Arzt in Königs Wusterhausen
: Welcher Hausarzt noch Patienten aufnimmt

Einen Hausarzt in Königs Wusterhausen zu finden, ist nicht ganz leicht. Wo Patienten fündig werden.
Von
Marlene Wetzel
Königs Wusterhausen
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Eine Frau checkt, welche Ärzte im Ärzteeck in Königs Wusterhausen praktizieren. Auch eine Hausärztin hat hier ihre Praxis.

Marlene Wetzel
  • KW: Hausärzte oft mit Aufnahmestopp; Versorgung bei 93,1 % (KVBB).
  • Schönefeld-Wildau: Versorgung 73,7 %; 12 neue Praxen möglich.
  • Einige nehmen auf: Beckel/Jablonski (bedingt), MVZ Achenbach (Weber, Bartel).
  • Viele stoppen: Ludwig, Engelstädter, Frohme, Sommer, N. Hansche, S. Hansche, Radke.
  • Tipp: Krankenkasse kontaktieren; Akutsprechstunden meist verfügbar.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wer in Königs Wusterhausen einen Hausarzt oder -ärztin sucht, wird in der Regel nicht sofort fündig. Bei zahlreichen Hausärzten herrscht Aufnahmestopp. Mal heißt es am Telefon, man nehme gar keine neuen Patienten mehr oder nur in Ausnahmefällen. Mal werden nur neu Zugezogene akzeptiert und mal nur Erkrankte aus dem jeweiligen Ortsteil. Nicht selten wird auf andere Allgemeinmediziner verwiesen, wo das Spiel von vorne beginnt.

Auch nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) fehlen im Planungsbereich Königs Wusterhausen Allgemeinmediziner. Die Stadt hat einen Versorgungsgrad von 93,1 Prozent. Bei einem Wert von 100 Prozent wäre rechnerisch ein bedarfsgerechtes Verhältnis von Patienten und Ärzten gegeben. Nach den Vorgaben der Bedarfsplanung wären weitere achteinhalb Niederlassungen möglich, wobei ein Arzt nach diesen Vorgaben theoretisch 1.498 Menschen versorgen kann.

Im Planungsbereich Schönefeld-Wildau liegt der Versorgungsgrad von Hausärzten sogar nur bei 73,7 Prozent. Hier könnten 12 Allgemeinmediziner eine neue Praxis öffnen und jeweils 1.614 Patienten behandeln. In Regionen mit jüngerer Bevölkerung ist diese Zahl höher, mit älterer Bevölkerung niedriger, da die Menschen behandlungsintensiver sind, erklärt Christian Wehry von der KVBB.

Diese Hausärzte in KW nehmen Patienten auf, diese nicht

Dr. Melanie Ludwig in der Undinestraße 32 nimmt seit über einem Jahr keine Patienten mehr auf, teilt eine Mitarbeiterin mit. Wenn Patienten mehrmals nachfragen, würden aber Ausnahmen gemacht.

In der Praxis von Dr. Christoph Beckel  und Dr. Franziska Jablonski in der Rosa-Luxemburg-Straße 20 heißt es: „Ja, wir nehmen noch Patienten auf, aber nur, wenn sie nicht versorgt sind, also wenn sie 18 geworden sind oder neu nach Königs Wusterhausen gezogen sind.“ Unzufriedenheit mit dem aktuellen Hausarzt sei kein Grund, jemanden aufzunehmen.

Hausarzt Witalij Kurmann, der seine Praxis in der Zeesener Karl-Liebknecht-Str. 55 hat, sagt, er sei voll, nachdem in den letzten Jahren mehrere Praxen in der Nähe geschlossen hätten. Zeesener nehme er meistens trotzdem und auch in Akutfällen mache er eine Ausnahme. Aber da er im Durchschnitt 1.200 bis 1.400 Patienten pro Quartal behandle, seien seine Kapazitäten für neue Patienten begrenzt.

