Schulneubau für 5,9 Millionen Euro: Spatenstich für Erweiterung des Bollhagen-Gymnasiums
Der Enge entfliehen
„Das Haus verfügt über große, helle Klassenzimmer“, heißt es in der am Montag vom Kreis verteilten Pressemitteilung über den 1997 eröffneten Schulbau. Der Satz erstaunt. Sind es doch gerade die beengten Verhältnisse, weswegen in den nächsten eineinhalb Jahren auf 2 250 Quadratmetern ein zweigeschossiger Bau an das vorhandene Gebäude angedockt wird. Die elf dort entstehenden Klassenräume dienen nicht dazu, die Kapazität der Schule aufzustocken, sondern die Vorgaben vom Land zur Größe von Unterrichtsräumen einzuhalten. Von der Enge kann auch Schülersprecherin Leni Winkler ein (Klage-)Lied singen: „Vereinzelt gibt es bereits 30 Leute in einer Klasse. Da wird es schwierig, alle Stühle unterzubringen.“
„Als besonders ambitioniertes Ziel“ beschreibt der Landrat das Vorhaben, den Neubau bereits zum Schuljahresbeginn 2021/22 in Betrieb zu nehmen. Die 5,9 Millionen Euro seien gut investiertes Geld in eine wachsende Stadt, meint Weskamp und spart dabei die in und über Velten hinaus entstandenen Irritationen nicht aus, die das von Pro Velten initiierte Wohnungsbau-Moratorium ausgelöst hat. „Manche sind ja der Auffassung, dass man weniger planen sollte. Doch Velten wird so oder so wachsen“, kommentiert der Landrat den lokalpolitischen Beschluss.
Und weil der höchste Verwaltungsbeamte des Landkreises gerade einmal dabei ist, Kritik auszuteilen, bekommen davon auch diejenigen einen Happen ab, die für eine eigene Oberschule im benachbarten Oberkrämer kämpfen. „Wenn ich lese, dass der Einwohnerzuwachs dort vor allem in Marwitz stattfindet, dann ist es zu jedem anderen Ort ein weiterer Weg als nach Velten“, begründete Weskamp seine Weigerung, in Oberkrämer in den Bau einer weiterführenden Schule zu investieren. Die soll stattdessen zwischen 2021 und 2023 vis-à-vis des Bollhagen-Gymnasiums Richtung Rosa-Luxemburg-Straße entstehen, als neue Heimat für die Barbara-Zürner-Oberschule. Sollten dann die Plätze noch immer knapp sein, "haben wir ja noch das jetzige Gebäude der Zürner-Oberschule“, gibt sich der Landrat entspannt, was Veltens und Oberkrämers Schullandschaft anbelangt.
Auch das Gymnasium muss nicht seinen letzten Spatenstich erlebt haben. Mit Blick in Richtung Breite Straße weist Planerin Kathrin Kunath-Brüch vom Büro Brüch Kunath Architekten aus Birkenwerder darauf hin, dass „es noch mehr Erweiterungsmöglichkeiten gibt. Ein weiterer Verbindungsbau wäre ebenso möglich wie eine Sporthalle“.
Doch zurück zum Anlass des Tages: dem Spatenstich für den Erweiterungsbau. Der wird auf beiden Stockwerken durch einen Verbindungsgang direkt ans bestehende Gebäudes angeschlossen. Hier wird sich künftig auch der Haupteingang des Gymnasiums befinden. Ist der Erweiterungsbau offiziell eröffnet, wird das Altgebäude umgestaltet. Hier entstehen ein Kunstkabinett und zusätzliche Schülerarbeitsplätze.
Aus der jungen Geschichte der Schule
Das Geburtsjahr des Veltener Gymnasiums ist auf 1993 datiert. Vier Jahre später zog die Schule vom damaligen Standort an der Liebknecht-Straße (heute Kita Villa Regenbogen) in den Neubau um.
Den Namen der 2001 gestorbenen Marwitzer Keramikerin Hedwig Bollhagen erhielt die Schule im Jahr darauf. Derzeit lernen hier 466 Schülerinnen und Schüler.⇥rol

