"Wir haben zu viel Nirvana gehört." So erklärte die Band Das Theater seine Stilrichtung. Die Musiker gehörten zu jenen, die am Sonnabend auf der Festwiese an der Hennigsdorfer Havelbrücke an der 15. Ausgabe von "Rock am Hafen" teilnahm. Wiederum war es die Musikerinitiative Hennigsdorf, die das eintägige Festival organisierte. Bemerkenswert: Noch immer wird kein Eintritt genommen.  Die volle Packung Musik lieferten in diesem Jahr die Bands Koppi & Paste, Das Theater, Count Us as Lost, Unglaublicher Vorfall, Kesh, Age of Arcadia.
Ob man es nun wie Koppi & Paste" hält und seinem Publikum nach einem lautstarken "Zicke zacke zicke zacke hoi hoi hoi!” erstmal zwei Runden Schnaps ausgibt oder sich denselbigen von den eigenen Zuhörern und Zuhörerinnen einfordert, das ist jeder Band selbst überlassen. Fakt ist: Alkohol spielt eine nicht unerhebliche Rolle im Geschehen am Hennigsdorfer Hafen. Nicht nur das Publikum kann selbstgebrautes Bier und andere Spirituosen an Getränkewagen erwerben – auch die Entertainer selbst, die durch inniges Singen und Musizieren ordentlich ins Schwitzen geraten, löschen im Backstage-Bereich ihren Durst mit Bier.
Musikstil selbst erfunden
Auch wenn das Fest an diesem Abend eine gewisse Anlaufzeit braucht, bis sich die Zuschauer von den Bänken erheben und an die Bühne treten, kommt schnell gute Laune auf. Hält sich bei Koppi & Paste der Ansturm noch in Grenzen, füllt sich der Bereich vor der Bühne bereits beim Auftritt von Das Theate. Hier wird in der klassischen Besetzung Gitarre, Bass und Schlagzeug gerockt. Offbeatgrunge nennen die drei Jungs ihre selbst erfundene Stilrichtung und können mit ihrem erfrischenden Sound die Stimmung anheizen.
Als später die Band Count Us as Lost die Bühne betritt, sind schon keine Sitzplätze mehr frei. Der Platz vor der Bühne füllt sich zusehens. Der schlagartige Wechsel von Rock zu Metal kommt an beim Publikum. Die Töne schallen nun härter aus den Boxen. Seinen Höhepunkt erreicht das Open Air schon gegen 20 Uhr, als die Musiker von Unglaublicher Vorfall auf der Bühne stehen. Die Punk-Rock-Band hat bereits drei Alben herausgebracht und sorgt für gute Stimmung. Und das ist nicht das Ende: Bis Mitternacht werden Gitarre, Bass und Schlagzeug über die Havel schallen.
Unter den von den Veranstaltern erwarteten bis zu 1 000 Musikbegeisterten ist auch Lena Schmidt. Sie genießt die Atmosphäre: "Rock am Hafen bedeutet für mich, Freunde und Familie zu treffen, gute Musik zu hören und Spaß zu haben."