Arzt in Königs Wusterhausen
: Völlerei an Weihnachten, ungesund für den Darm?

Henrik Buchholz, Chefarzt für Gastroenterologie am Klinikum Dahme-Spreewald Achenbach-Krankenhaus von Königs Wusterhausen, klärt auf, wie sich das Weihnachtsessen auf den Darm ausübt und gibt Tipps.
Von
Marlene Wetzel
Königs Wusterhausen
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Seit Juli 2025 ist Hendrik Buchholz Chefarzt der Gastroenterologie im Achenbach Krankenhaus, Klinikum Dahme-Spreewald.

Seit Juli 2025 ist Hendrik Buchholz Chefarzt der Gastroenterologie im Achenbach Krankenhaus, Klinikum Dahme-Spreewald. Er spricht darüber, ob das viele Essen an Weihnachten dem Darm schadet.

Marlene Wetzel
  • Henrik Buchholz, Chefarzt der Gastroenterologie, gibt Tipps für einen gesunden Darm in der Weihnachtszeit.
  • Vielseitige Ernährung mit Obst, Gemüse und Fleisch stärkt das Mikrobiom und fördert die Darmgesundheit.
  • Bewegung und maßvolles Essen sind wichtig – große Mahlzeiten und spätes Essen belasten den Körper.
  • Fastenzeit einmal im Jahr kann helfen, den Körper zu regenerieren und zu entgiften.
  • Strukturierte Ernährungsberatung unterstützt, um passende Ernährung und Defizite zu erkennen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Gans und Glühwein und Langos und Eierpunsch und Stollen und Churros: Die Weihnachtszeit verlangt dem Darm einiges ab. Henrik Buchholz, Chefarzt der Gastroenterologie im Klinikum Dahme-Spreewald Achenbach-Krankenhaus, Klinikum Dahme-Spreewald erklärt im Interview, wie ungesund das wirklich ist und wie der Darm dafür gestärkt werden kann.

Herr Buchholz, Weihnachten ist wie eine Olympiade für den Darm: Höchstleistungssport. Wie kann ich ihn für fit fürs Rennen machen?
Der Darm lebt davon, dass er sehr unterschiedliche Nahrung bekommt. Deswegen ist Fastfood ja auch so ungesund, weil es hochenergetische Stoffe sind, die mit ganz wenig Diversität in den Darm hineinkommen, ihm eigentlich keine großartigen Aufgaben geben. Das ist langweilig für den Darm. Der will viel arbeiten. Der möchte gerne unterschiedlichste Gemüse- und Obstsorten haben, auch gerne mal Fleisch. Dadurch wird das Mikrobiom diverser und je diverser es ist, desto gesünder sind wir in aller Regel auch.

Was kann ich sonst noch tun? Helfen zum Beispiel Darmreinigungen?
Das kann man so nicht pauschalisieren. Es gibt nicht das eine Heilmittel, das für alle passt und dazu führt, dass man sich grundsätzlich besser fühlt. Ernährung hat zum Teil einen sehr langsamen Einfluss. Wenn Sie eine Woche lang eine Saftkur machen, fühlen Sie sich danach nicht automatisch gleich besser. Genauso wichtig ist Bewegung. Sie können sich noch so gut ernähren, wenn der Körper einfach sonst nicht in Bewegung kommt, werden Sie die positiven Effekte viel weniger spüren. Wenn man etwas ändern möchte, sollte man Dinge ausprobieren und schauen, was passt zu meinem Lebensstil, was passt zu mir und was tut mir gut.

Und wie finde ich das raus, was zu mir passt?
Es gibt natürlich tausende Sachen, die man mal machen kann. Aber am günstigsten ist es, wenn man eine strukturierte Ernährungsberatung macht, wo man an die Hand genommen wird und gemeinsam schaut, was man mag und wo man Defizite ausgleichen kann.

Wäre das etwas, was ich in einem Blutbild auch erkennen kann?
Nur, wenn es schon zu spät ist. Nur bei sehr starken Dysbalancen erkennt man das auch im Blutbild beziehungsweise im Eiweißhaushalt. Doch dann ist der Punkt eigentlich schon überschritten. Wenn ich erstmal eine Blutarmut habe aufgrund von Mangelernährung oder Eiweißmangel mit Flüssigkeitseinlagerungen, dann ist schon Krankenhausmedizin notwendig in den meisten Fällen.

Wie sollte ich mich denn jetzt in der Weihnachtszeit ernähren?
Wichtig ist, dass man vor allen Dingen auf sein Sättigungsgefühl hört und nicht nochmal zwei Löffel mehr isst, als man eigentlich Appetit hat. Durch die häufig größeren Mahlzeiten und durch die höhere Frequenz an Mahlzeiten überfordert man den Körper. Für mögliche Akuterkrankungen hat das eine Folge, aber wenn man nicht schon vorher krank ist, sollte man das ganz gut wegstecken. Es geht vielmehr darum, was man an den anderen 360 Tagen im Jahr macht, als jetzt zu den Festtagen an sich. Wichtig ist dennoch, reichlich zu trinken und ausreichend früh, zirka vier Stunden vor dem Zu-Bett-Gehen aufzuhören zu essen.

Das heißt, das typische Weihnachtsessen am Abend ist eigentlich nicht gut?
Nicht gut für den Schlaf, nicht gut für unsere Regeneration, nicht gut für unseren Körper. Der muss dann eben noch verdauen, obwohl er schon in ganz anderen Sphären ist und sich regenerieren möchte. Man sollte auch Spaziergänge, Bewegung einbauen, weil dann die Verdauung leichter geht. Der Körper bleibt aktiviert und verbrennt auch gleich einen Teil vom Essen, muss es nicht erst einbauen. Wenn so hohe Kalorienmengen kommen, werden die ja immer in unsere Depots gebracht.

Und wie sehr beansprucht der Wechsel zwischen herzhaft und süß den Darm?
Meines Wissens wird er dadurch nicht beansprucht. Für den Blutzuckerspiegel ist es auf jeden Fall immer sinnvoll zu versuchen, sehr energiedichte und leicht aufnehmbare Speisen zu vermeiden.

Viele Leute fasten ja Anfang des Jahres. Würden Sie sagen, dass das sinnvoll ist?
Also unabhängig von Weihnachten, ist es sinnvoll einmal im Jahr so eine Fastenzeit einzubauen, um sich zu regenerieren, um zu entgiften – um seinem Körper was Gutes zu tun. Für die Leute, die sonst keine kardiovaskulären Risikoerkrankungen haben, die nicht schwanger sind, die also nicht zu Menschen gehören, die beim Fasten Probleme kriegen können, ist es eine sehr gesunde Sache.