Apotheke in Bernau
: Was Patienten zum Streik wissen müssen

Wegen eines Streiks bleiben in Bernau und Umgebung die meisten Apotheken geschlossen. Wo und wann Patienten dennoch dringend nötige Medikamente bekommen.
Von
Britta Gallrein
Bernau
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Matthias Waldeck, Chef der „Apotheke am Steintor“ kämpft derzeit gegen die Medikamentenknappheit an.

Matthias Waldeck, Chef der "Apotheke am Steintor" kämpft derzeit gegen die Medikamentenknappheit an.

Matthias Waldeck, Chef der „Apotheke am Steintor“ in Bernau, ist mit seinem Team bei der Demo in Berlin dabei. Seine Apotheke bleibt wie die meisten in Bernau wegen des Streiks geschlossen.

Britta Gallrein
  • Am Montag, 23. März 2026, bleiben viele Apotheken in Bernau/Wandlitz geschlossen.
  • Notfall-Apotheken sichern die Versorgung; teils normal, teils über Klappe geöffnet.
  • Schnellsuche für Notdienste: Website der Landesapothekerkammer Brandenburg (PLZ eingeben).
  • Anlass: bundesweiter Streiktag, Demo in Berlin; Teilnahme freiwillig.
  • Forderung: Ende der chronischen Unterfinanzierung; Betriebskosten stark gestiegen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wer am Montag, 23. März 2026, Medikamente aus der Apotheke benötigt, sollte den Gang lieber verschieben. Viele Apotheken bleiben aufgrund eines Streiks an diesem Tag geschlossen. Auch in Bernau und Umgebung beteiligen sich viele an dem bundesweiten Streiktag.

Die gute Nachricht für Patienten: Sie müssen sich in dringenden Fällen keine Sorgen machen, beruhigt Matthias Waldeck. Der Inhaber der Apotheke am Steintor wird sich mit seinem Team ebenfalls an dem Streik beteiligen. Er weiß: „In Bernau sind fast alle Apotheken dabei, genau wie in Wandlitz.“ Wer aber dringenden Medikamentenbedarf habe, der könne sich an die Notfall-Apotheken wenden. „Die werden auf jeden Fall geöffnet bleiben.“

Das bestätigt auch Mathias Braband-Trabandt, Sprecher des Apothekerverbandes Brandenburg. „Die Not-Apotheken werden die Versorgung sicherstellen.“ Diese hätten je nach Einrichtung normal geöffnet oder böten eine Versorgung über eine Klappe an.

Schnellsuche für Not-Apotheken in Bernau

Sein Tipp: Auf der Internetseite der Landesapothekerkammer Brandenburg findet man eine Schnellsuche der Apothekennotdienste. Dort müssen Patienten lediglich ihre Postleitzahl eingeben und es erscheint eine Liste der Apotheken, die in diesem Bereich den Notdienst übernommen haben. Auch die Öffnungszeiten sind dort angegeben.

Welche Apotheken sich an dem Streik beteiligen werden, kann der Sprecher nicht genau sagen. „Wir haben alle aufgerufen, mitzumachen und sich der Demo in Berlin anzuschließen.“ Eine Verpflichtung gebe es aber nicht.

Streik gegen chronische Unterfinanzierung der Apotheken

Aufgerufen zu dem Protesttag hat die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), die zentrale Kundgebungen in Berlin, Düsseldorf, Hannover und München plant. Damit will sie auf die existenzbedrohte Lage der Apotheken in Deutschland aufmerksam machen, die chronisch unterfinanziert seien.

Seit 13 Jahren sei das Honorar bei der Abgabe rezeptpflichtiger Medikamente nicht mehr angepasst worden. Gleichzeitig seien die Betriebskosten, vor allem die Löhne für das Personal, massiv gestiegen. Diese chronische Unterfinanzierung habe dazu geführt, dass bundesweit fast jede fünfte Apotheke für immer schließen musste.

Apothekensterben führt zu weiteren Wegen für Patienten

„Seit Jahren wurde versprochen, dass wir als Apotheken eine Erhöhung bekommen. Es geht dabei nicht nur um mich als Inhaber, sondern um die Mitarbeiter, die sich seit Jahren mit Nullrunden bei den Gehaltsrunden zufrieden geben müssen“, erklärt auch der Bernauer Apotheker Matthias Waldeck. „Meine Kosten sind um 40 bis 50 Prozent gestiegen, aber ich bekomme das gleiche Geld wie vor 20 Jahren.“

Apothekerin Sabine Wermke vor dem neuen Abholautomaten, mit dem Kunden ihre Medikamente künftig auch außerhalb der Öffnungszeiten der Wandltzer Linden Apotheke abholen können.

Apothekerin Sabine Wermke ist mit dem Team der Linden Apotheke in Wandlitz ebenfalls beim Streik in Berlin dabei.

Britta Gallrein

Das sieht auch seine Kollegin Sabine Wermke aus der Wandlitzer Linden-Apotheke so, die ebenfalls am Montag geschlossen bleibt. „Der Entwurf der im Dezember vom Bundeskabinett beschlossenen Apothekenreform zeigt zwar Ansätze von Wertschätzung für unseren Heilberuf. Allerdings wird das größte Problem der Apotheken komplett ausgeklammert: Denn die vorgesehene Reform lässt die chronische Unterfinanzierung der Apotheken völlig offen.“ Dies führe zum Apothekensterben, das am Endewe itere Wege und weniger Versorgungssicherheit für die Menschen im Land bedeute. „Wir sind kein Kostenfaktor, sondern Stabilisatoren der Daseinsvorsorge“, betont die Wandlitzer Apothekerin.