Sperrung in Hennigsdorf: Nach Unwetter – Straße nach Berlin-Spandau weiter dicht

Die Straße von Hennigsdorf nach Berlin-Spandau bleibt auch am Wochenende nach dem Unwetter noch gesperrt.
P. Neumann- Unwetter in Hennigsdorf: Straße nach Berlin-Spandau bleibt gesperrt, Aufräumarbeiten laufen.
- Feuerwehr in Oberhavel rückte zu zahlreichen Einsätzen aus, Bäume entwurzelt, Straßen überflutet.
- Rathenaustraße: Baum stürzte auf Auto, 20 Fahrzeuge waren eingeschlossen.
- Buslinie X36 weiterhin unterbrochen, Schäden werden beseitigt.
- Sperrung betrifft Verbindung Nieder Neuendorf–Hennigsdorf.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Auch in Oberhavel kam es nach dem Unwetter am Donnerstagabend zu zahlreichen Einsätzen der Feuerwehren. Am Tag danach werden Schäden beseitigt. Es kann weiterhin zu Einschränkungen kommen.
Kurz, aber heftig. So könnte das Fazit des Unwetters sein. In ganz Oberhavel – vor allem offenbar im Südkreis – sind Äste heruntergefallen, wurden Bäume entwurzelt. In Germendorf war die Dorfstraße überflutet. Der Tierpark erlitt Schäden, hat aber heute normal geöffnet. Der Spargelhof Kremmen wurde kurzzeitig überschwemmt, die Feuerwehr im Mühlenbecker Land rückte zu rund 80 Einsätzen aus, die Wehren in Oranienburg zählten gut 100 Einsätze.
Gut 100 Einsätze in Oranienburg – Blitzeinschlag in Velten
Besonders betroffen vom Wetter waren in Oranienburg die Orte Friedrichsthal, Malz und Bernöwe, in denen es zu einer Vielzahl an Sturmschäden kam, teilte Innenstadt-Wehr aus Oranienburg am Freitag mit. „Mit rund 91 Einsatzkräften war die Feuerwehr Oranienburg etwa sieben Stunden im Dauereinsatz“, heißt es. Unabhängig von den Sturmschäden musste die Feuerwehr wegen eines Fahrradsturzes, eines Verkehrsunfalls auf der Autobahn sowie eines Brandalarms ausrücken.
Die Polizei unterstützte die Feuerwehren im Landkreis vorrangig bei der Absicherung von umgestürzten Bäumen auf den Straßen. Insgesamt kamen laut Polizeidirektion Nord 42 Mal Beamte zum Einsatz. Gegen 19 Uhr wurde in Velten ein Dachstuhlbrand in der Breite Straße gemeldet. Offenbar war ein Blitz eingeschlagen. Nur eine kleine Fläche (drei Quadratmeter) fing Feuer. Das Gebäude ist bewohnbar.
Hennigsdorf von Unwetter gezeichnet – Straße weiter gesperrt
Besonderer Ausnahmezustand herrschte in Hennigsdorf. Bis Freitag, 10 Uhr, rückte die Hennigsdorfer Feuerwehr mit 65 Feuerwehrkräften zu knapp 70 Einsätzen aus. Deren Zahl dürfte noch steigen, ist sich der stellvertretende Stadtwehrführer Karsten Janz sicher: „Wir werden noch das ganze Wochenende unterwegs sein.“
„Zwei Bäume und eine Baumkrone fielen im Sturm auf dem Waldfriedhof“, so Hennigsdorfs Stadtsprecherin Andrea Linne. „Deshalb bleibt der Waldfriedhof am bevorstehenden Wochenende geschlossen.“ Die Schäden seien in etwa so groß wie 2017 nach Xavier. Wälder sollten jetzt nicht betreten werden. „Vor allem Hundebesitzer sollten auch die Parks im Stadtgebiet meiden“, so Linne.
In der Rathenaustraße krachte ein Baum auf ein Auto, in Höhe Puschkin-Gymnasium und Schwimmhalle mussten beidseitig stark beschädigte Bäume gefällt werden. Den absoluten Schwerpunkt der Einsätze stellte und stellt Nieder Neuendorf dar, „und zwar vom Yachthafen bis zur Grenze zu Spandau“, so Janz.
Allein in Nieder Neuendorf mit Schwerpunkt Papenberge Richtung Ortsausgang nach Spandau seien 15 bis 20 Bäume entwurzelt worden, unter anderem „uralte Eichen“, so Janz. Die Bäume seien teilweise auf Autos gefallen, im gesamten Stadtgebiet von Hennigsdorf geht der Vize-Wehrführer von bis zu zehn beschädigten Fahrzeugen aus.
Laut Augenzeugen sollen am Abend rund 20 Fahrzeuge zwischen den herabgestürzten Bäumen auf der Spandauer Landstraße „eingesperrt“ gewesen sein. Janz bestätigt die eingekesselten Autos. Die Straße nach Spandau wurde gesperrt. Die Verbindung zwischen Nieder Neuendorf und Hennigsdorf bleibt auch am Wochenende nach dem Unwetter gesperrt, wie Stadtsprecherin Linne auf Nachfrage mitteilt.

