In aller Regel müssen Autofahrende ihren Führerschein nicht häufig vorzeigen. Bei A. kam es öfter vor, denn er hatte nie einen. 20-Mal wurde er in den vergangenen Jahren angehalten, immer war es bisher bei Geldstrafen geblieben. Vor dem Oranienburger Amtsgericht räumte der Hennigsdorfer am Montag drei Fahrten durch Hennigsdorf, Borgsdorf und Velten von 2019 ein, bei denen er von der Polizei erwischt worden war.

Inzwischen hat der Angeklagte eine Arbeit

Er habe ein Problem mit Drogen gehabt, sagte der junge Hennigsdorfer über sich. Inzwischen habe er aber einen Minijob als Bauhelfer mit Aussicht auf eine feste Anstellung. Die Staatsanwältin sprach sich für sieben Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf vier Jahre zur Bewährung, sowie eine Sperrfrist für die Erteilung einer Fahrerlaubnis von drei Jahren aus. Für den Angeklagten spreche, dass er geständig sei, gegen ihn aber die vielen einschlägigen Voreintragungen. Der Rechtsanwalt plädierte genauso, aber ohne Sperrfrist für den Führerschein.

Acht Monate zur Bewährung

Richter Steiner kam rechnerisch auf acht Monate Freiheitsstrafe für die drei Taten, bei denen A. jeweils weder angetrunken noch berauscht war und auch keinen Unfall verursachte. Von einer Sperrfrist sah er ab, damit der Angeklagte einen Führerschein machen könne und nicht weiter straffällig werde. A. muss außerdem die Kosten des Verfahrens tragen und 500 Euro an die Staatskasse zahlen.
„Sie müssen aufpassen“, warnte der Richter. „Das ist die letzte Bewährung. Beim nächsten Mal müssen Sie vermutlich in den Knast.“