Zukunft der Sportanlage: Konkrete Pläne für Skateranlage vorgestellt
Konzentriert studieren Marlon und Dustin den Entwurf, welchen der von der Stadt Velten beauftragte Landschaftsarchitekt Steffen Hradil mit ins Bürgerhaus gebracht hat. „Man könnte noch ein Ballflugnetz aufbauen“, schlägt Marlon vor. „Denn häufig landen Bälle vom Spielplatz bei uns BMX-Fahrern“, berichtet der 17-Jährige aus Erfahrung. Celina und Paula finden, dass noch mehr Sitzgelegenheiten entstehen müssen. Steffen Hradil hört sich alle Wünsche an. „Wen sollte man befragen, wenn nicht die Jugendlichen selbst?“, so der Ingenieur, dessen Planungsbüro bereits ähnliche Anlagen in Neuruppin, Rheinsberg und Schwedt entworfen hat. Der Plan, über den diskutiert wurde, ist das Ergebnis des ersten Workshops zur Neugestaltung und Sanierung der Anlage im September. Damals, wie auch an diesem Wochenende, unterstützte Profi-Skater Christian Heise die Jugendlichen bei der Entwicklung neuer Ideen und brachte eigene Erfahrung ins Konzept ein. „Ich bin schon in vielen Skaterparks auf der ganzen Welt gefahren, zum Beispiel in den USA, Kanada und Frankreich“, sagt Heise.
Folgende Veränderungen sind bereits sicher: Der Asphaltboden wird durch Beton ersetzt. „Der ist glatter und trocknet nach feuchtem Wetter schneller“, erklärt Heise. Die „Mini-Ramp“ soll so erweitert werden, dass sie die doppelte Breite hat. Auch das sogenannte L-Quarter soll bleiben, aber weitere Schrägen bekommen. Das jetzige Podest soll ebenfalls vergrößert werden. Darin eingelassen ist künftig eine Skater-Bowl, also ein Becken, das mit Skateboards, Dirt-Bikes oder BMX-Rädern durchfahren werden kann. Ein Aufenthaltsbereich bietet Nicht-Skatern die Möglichkeit, die Anlage zum Entspannen zu nutzen und bei den waghalsigen Manövern zuzusehen. Treppen dienen entweder zum Hoch- und Runterlaufen oder – für Mutige – zum Springen.
Etwa 15 junge Veltener haben sich am Workshop beteiligt, um den Entwurf zu präzisieren. Auch Bürgermeisterin Ines Hübner (SPD) und Bauamtsleiter Berthold Zenner sowie Quartiersmanagerin Stephanie Marsch waren dabei, um fachliche Auskünfte zu geben. Viele der Jugendlichen sind von den Mitarbeitern des Jugendclubs Oase auf das Angebot aufmerksam gemacht und ins Bürgerhaus begleitet worden. „Was die Jugendlichen selbst mitgestalten dürfen, wissen sie später mehr zu schätzen“, sagt Yvonne Wilde. Berthold Zenner betont, dass die Beteiligung der späteren Nutzer wichtiger Bestandteil des Konzeptes ist. „Die Anlage soll von Jugendlichen aus der ganzen Stadt besucht werden, nicht nur von den Bewohnern des Gebiets Velten-Süd.“
Der Entwurf wird nun im Neuruppiner Planungsbüro Hradil soweit fertiggestellt, dass eine Kostenschätzung vorliegt. Dass das Projekt – geschätzte Kosten: rund eine halbe Million Euro – zum Großteil über das Bundes-Förderprogramm Soziale Stadt finanziert wird, sei sicher, so Zenner. Velten will in diesem Jahr den Bauantrag stellen und Ende 2019 mit den Ausschreibungen beginnen. Die 1 500 Quadratmeter große Anlage soll 2020 befahrbar sein.
Förderprogramm
■ Bereits zum dritten Mal seit 2001 fließt Geld aus dem Förderprogramm Soziale Stadt in die Neugestaltung des Quartiers Velten-Süd.
■ Das Wohngebiet ist in den 1080er-Jahren entstanden und war nach der Wende von Leerstand und schlechtem Image geprägt, dem durch Rückbau und Sanierung entgegengewirkt wurde.
■ Die Skateranlage wurde vor 18 Jahren gleichzeitig mit dem Abenteuerspielplatz errichtet. Für die Sanierung sind rund eine halbe Million Euro geplant – zwei Drittel als Fördermittel, ein Drittel als Eigenanteil der Stadt.⇥(wol)

