir sind zu Fuß gekommen“, berichtet der Vater, der den Kleinsten in der Babytrage am Bauch hat.