Angeln in Königs Wusterhausen: Was diese Frauen an dem typischen Männer-Hobby lieben

Sandra Gerike und Kim Knauerhase angeln am Krummensee bei Königs Wusterhausen. Die beiden Frauen klären über falsche Mythen zum Hobby Angeln auf.
Maria Häußler- Zwei Frauen aus Königs Wusterhausen berichten, warum sie angeln und was sie daran schätzen.
- Kim Knauerhase macht den Angelschein und sitzt im Vorstand der Angelfreunde ’47.
- Beide betonen Ruhe, Natur und Intuition – Fänge sind zweitrangig, Technik gilt teils als Schummeln.
- Mythen widerlegt: Leise sein ist nicht Pflicht, „Stippen“ zielt auf Friedfische.
- Hürden für Frauen: Ekel, Kosten, Wetter und Töten der Fische – Vereine bieten Unterstützung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wenn man Kim Knauerhase und Sandra Gerike aus Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) danach fragt, wie sie zum Angeln gekommen sind, sagen sie: „Durch die Männer“. Ihre Männer und Söhne waren zuerst im Verein Angelfreunde ‘47 Königs Wusterhausen im südlichen Speckgürtel von Berlin. So seien sie mit dem Angeln in Kontakt gekommen, erzählen die beiden Frauen.
Das perfekte Gegenbeispiel für das Vorurteil, Angeln sei Männersache, sind die beiden also nicht. Trotzdem zeigt das Gespräch am Krummensee vor dem Vereinsheim, wie sehr sie das Angeln genießen und was sie vielleicht anders als ihre Männer machen.
Die 30-jährige Kim Knauerhase macht gerade den Angelschein, engagiert sich aber bereits als Vorstandsmitglied im Verein Angelfreunde ‘47 Königs Wusterhausen. Sie bewegt ihre Hand wie einen besonders wendigen Fisch hin und her. Dabei erzählt sie, wie sie ihrem Mann einmal sagte, an welcher Stelle im See er den Köder ins Wasser halten soll. „Wie machst du das?“, habe er sie gefragt, als er einen Fisch nach dem anderen aus dem Wasser zog.
Frauen aus Königs Wusterhausen räumen mit Angel-Mythen auf
„Angeln hat viel mit Intuition zu tun“, sagt sie und lächelt. Sonargeräte für das Aufspüren von Fischen zu nutzen, sieht sie als „Schummeln“ an. Genau wie den „Forellenpuff“, ein kleiner See, in dem sehr viele Fische ausgesetzt werden. „Aber es ist gut, um Kindern ein Gefühl fürs Angeln zu geben, oder wenn man einfach schnell etwas zu essen braucht.“
Die Ruhe und die Natur stünden für sie beim Angeln im Fokus, sagt Knauerhase. „Ich muss nicht unbedingt was fangen.“ Die 46-jährige Sandra Gerike nickt. „Du entspannst“, sagt sie und knubbelt an dem Schlüssel in ihrer Hand. „Gerade, wenn du aus Berlin kommst.“ Mit 18 Jahren sei sie nach Berlin und vor etwa sieben Jahren dann nach Königs Wusterhausen gezogen. „Die Männer sind eher mal enttäuscht, wenn sie nichts fangen“, sagt sie. „Da kommt dann auch mal so ein Spruch, dass wir jetzt verhungert wären.“
Gerike baut ihre Angelrute zusammen. Sie steckt das Spitzenteil in das Handteil und entwirrt die Schnur, bevor sie zusammen mit Kim Knauerhase zum Ufer des Krummensees schlendert. Heute angeln die beiden nicht wirklich, sondern zeigen nur kurz, wie das geht.

Sandra Gerike entwirrt die Angelschnur. Am Krummensee in Mittenwalde bei Königs Wusterhausen angelt sie regelmäßig.
Maria Häußler„Ich fang’ immer nur Rotfedern“, sagt Sandra Gerike. Aber die würden ja auch schon ordentlich groß. Schnell fallen Worte, die Gerike und Knauerhase erst erklären müssen: „Stippen“ ist das Angeln mit einer einfachen, unberingten Rute. So fangen die Anglerinnen „Friedfisch“, der keine anderen Fische frisst. Dabei müssen sie im richtigen Moment reagieren. Dass man die Rute immer sehr ruhig halten muss und nicht reden darf, sei ein Mythos, so Gerike. Manche Fischarten mögen Bewegung sogar, und in angemessener Lautstärke Sprechen sei auch kein Problem.
„Ich lerne beim Angeln oft Leute kennen“, sagt Gerike. Spaziergänger fragen neugierig nach und im Verein sei sie sehr herzlich aufgenommen worden. „Das ist eine Gemeinschaft. Wie so ein kleines Dorf“, schwärmt Knauerhase. „Auch wenn du mal Hilfe brauchst. Die Liebe zur Natur und zum Angeln vereint uns.“ Die Männer behandelten sie genau wie alle anderen, sagt sie. Die gleichen Witze würden gerissen und auf dieselbe Art auf Fehler hingewiesen. „Da wird kein Blatt vor den Mund genommen“.
Verein aus Königs Wusterhausen ruft Frauen an die Angeln
Warum so wenig Frauen angeln, das erklären sich die beiden vor allem mit Ekel vor dem Fisch. „Es ist glitschig, du machst dich dreckig, manche Fische nennt man liebevoll Klodeckel – die stinken wirklich abartig“, sagt Knauerhase. „Einen Aal will ich auch nicht ausnehmen“, meint Gerike. „Der ringelt sich um deinen Arm.“ Man könne mit dem Zubehör und den Ködern zudem viel Geld „versenken“ und sollte „sehr naturverbunden“ sein, um Mücken, Zecken und dem Wetter zu trotzen.

Das Vereinsheim der Angelfreunde ‘47 Königs Wusterhausen ist neu gestaltet. Verschiedene Haken und Angeln hängen an der Wand.
Maria HäußlerAuch das Töten der Fische sei vermutlich ein Punkt. Knauerhase spricht von ihren eigenen Hemmungen. „Ich finde, wenn einem das leichtfällt, ein Tier zu töten, dann sollte man sich Gedanken machen“, sagt sie. „Da sollte man immer mit größtem Respekt rangehen.“
Für Knauerhase haben andere Dinge Priorität vor dem Angeln, wie sie sagt: Wenn zum Beispiel die Hühner oder der Hund versorgt werden müssen, lasse sie ihren Mann und den 12-jährigen Sohn gerne auch mal allein losziehen. Frauen, die sich fürs Angeln interessieren, würde sie raten, in einen Verein einzutreten. „Du musst nicht gleich Fische fangen und bist herzlich eingeladen, erst einmal über die Schulter zu schauen.“ Die anderen Angler stünden immer mit Rat und Tat zur Seite. „Einfach machen“, sagt Knauerhase.

