„Beats for Peace“ in KW 2025
: Anschlagsgefahr – Parade fällt aus, die Party auch?

Die „Beats for Peace“ Techno-Parade durch Königs Wusterhausen findet 2025 nicht statt. Das sagt der Veranstalter zu den Gründen – und was sonst für den 3. Mai geplant ist.
Von
Maria Häußler
Königs Wusterhausen
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Im letzten Jahr kamen etwa 2500 Menschen zur Beats for Peace Parade in Königs Wusterhausen. Florian Sikorski legte auf einem der Trucks auf (links).

2024 kamen etwa 2500 Menschen zur „Beats for Peace“-Parade in Königs Wusterhausen. DJ und Mitorganisator Florian Sikorski legte auf einem der Trucks auf (links).

Fabian Prüfer/Fábio & Jules
  • „Beats for Peace“-Parade in Königs Wusterhausen 2025 abgesagt wegen Sicherheitsbedenken.
  • Veranstalterin Katja Flügel nennt erhöhte Sicherheitsanforderungen als Grund.
  • Stattdessen größere, familienfreundliche Aftershowparty auf dem Funkerberg am 3. Mai.
  • Einnahmen des Festivals zugunsten krebskranker Kinder; DJs verzichten auf ihre Gage.
  • Techno-Paraden in Berlin weiter geplant, dort erfahrene Behörden und bessere Infrastruktur.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Autos, die in Menschenmengen rasen und Messerangriffe: Kurz vor der Bundestagswahl im Februar gab es mehrere Anschläge in Deutschland. Das hat Folgen: Die „Beats for Peace“-Parade in Königs Wusterhausen findet in diesem Jahr nicht statt. Tausende Menschen, die beim Feiern durch die Straßen ziehen – das macht Taschenkontrollen und auch die Abgrenzung gegen Pkw schwierig.

„Wir haben die Parade aus Sicherheitsgründen abgesagt“, sagt Veranstalterin Katja Flügel. Die Sicherheitsanforderungen seien im Vergleich zum Vorjahr, als rund 2500 Menschen durch KE zogen, deutlich gestiegen. „In Anbetracht der aktuellen Lage in Deutschland war es uns nicht möglich, die Parade mit gutem Gewissen abzusichern.“ Dafür haben die Veranstalter die geplante Aftershowparty auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen vergrößert und familienfreundlicher gestaltet. Am 3. Mai geht es bereits um 14 Uhr los.

Parade in Königs Wusterhausen: Veranstalterin haftbar

Tatsächlich richteten sich einige der jüngsten Anschläge in Deutschland gegen Veranstaltungen, die durchaus mit einer Techno-Parade vergleichbar sind. Im August 2024 stach in Solingen ein Mann bei einem Stadtfest wahllos mit einem Messer auf Besucher ein. Im Dezember 2024 steuerte ein Mann einen PKW auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt. Im Februar 2025 fuhr in München ein 24-Jähriger mit dem Auto in eine Gewerkschaftsdemo.

DJ und Mitorganisator Florian Sikorski sagt: „Die Absage war eine schwere Entscheidung für uns. Doch Katja hätte im schlimmsten Fall sogar persönlich haften müssen. Das Risiko war schlicht zu hoch.“ Nun freue er sich aber umso mehr auf die Party auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen. „Das Festival ist sicher und findet tagsüber statt.

Es wird vier Bühnen geben, ein starkes Line-up und vor allem ein klares Ziel: Feiern für den guten Zweck“, sagt er. Die Einnahmen würden diesmal an Projekte gespendet, die krebskranke Kinder und deren Familien unterstützen, erklärt Sikorski. „Die DJs verzichten auf ihre Gage“, sagt er.

Deshalb sind Techno-Paraden in Berlin weiterhin geplant

Wenn es tatsächlich so schwierig ist angesichts der Sicherheitslage Paraden zu veranstalten, stellt sich die Frage, ob das in Berlin auch zutrifft und Veranstaltungen abgesagt werden müssen. Bislang scheint dem nicht so. Im Frühjahr und Sommer sind dort aktuell wieder Karneval der Kulturen, Rave the Planet, Zug der Liebe und der Christopher Street Day geplant. Zudem gibt es auch immer wieder Demonstrationen mit Trucks, die Musik spielen, wie zum Beispiel die gegen den Ausbau der Autobahn.

Die Love-Parade, der Vorgänger von Rave The Planet, diente als Vorbild für die „Beats for Peace“-Parade. „Die Behörden in Berlin sind sehr erfahren im Umgang mit solchen Großveranstaltungen“, erklärt Sikorski. „Es gibt dort eine ganz andere Infrastruktur und ein ganz anderes Maß an Routine.“

Sie hätten sich aufrichtig bemüht, die Veranstaltung aber so nicht verantworten können. „Aber unsere Botschaft bleibt“, sagt er. „Wir feiern gemeinsam für das Gute, für Frieden, Gleichberechtigung und Menschlichkeit. Und wir machen weiter. Vielleicht leiser auf der Straße – dafür umso lauter auf dem Funkerberg.“