Streik: Verdi ruft zu Warnstreiks im Nahverkehr für Montag auf

Busse blockieren während eines Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) auf dem Betriebshof Lichtenberg im Februar 2025 die Ausfahrt.
Soeren Stache/dpa- Verdi ruft für Montag ganztägigen Warnstreik bei der BVG aus: Bus, Tram, U-Bahn.
- Fahrgäste müssen mit Stillstand rechnen; nur die S-Bahn ist nicht betroffen.
- Verdi kritisiert BVG wegen „Blockadehaltung“; fordert bessere Arbeitsbedingungen.
- BVG nennt Streik „unverhältnismäßig“ wegen Eisregen und eingefrorener Oberleitungen.
- Thema: Manteltarifvertrag; u. a. mehr Urlaub, 11 Std. Ruhezeit, längere Wendezeit.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Fahrgäste in zahlreichen deutschen Städten müssen sich am Montag (2. Februar 2026) auf erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat im Rahmen von parallel laufenden Tarifverhandlungen für den Tag in fast allen Bundesländern - unter anderem auch in Berlin und Brandenburg - zu Warnstreiks bei kommunalen Verkehrsunternehmen aufgerufen. Es sei davon auszugehen, dass in den betroffenen Betrieben der Verkehr zum Erliegen komme.
So soll bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) der Tram-, Bus- und U-Bahnverkehr ganztägig bestreikt werden, teilte die Gewerkschaft mit. Fahrgäste müssen sich wie bei vorigen Runden darauf einstellen, dass der gesamte Nahverkehr zum Erliegen kommt. Lediglich die Berliner S-Bahn ist nicht betroffen. Sie wird von der Deutschen Bahn betrieben.
Die Gewerkschaft wirft der Arbeitgeberseite in den laufenden Verhandlungen eine Blockadehaltung vor. „Der BVG-Vorstand verweigert jede ernsthafte Auseinandersetzung mit der Realität der Beschäftigten“, teilte Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt mit. „Dabei sind gute Arbeitsbedingungen, unter denen die Kolleg*innen ihren Beruf auch langfristig ausüben können, zentral, um Beschäftigte im Unternehmen zu halten.“ Auch in anderen Bundesländern soll es zu Arbeitskämpfen kommen.
Weitere Einschränkungen für BVG-Fahrgäste
Der Warnstreik der Gewerkschaft bringt weitere Einschränkungen für Fahrgäste, die bereits seit Tagen erhebliche Beeinträchtigungen im Tramverkehr hinnehmen mussten. Grund dafür sind keine Arbeitskämpfe, sondern zugefrorene Oberleitungen infolge von Eisregen.
Die BVG reagierte mit Unverständnis auf den Warnstreik und kritisierte eine „unverhältnismäßige Eskalation“. „Angesichts der aktuellen Extremwetterlage und der weiterhin bestehenden Herausforderungen, insbesondere im Straßenbahnbetrieb, gefährdet die stundenlange Arbeitsniederlegung den Tramverkehr in Berlin erneut“, teilte das Unternehmen mit.
„Die BVG appelliert an die Gewerkschaft, den Streikaufruf für Berlin in der aktuellen Ausnahmesituation zurückzunehmen und Lösungen am Verhandlungstisch zu finden.“
Verdi: Kein Ergebnis nach zwei Verhandlungsrunden
Zwei Gesprächsrunden zwischen den beiden Tarifparteien sind bisher ohne Ergebnis geblieben. Verdi verhandelt derzeit parallel in allen 16 Bundesländern mit den Verkehrsunternehmen. Während sich die Tarifrunde im vergangenen Jahr um mehr Geld drehte, geht es dieses Mal in den meisten Ländern um den sogenannten Manteltarifvertrag, so auch in Berlin. Dieser regelt vor allem die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten.
Verdi fordert unter anderem mehr Urlaubstage für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, eine Mindestruhezeit zwischen den Schichten von elf Stunden sowie mehr Urlaubsgeld mit Umwandlungsmöglichkeit in freie Tage. Außerdem will die Gewerkschaft eine Erhöhung der sogenannten Wendezeit auf sechs Minuten ohne Ausnahme. Das betrifft die Zeit, die Fahrerinnen und Fahrer an einer Endhaltestelle haben, bevor sie wieder in die Gegenrichtung aufbrechen.
Der BVG zufolge hat die Gewerkschaft in der ersten Runde ihren Forderungskatalog noch einmal ausgeweitet. Darin enthalten sei auch eine 35-Stunden-Woche, die die Gewerkschaft durchsetzen wolle. Verdi selbst hatte sich bisher nicht dazu geäußert.
Vom Streik betroffen sind folgende Unternehmen:
- Uckermärkische Verkehrsgesellschaft mbH
- Barnimer Busgesellschaft mbH
- Stadtverkehrsgesellschaft mbH Frankfurt (Oder)
- Busverkehr Oder-Spree GmbH
- mobus Märkisch-Oderland Bus GmbH
- Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn GmbH
- Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft mbH
- Verkehrsbetriebe Brandenburg a.d.H. GmbH (VBBr)
- ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH
- regiobus Potsdam Mittelmark GmbH
- Havelbus Verkehrsgesellschaft mbH
- Verkehrsgesellschaft Teltow Fläming mbH
- Cottbusverkehr GmbH
- Spree-Neiße Cottbusverkehr GmbH
- Regionale Verkehrsgesellschaft Dahme Spreewald mbH
- Verkehrsgesellschaft Oberspreewald-Lausitz mbH

