Suchaktion: Keine Spur zur vermissten Rebecca in Hennigsdorf

Vergebliche Reise nach Hennigsdorf: Justin G. und Daniel S. (rechts) geben nach zwei Stunden die Suche auf.
Claudia Duda„Die Hoffnung führt uns her. Wir geben nicht auf“, erklären Justin G. aus Berlin–Tempelhof und Daniel S. aus der Nähe von Nürnberg. Sie sind sich an diesem Sonntag zum ersten Mal begegnet, vorher haben sie nur über das Internet kommuniziert. Gemeinsam marschieren sie durch das sonntägliche Hennigsdorf. Ziel ist ein Waldstück, wo sich angeblich Personen befinden sollen, die dort nicht hingehören. Das will Rebeccas Schwester Vivien gehört haben.
Der 18–jährige Justin ist mit der vermissten Rebecca zur Schule gegangen, er war ein paar Jahre über ihr. Daniel S. ist angeblich ein Freund der Familie. „Wir denken nicht, dass wir sie hier finden, sondern hoffen auf irgendwelche Hinweis“, sagt der 31–Jährige mit süddeutschem Dialekt. Weil sie sich nicht auskennen, helfen immer wieder einige der anwesenden Hennigsdorfer bei der Orientierung. Erst geht es am Konradsberg vorbei bis zu einem Waldstück hinter dem Friedhof. An einem Weiher durchkämmen die beiden den Boden. Sie halten Ausschau nach einer Decke, Schuhen oder einer Jacke.
Eine sechsköpfige Familie ist mit Kind und Kegel dabei. „Ich verfolge die Suche seit Wochen. Meine Tochter ist im Alter von Rebecca“, erklärt die 33–jährige Mutter. Es ist ein bisschen wie bei einer Schnitzeljagd.
Nach etwa anderthalb Stunden verlieren die jungen Männer die Lust. Die Enttäuschung ist ihnen ins Gesicht geschrieben. „Ich habe die Hoffnung, dass sie noch lebt“, betont der 18–jährige Justin. Er will weiter suchen. Doch hier in Hennigsdorf ist die Aktion erst einmal beendet. „Wir bedanken uns bei allen, die heute geholfen haben“, erklärt Daniel S. an die Meute. Dann gehen sie zum Bahnhof und verlassen Hennigsdorf — vermutlich kommen sie nicht wieder.