In Hennigsdorf ist ein Baum auf ein Auto gekracht. Mehrere Autos im Stadtgebiet hat es erwischt.
P. NeumannDie Aufräumarbeiten wurden am Morgen wieder aufgenommen. Auf Berliner Seite müssen unter anderem angebrochene Äste in 30 Meter Höhe entfernt werden. Auch auf Nieder Neuendorfer Seite sei die Forst dabei, Sturmschäden zu beseitigen.
Das heißt: Die von OVG und BVG betriebene Buslinie X36 fährt nicht. Laut BVG verkehrt sie auf unbestimmte Zeit vom Bahnhof Spandau nur bis Haltestelle Papenberger Weg. Von dort über Nieder Neuendorf zum Bahnhof Hennigsdorf ist die Linienführung unterbrochen.
Das Fest zum 650-jährigen Jubiläum von Hennigsdorf wird laut Linne nicht beeinträchtigt. Es seien alle Bäume auf dem Festgelände kontrolliert worden. „Wir sind guter Dinge, dass das Fest wie geplant stattfinden kann.“ Die Eröffnung ist für heute, 17 Uhr, auf dem Platz vor dem Rathaus geplant.
S-Bahn-Verkehr lahmgelegt – Ersatzverkehr mit Bussen
Da sich eine der Sturmzellen direkt über Schulzendorf und Heiligensee aufhielt, ist der Tegeler Forst besonders betroffen. Durch diesen führt die S-Bahn S25 nach Hennigsdorf. Mit Stand Freitag, 16:45 Uhr, ist der S-Bahnverkehr zwischen Hennigsdorf und Tegel noch immer lahmgelegt. Es gibt einen Ersatzverkehr mit Bussen, der alle Bahnhöfe bedient.
Auch die S1 ist betroffen. Sie verkehrt nur zwischen Oranienburg und Birkenwerder sowie zwischen Schönholz und Wannsee. Zwischen Birkenwerder und Schönholz werden ebenfalls Busse eingesetzt. Die S8 verkehrt aus Berlin kommend nur bis Schönfließ. Zwischen Schönfließ und Birkenwerder fahren ebenfalls Ersatzbusse.
Laut der Deutschen Bahn ist der Zugverkehr auf der Linie RE6 (Prignitz-Express) zwischen Hennigsdorf und Berlin, mit Stand Freitag, 16:45 Uhr, bis 17:30 Uhr unterbrochen. Die Freigabe der Linie hatte sich über den Tag hinweg immer weiter nach hinten verschoben. Gleiches gilt für die Regionallinie RB55 von Hennigsdorf über Velten nach Kremmen, die aktuell bis Mitternacht ausfallen soll. Auch in der Folge sollen laut Bahn zumindest einzelne Verbindungen ausfallen.

Auch die Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg ist von den Auswirkungen des Unwetters betroffen.
SBG/SeferensSturmschäden hat auch die Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg zu beklagen, wie Stiftungssprecher Horst Seferens mitteilt. So wurde an der ehemaligen Häftlingswäscherei die Dachhaut aus Teerpappe vollständig heruntergerissen. Infolge des Starkregens sind große Mengen Wasser in das denkmalgeschützte historische Gebäude eingedrungen. Dabei wurde die 1961 aus Dreieckelementen gestaltete Saaldecke großflächig durchfeuchtet.
„Die wertvollen Originalexponate der aktuellen Werkstattausstellung, die im Foyer des Saales präsentiert wurde, sind glücklicherweise nicht in Mitleidenschaft gezogen worden und konnten inzwischen im Depot eingelagert werden“, so Seferens. Die Stiftung geht davon aus, dass die Schadenshöhe mindestens 100.000 Euro betragen werde.
Besucherinnen und Besucher befanden sich zum Zeitpunkt des Sturmes nicht mehr in der Gedenkstätte. Aufgrund der Sturmschäden sind derzeit große Bereiche der Gedenkstätte für den Besucherverkehr gesperrt.
