Runder Geburtstag
: Keine drei Wochen ohne Sport – Bernd Jünemann wird 60

Fußball-Funktionär Bernd Jünemann feiert heute seinen 60. Geburtstag. Seit Jahren arbeitet der Jubilar für den SCO Velten und den Fußballkreis Oberhavel/Barnim.
Von
Steffen Kretschmer
Velten
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Abschied aus dem Veltener Vorstand: 2016 war für Bernd Jünemann auf dieser Ebene Schluss.

Karsten Schirmer

An das Jahr 2004 erinnert sich Bernd Jünemann noch ganz genau. „Da saß ich plötzlich mit Joachim Löw an einem Tisch“. Der heutige Bundestrainer betreute damals die Austria aus Wien und lief dem Veltener in einem Tiroler Urlaubshotel über den Weg. „Wir haben in dieser Woche öfter gefachsimpelt.“

Themen, über die gesprochen wurde, gab es schon damals genug. Und würde es aktuell noch einmal zu einem solchen Treffen kommen, hätte Bernd Jünemann noch einiges mehr zu berichten.

Der seit heute 60-Jährige hat viel erlebt und blickt nicht zuletzt deshalb immer wieder gern auf die vergangenen Jahrzehnte zurück. An seinem Geburtstag will er diese Erinnerungen noch einmal mit alten Weggefährten teilen. „Ich habe bewusst auf eine ganz große Feier verzichtet“, sagt Jünemann, der sich mit der Familie sowie Funktionärs- und Vereins-Kollegen „einen entspannten Abend“ machen möchte.

Jünemann sagt von sich selbst, dass er ohne Fußball nicht leben könne. "Dieser Sport lässt mich nicht mehr los und fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Ich habe ja auch mit sechs Jahren angefangen, selbst zu spielen.“

Dass er dies allerdings nur elf Jahre lang tun konnte, tat seiner Liebe zum runden Leder keinen Abbruch. Eine Meniskus-Verletzung beendete seine Laufbahn bei Abus Dessau, einem Verein in seiner Geburtsstadt, frühzeitig. "Ich hätte gerne weiter gespielt“, bedauert der frühere rechte Läufer. „Ich habe dann aber nicht lange überlegen müssen und als Übungsleiter und auch Schiedsrichter neue Aufgaben gefunden.“

Ähnliches passierte 1992. Jünemann war gerade von Sachsen-Anhalt nach Velten gezogen, „um die Schwiegermutter zu pflegen. Auch in dieser Zeit habe ich keine drei Wochen gebraucht und es ohne Fußball nicht ausgehalten.“ Schnell war er beim damaligen FSV Velten als Übungsleiter tätig. Ab 2001, einige Zeit nach der Neugründung des Vereins, gemeinsam mit Helmut Pickel.

Beruflich gab es in Oberhavel für Jünemann allerdings einige Startschwierigkeiten. Hatte der gelernte KFZ-Mechaniker in Dessau noch viele Jahre lang eine Gaststätte in einer Gartensparte betrieben, schlug er sich in seiner neuen Heimat zunächst mit Gelegenheits-Jobs durch. „Ich war unter anderem Tankwart in Spandau“, sagt der 60-Jährige, der einige Zeit auf die richtige Aufgabe warten musste. Und diese hatte, wie sollte es anders sein, mit Fußball zu tun. Ab 2007 war Jünemann als Platzwart beim SCO tätig. Drei Jahre zuvor hatte er sich bereits als Abteilungsleiter Fußball in den Veltener Vorstand wählen lassen. Beide Engagements endeten 2016. „Aktuell schreibe ich nur noch Spielberichte für die Internetseite des Vereins und für die Presse.“

Dabei verschweigt Jünemann allerdings, dass er seit mittlerweile sechs Jahren auch im Fußballkreis Oberhavel/Barnim als Staffelleiter seine Fußspuren hinterlässt. „Ich hatte 2013 eigentlich schon genug Arbeit am Hals.“ In Jünemann-Manier begründet der Jubilar diese Funktionärs-Tätigkeit mit dem „Interesse, welches für diese Arbeit einfach da war. Und jetzt, da ich die Vorstandsarbeit im Verein nicht mehr habe, ist doch eh alles entspannter.“

Erinnerungen

Tolle Erlebnisse waren für Bernd Jünemann in jedem Fall Erfolge mit den Junioren und die 100-Jahr-Feier des Veltener Fußballvereins. "Mit unseren C-Junioren haben wir damals die Kreismeisterschaft und den Pokal gewonnen", erinnert sich der 60-Jährige. "Das hatte uns 2003 niemand zugetraut."Dass auch der 100. Vereins-Geburtstag fest bei Jünemann verankert ist, liegt vor allem am Freundschaftsspiel gegen den FC Hansa Rostock. Velten verlor 2012 mit 0:11. Insgesamt etwa 500 Zuschauer sahen dieses Spiel. Für Jünemann eine Top-Kulisse. "Wir hatten im Vorfeld sehr große Sorgen, da es den ganzen Tag geregnet hatte. Am Ende war das Stadion aber voll. Nach dem Spiel haben wir dann noch lange mit Hansa-Trainer Wolfgang Wolf zusammengesessen."Einen ganz bitteren Moment erlebte Bernd Jünemann in der Saison 1997/1998. Der FSV Velten hatte gerade seine Mannschaft aus der Oberliga zurückgezogen und stellte den Insolvenzantrag. "Wir dachten alle, dass es nicht mehr weiter geht."⇥skr