Preisträger der Adenauer-Stiftung
: Hennigsdorfer bei Jugendwettbewerb erfolgreich

Mit einem Konzept zu Asyl und Integration hat sich Fabian Kreikenbohm Anerkennung bei der Adenauer-Stiftung erworben.
Von
Roland Becker
Stolpe-Süd
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Ehrung: Fabian Kreikenbohm mit der Urkunde.

Konrad-Adenauer-Stiftung

Das Foto von der Preisverleihung am 25. Januar in Berlin zeigt ihn ganz allein auf der Bühne. So allein hat er auch darüber gegrübelt, wie in Europa die Verteilung der Flüchtlinge gerechter und die Arbeitsimigration effektiver und humaner geregelt werden könnte. Sein mit einer Anerkennung ausgezeichneter Beitrag trägt den Titel „Ist Chemnitz erst der Anfang?“

„Die Ereignisse von Chemnitz haben mich bewegt“, erzählt der 18-Jährige. Die rechtsradikalen Ausschreitungen in Chemnitz nach dem gewaltsamen Tod eines jungen Mannes waren für ihn Anstoß, sich mit Migration intensiver auseinanderzusetzen. „Ich habe das Gefühl, dass sich nicht so viel ändert“, meint er und bezieht das sowohl auf EU-Vereinbarungen als auch auf deutsche Gesetze bezüglich Asyl und Arbeitsmigration. Der Liberale – Kreikenbohm ist Mitglied der FDP-Nachwuchsorganisation und plant den Parteieintritt – wollte aber auch der Frage nachgehen, weshalb es für Ausländer noch immer schwer ist, sich in Deutschland zu integrieren. „Die Akzeptanz in der Bevölkerung, das ist ein schwieriges Problem, gerade auch im Osten“, sagt der junge Mann mit westsozialisierten Eltern, der im Osten aufgewachsen ist.

Seine Lösungsansätze, die auf einer gerechteren Verteilung der Flüchtlinge in Europa und auf der Entlastung der Ankunftsländer wie Griechenland und Italien basieren, werden weder heute noch morgen in Gesetzesform gegossen. Doch der künftige Student – Jura ist sein Ziel – will die Debatte im Land beschleunigen, zugleich auch versachlichen: Flüchtlinge, die durch Arbeit integriert werden, schlössen Lücken auf dem Arbeitsmarkt und zahlten in die Rentenkasse ein. „Migration ist ein guter und relativ simpler Weg, das Problem der Rentenpolitik zu lösen“, meint er.

Wie Integration funktionieren kann, hat der passionierte Rugby-Spieler im Hennigsdorfer Verein erlebt. Vor drei Jahren sei ein Kameruner zur Mannschaft gestoßen. Mittlerweile spreche der recht gut Deutsch und habe einen Job. Fabian Kreikenbohm spielt nicht den Integrations-Engel, der sich sofort mit jedem Asylbwewerber anfreundet. Schließlich sei er auch nicht mit jedem deutschen Mitspieler privat befreundet. Es klingt eher sachlich, wenn er sagt: „Der ist ein guter Teamkamerad, der selbstverständlich bei jeder Vereinsfeier dabei ist.“

Über ein Jurastudium haben schon viele den Weg in die Politik gefunden. Das kann sich auch der junge Mann aus Stolpe-Süd vorstellen: „Politiker zu werden, wäre ein Traum von mir.“ Im März beginnt er ein Praktikum beim Berliner FDP-Landesverband. Dort dürfte er Gelegenheit haben, seine Ideen zu diskutieren. In einer liberal und leistungsorientierten Partei könnten seine Gedanken zur Migration auf fruchtbaren Boden stoßen:

„Es lohnt sich nicht, 50-jährige Migranten zu dringend benötigten Pflegekräften auszubilden. Aber Jugendliche schon.“

Der vollständige Beitrag ist unter http://www.denktag.de/anfangchemnitz/ zu finden.

Adenauer-Stiftung

■ „DenkT@g“ heißt der seit 2001 ausgelobte Jugendwettbewerb der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung. Themen sind die Auseinandersetzung mit der Shoa und NS-Diktatur, mit Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz und Gewalt.

■ Schirmherr ist der CDU-Politiker und frühere Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert.⇥(rol)