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Im Planungsbereich Königs Wusterhausen gibt es aktuell 46,75 allgemeinmedizinische Zulassungen, in Schönefeld-Wildau 27,25. Weil auch halbe Zulassungen möglich sind, ergeben sich ungerade Zahlen. „MB“ bedeutet „Mittelbereich“ und meint kleinräumige regionale Planungs- und Versorgungsgebiete, mit denen die KVBB kalkuliert.

Marlene Wetzel

In der Praxis von Dr. Ira Engelstädter am Schloßplatz 8 herrscht laut einer Mitarbeiterin „absoluter Patientenstopp“. Ende 2025 hätten sie noch Patienten aufgenommen, doch damit sei jetzt Schluss. Wer keinen Arzt oder keine Ärztin finde, solle sich an seine Krankenkasse wenden, die unterstütze, rät die Mitarbeiterin.

Denselben Tipp gibt eine Mitarbeiterin des medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) „Praxis der Internistinnen im Zentrum“ in der Friedrich-Engels-Strasse 23b, wo gleichfalls Patientenaufnahmestopp herrscht.

Auf der Website von Dr. Sonja Frohme mit Praxis in der Karl-Marx-Straße 5 steht, es würden keine Patienten mehr aufgenommen werden. Dasselbe gibt auch eine Mitarbeiterin bekannt.

Gleiches gilt für die Praxis von Dr. Franziska Sommer am Fontaneplatz 10a: Hier werden seit etwa einem halben Jahr keine Patienten mehr aufgenommen, sagt eine Mitarbeiterin.

Auch eine Mitarbeiterin von Dr. Neithard Hansche am Fontaneplatz 10a erklärt, keine Patienten mehr aufzunehmen. Und zwar seit zwei bis drei Jahren schon nicht mehr. Ausnahmen würden sie nur bei Angehörigen machen.

In der Praxis von Dr. Stephan Hansche in der Scheederstraße 1c wird ebenfalls seit ungefähr einem halben Jahr niemand mehr aufgenommen.

Die Praxis von Dr. Heidrun Radke in der Johannes-R.-Becher-Straße 24 nimmt nach Auskunft einer Mitarbeiterin seit anderthalb Jahren keine Patienten mehr, „es wird sonst alles zu viel.“ Die Ärztin betreue schon zehn Seniorenheime und biete Palliativmedizin an. Allgemeinmedizin mache den geringsten Teil ihrer Arbeit aus.

Patientenaufnahme bei Hausarzt hängt von Praxisstrukturen ab

Dr. Bettina C. Hoffmann, die ihre Praxis im Ärzteeck in der Eichenallee 4 hat, meint, sie könne nicht pauschal sagen, ob sie noch Patienten aufnehme oder nicht. Vielmehr hänge diese Entscheidung von verschiedenen Faktoren ab, etwa von praxisinternen Strukturen sowie von der individuellen Situation eines potenziellen Patienten. Insgesamt nehme sie gerade eher weniger Erkrankte auf, das könne sich aber wieder ändern.

In der Praxis von Bernhard Melow im Grünen Weg 18/19 in Senzig sowie in der Praxis von Dr. René Thiemer in der Dorfstraße 10 in Wernsdorf und in der Hausarztpraxis Niederlehme in der Friedrich-Ebert-Straße 20-21 wurde niemand erreicht.

Im medizinischen Versorgungszentrum Dahme-Spreewald am Achenbach-Krankenhaus (MVZ) behandeln zwei Allgemeinmediziner: Dr. Teresa Weber und Dr. Johannes Bartel. Hier werden noch Patienten aufgenommen.

Fast alle Praxen bieten Akutsprechstunden an. Trotz Anfrage, dass die Ärzte die Auskünfte ihrer Mitarbeiterinnen bestätigen mögen, gab es keine Rückmeldung von Dr. Melanie Ludwig, Dr. Christoph Beckel und Dr. Franziska Jablonski, Dr. Ira Engelstädter, Dr. Sonja Frohme, Dr. Franziska Sommer, Dr. Neithard Hansche, Dr. Stephan Hansche und Dr. Heidrun Radke. Danach müssen die Aussagen der Mitarbeiterinnen nicht den Planungen der Ärzte selbst entsprechen.