Stadler in Hennigsdorf
: Unternehmen eröffnet Halle für TÜV von Tram und Zügen

Ein Meilenstein für Stadler in Hennigsdorf: Das Unternehmen hat die erste Halle für die Inbetriebnahme von Zügen und Bahnen eröffnet, die in Berlin-Pankow gebaut werden. Was Stadler noch plant.
Von
Roland Becker
Hennigsdorf
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Stadler Hennigsdorf Eröffnung Inbetriebnahmewerk Juni 2026

Josef Köcher, Geschäftsführer von Stadler Deutschland (links), und Standortchef Jürgen Graba (Zweiter von links) begrüßten zur Eröffnung des Inbetriebnahmezentrums für Schienenfahrzeuge auch Hennigsdorf Bürgermeister Thomas Günther (rechts).

Stadt Hennigsdorf/Andrea Linne
  • Stadler eröffnet in Hennigsdorf die erste Halle des neuen Inbetriebnahmezentrums für Züge.
  • Die 183 Meter lange Halle hat drei Gleise – erstmals mit eigener Oberleitung in Deutschland.
  • Vorteile: Tests unter realer Spannung, feste Dacharbeitsstände und Mehrspannungsanlage.
  • In Hennigsdorf entstehen schrittweise 128 Arbeitsplätze, bislang lief die Abnahme in Velten.
  • Nächste Schritte: zwei weitere Hallen modernisieren, neue Gleisanlage mit Oberleitung ab 2027.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es ist gut zwei Jahre her, dass Stadler Rail Deutschland Hennigsdorf mit der Nachricht überraschte, auf dem Gelände der ehemaligen Fahrzeugwerke Miraustraße kräftig investieren zu wollen. 40 Millionen Euro sollen in ein neues Inbetriebnahmezentrum gesteckt werden. Am Donnerstag (4. Juni) konnte das Unternehmen mit Sitz in Bussnang (Schweiz) die erste Halle in Betrieb nehmen.

Dabei handelt es sich um eine 183 Meter lange Halle mit drei Gleisen, in der die neuen Züge an die Kunden übergeben werden. Zu den Besonderheiten des Gebäudes zählt laut der Firma, dass es die erste Stadler-Halle in Deutschland ist, die eine eigene Oberleitung besitzt. Deren Vorteile werden von Stadler so beschrieben: „Damit kann jeder Zug schon lange vor der ersten Fahrt im Freien unter realer Fahrleitungsspannung gestartet, geprüft und gemeinsam mit dem Kunden begutachtet werden.“

Einen weiteren Vorteil stellen feste Dacharbeitsstände dar, die Personal und Kundschaft ohne den Einsatz mobiler Bühnen direkt auf die Höhe des Wagendaches bringen. So können Stromabnehmer, Klima- und Bremsanlagen geprüft und vorgeführt werden. Eine sogenannte Mehrspannungsversorgungsanlage sorgt dafür, dass in Hennigsdorf Züge, U- und S-Bahnen sowie Trams unter den jeweiligen Spannungen des Landes geprüft werden können, in denen die Fahrzeuge später verkehren.

Stadler wird in Hennigsdorf zwei weitere Hallen modernisieren

Im Inbetriebnahmezentrum in Hennigsdorf, in dem schrittweise 128 Arbeitsplätze entstehen, werden in näherer Zukunft alle Züge und Bahnen auf Herz und Nieren geprüft, die im Werk in Berlin-Pankow gebaut werden. Bislang erfolgt das in Velten. Weil der dortige Standort aus allen Nähten platzt, wurde die Investition in Hennigsdorf nötig. Der Standort in der Ofenstadt soll künftig andere Aufgaben übernehmen.

In den kommenden beiden Jahren wird Stadler im Industriegebiet an der August-Conrad-Straße zwei weitere Hallen sanieren und teils erweitern. Noch in diesem Jahr beginnt die Modernisierung einer solchen Halle, die unter anderem eine Krananlage und Mittelgruben unter allen Gleisen erhält. In einem Anbau finden Büros für 14 Angestellte Platz.

Ab 2027 startet die Sanierung der Halle für die Inbetriebsetzung und Fertigstellung der Fahrzeuge. Zeitgleich wird mit dem Bau einer rund 750 Meter langen Gleisanlage samt Oberleitung auf dem Betriebsgelände begonnen.

Die Bedeutung des neuen Standorts unterstrich bei der Eröffnung Josef Köcher, Geschäftsführer von Stadler Deutschland: „Mit Hennigsdorf bauen wir einen unserer wichtigsten Standorte in Europa auf.“ Mit Blick auf das nahe gelegene Produktionswerk in Pankow wies er auf die Vorteile hin: „Kürzere Wege, schnellere Übergaben, mehr Kapazität für unsere Kunden.“

Stadler Hennigsdorf Eröffnung Inbetriebnahmewerk Juni 2026

Blick in die erste von Stadler in Betrieb genommene Halle des neuen Inbetriebnahmezentrums. Hier werden den Auftraggebern die Schienenfahrzeuge vorgeführt.

Stadt Hennigsdorf/Andrea Linne

„Mit Stadler bekommt diese Tradition einen weiteren wichtigen Impuls“, lobte Hennigsdorfs Bürgermeister Thomas Günther (SPD) bei der Einweihung mit Verweis darauf, dass der Bau von Schienenfahrzeugen seit mehr als einem Jahrhundert in der Stadt verankert ist.