Personalmangel: Imagekampagne der Feuerwehr Velten zeigt schon Wirkung

Sehen die Freiwillige Feuerwehr Velten trotz personeller Engpässe auf einem guten Weg: Stadtbrandmeister Heiko Nägel (links) und sein Stellvertreter Enrico Neumann.
Tilman Trebs„Wir sind im vergangenen Jahr oft an unsere Grenzen gegangen. Uns fehlen Mitglieder“, sagte Stadtbrandmeister Heiko Nägel. Problematisch bleibt auch in Velten die Einsatzbereitschaft zwischen 6 und 18 Uhr, wenn viele der ehrenamtlichen Brandbekämpfer außerhalb der Stadt ihren Berufen nachgehen. In diese Zeit fallen allerdings auch die meisten Einsätze. Zwei Drittel der knapp 250 Alarmierungen erfolgten im vergangenen Jahr tagsüber. Am häufigsten wird die Veltener Feuerwehr dienstags, mittwochs und freitags gerufen. Nachts und am Wochenende, wenn viele Einsatzkräfte zur Verfügung stehen, sind die Brandschützer vergleichsweise selten gefragt. „80 Prozent unserer Einsätze sind personalkritisch“, erklärte Vize-Stadtbrandmeister Enrico Neumann bei der Präsentation der Einsatzstatistik. Bei diesen Alarmierungen standen weniger als 16 Kameraden zur Verfügung.
Dennoch habe die Veltener Feuerwehr auch im vergangenen Jahr niemanden zurückgelassen, betonte Neumann. „Unsere Bilanz ist eindrucksvoll. Trotz personeller Probleme haben wir alles geschafft. Wir sind da, wenn jemand in Not gerät.“ Auch dem Wachstum der Stadt, über das die Veltener ja heftig diskutieren, blicke die Wehr gelassen entgegen. „Wir sehen das Wachstum und auch die damit verbundenen Herausforderungen. Wir sind aber optimistisch, ihnen gewachsen zu bleiben“, sagte der Neumann, der Velten sogar bescheinigte, sich zu „einer der schlagkräftigsten Feuerwehren im Landkreis Oberhavel“ zu entwickeln.
Der Optimismus der Ofenstädter speist sich unter anderem aus der Tatsache, dass die Stadt in den vergangenen Jahren viel in den Brandschutz investiert hat. Es gab mehr Geld für hauptamtliches Personal, die Sanierung der Wache und die Modernisierung der Technik. Zuletzt wurde ein Mannschaftstransportwagen für rund 65 000 Euro angeschafft. Nägel und Neumann lobten die Investitionen in ihren Reden. Bürgermeisterin Ines Hübner (SPD) erklärte in ihrem Grußwort: „Auch künftig werden wir auf ihre Ausrüstung ein besonderes Augenmerk legen.“
Gelohnt hat sich offenbar auch die Investition in die von der Stadtverwaltung organisierte Imagekampagne, die die Veltener unter anderem an ihren Bushaltestellen bewundern können. Dort präsentiert sich die Feuerwehr und bittet um Unterstützung. Einige hätten den Ruf schon erhört und sich der Feuerwehr angeschlossen, erklärte Stadtbrandmeister Nägel, der namentlich unter anderem Neuling David Pohl nannte, den die Plakatkampagne zur Feuerwehr führte.
Insgesamt zählte die Feuerwehr am 31. Dezember vergangenen Jahres 123 Mitglieder, elf mehr als im Jahr zuvor. Das ist Rekord! Die größte Gruppe machten die Kinder und Jugendlichen mit 58 Mitgliedern aus. „Der Trend geht steil nach oben. Vom Nachwuchs werden sicher einige in den kommenden Jahren in den aktiven Dienst aufrücken“, sagte Heiko Nägel. Das wäre hilfreich. Auch wenn die Einsatzabteilung um vier Kräfte zulegte, die Sollstärke von 64 verfügbaren Einsatzkräften ist weiterhin nicht erreicht.
Brandeinsätze machen übrigens nur einen kleinen Anteil am Einsatzgeschehen aus. 48 Feuer mussten die Veltener im vergangenen Jahr löschen. Dazu gehörten mehrere Autobrände, aber auch der Großeinsatz am Silvesterabend am Hennigsdorfer Oberstufenzentrum. Den überwiegenden Anteil machen technische Hilfeleistungen aus
