Auf ihrer Brandenburg-Tour macht die Volksinitiative „Verkehrswende Brandenburg jetzt!“ am Sonnabend Station auf dem Hennigsdorfer Havelplatz. Die Initiative setzt sich für kreisübergreifende Angebote im öffentlichen Verkehr und mit dem Rad ein. Dafür sollen am Sonnabend Unterschriften gesammelt werden. „Wer die Verkehrswende will, muss für gute Verbindungen mit Bus, Bahn und Fahrrad sorgen“, so der Ansatz der Volksinitiative. Doch noch immer endeten viele Busverbindungen und Radwege an den Kreisgrenzen.

Querungshilfe in Nieder Neuendorf

Die Hennigsdorfer Stadtverordnete Petra Röthke-Habeck und der Landtagsabgeordnete Clemens Rostock (beide Bündnis 90/Die Grünen) stehen für Fragen zu Verfügung. „Wir haben viele Radverkehrsthemen auf der Agenda“, sagt Petra Röthke-Habeck, die auch Co-Sprecherin des Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Oberhavel ist.
Nicht immer geht es dabei um kostspieligen Radwegebau. So sei beispielsweise eine Querungshilfe, etwa eine Mittelinsel oder Ampel, für Fußgänger und Radfahrer nördlich der 2018 erneuerten Straßenbrücke über den Havelkanal in Nieder Neuendorf dringend nötig, so Röthke-Habeck. Denn viele Radler kreuzten die Spandauer Allee Richtung Schönwalde, und sie müssten oft lange warten, da die Straße dort etwas hügelig verlaufe und schlecht einzusehen sei. „Das ist eine schwierige Stelle.“ Zudem sei die Straße für Lkw, die zum Gewerbegebiet Süd wollen, breit ausgelegt. Die Stadt Hennigsdorf habe eine Querungshilfe zwar auf dem Plan, zuständig für die Landesstraße 172 sei aber der Landesbetrieb Straßenwesen.

Mittelinsel für die Fontanestraße

„Eine andere Stelle ist die Ecke Fontanestraße/Schönwalder Straße. Aus dem Wohngebiet überqueren viele Menschen die Fontanestraße auf dem Weg zum Hort und zur Kita an der Schönwalder Straße“, sagt Röthke-Habeck. Die Fontanestraße werde zwar abschnittsweise umgebaut, aber beginnend im Norden, und es dauere noch Jahre bis zu einer Querungshilfe in der südlichen Fontanestraße, sofern es keine Zwischenlösung gebe. Ein weiterer Wunsch des VCD sind mehr Ladesäulen für Elektroautos.

Mehr Busse zwischen Hennigsdorf und Spandau

Für den Nahverkehrsplan Oberhavel werden Taktverdichtungen für den 809er und den 136er Bus, der Hennigsdorf mit Spandau verbindet, gefordert. „An der Kreisgrenze hören die Planungen auf. Das gilt sowohl für den öffentlichen Nahverkehr wie für Radwege“, sagt Clemens Rostock, verkehrspolitischer Sprecher seiner Fraktion. „Letztlich geht es darum, dass das Land die Schaffung von sinnvollen Verbindungen aktiver unterstützt, auch mit eigenem Radwegebau“, so der Landtagsabgeordnete. Es gebe zwar engagierte Gruppen wie den VCD, aber noch zu wenig Initiative auf der politischen Ebene.

Radschnellwege auch nach Brandenburg

Nach dem Beschluss im Juni sei die Landesregierung nun dabei, das Straßengesetz zu ändern, unter anderem sollen Radschnellwegeverbindungen aufgenommen werden. In Berlin sind bereits zehn solcher Schnellwege geplant. „Überall dort, wo die Radwege an der Stadtgrenze enden sollen, gibt es Diskussionen auf der Brandenburger Seite wie diese sinnvoll verlängert werden könnten.“, weiß Rostock. Einer endet in Heiligensee. Eine Verlängerung über die Landesgrenze nach Hennigsdorf und weiter Richtung Velten oder Kremmen würde sich doch anbieten.

Die Vertreterinnen und Vertreter der Volksinitiative „Verkehrswende Brandenburg – jetzt!“ und des VCD sind am Sonnabend, 5. September, ab 11 Uhr auf dem Hennigsdorfer Wochenmarkt am Havelplatz anzutreffen.