Wirtschaft: Veltens Exportschlager für die Unterwelt

Ein Blick in die Produktionshalle der BKP Berolina, in der die Schlauchliner produziert werden. Auf der Baustelle werden diese von Palette geholt, abgerollt und in einzelnen Schichten ins Kanalrohr eingebracht.
BKP BerolinaOb Kanada oder Kasachstan, ob Australien oder die Türkei, die Schlauchliner sind berühmt in aller Welt. Ein Großauftrag in Istanbul wird dafür sorgen, dass dort demnächst 115 Kilometer der Berolina-Liner verlegt werden. „Mehr, als wir je in Berlin in die Erde gebracht haben“, merkt Odenwald an.
Auf den ersten Blick wirkt die Geschichte der BKP, die 2012 von Staaken in die Ofenstadt zog, wie eine geradlinige Erfolgsstory. Doch der Mitgesellschafter hat auch turbulente Jahre hinter sich. Die Greiffenberger AG, die das Unternehmen 1998 gekauft hatte, geriet ab 2015 selbst in Schwierigkeiten und verkaufte die BKP Berolina 2016 an die sächsische T3 Holding. „Ohne den Eigentümerwechsel würde es die BKP heute nicht mehr geben“, ist sich Odenwald sicher.
Seither geht es wieder steil bergauf. Lagen die Jahresumsätze bis 2016 bei durchschnittlich 15 Millionen Euro, so wurde im vorigen Jahr die Grenze von 25 Millionen Euro nur knapp verfehlt. Diese Marke wird auch in diesem Jahr angepeilt. Die Stammmannschaft – gestartet wurde 2012 mit 59 Angestellten – ist mittlerweile auf 80 angewachsen. Vor sieben Jahren wurde mit zwei Produktionslinien begonnen, mittlerweile ist die fünfte in Planung. Vorgesehen ist auch der Bau einer Versandhalle.
Für die BKP Berolina steht und fällt der Erfolg mit dem Export. „80 Prozent unserer Produkte gehen ins Ausland“, berichtet Odenwald. Und deshalb bereite ihm die politische Entwicklung Sorge. „Eine Partei, die mit A anfängt, tut uns Deutschen im internationalen Geschäft nichts Gutes“, hat er bei Kundenbesuchen im Ausland immer wieder erfahren müssen.
Ein Problem plagt die BKP übrigens nicht. Im Gegensatz zu vielen Unternehmen leidet das Unternehmen nicht unter dem Fachkräftemangel. „Aktuell haben wir keine offenen Stellen zu besetzen“, heißt es in der Internetpräsenz.
Mit Plastikschüsseln gestartet
Vorgänger der BKP Berolina ist der 1959 gegründete VEB Plastverarbeitungswerk Staaken. Unter anderem wurden dort Haushaltswaren und Motorradhelme hergestellt. 1989 arbeiteten dort 1 000 Menschen.
Die Entwicklung des Berolina-Liner-Systems zur grabenlosen Rohrsanierung begann 1995. 1998 übernahm die Greiffenberger AG das Unternehmen, verkaufte es aber 2016 an die in Dresden beheimatete T3 Holding. ⇥rol