Drohne am Flughafen BER: Flieger landen nachts - Umleitungen bis nach Kopenhagen

Der Flughafen BER in der Nacht. Nach einer Drohnensichtung ging erst mal nichts mehr in Schönefeld. (Symbolbild)
Jörg Carstensen/dpa- Drohnensichtung am Flughafen BER führt am 31.10. abends zu Flugumleitungen und Verspätungen.
- 16 Flüge konnten nicht landen, u. a. wurden Maschinen nach Dresden, Hamburg und Kopenhagen umgeleitet.
- Ausnahmegenehmigung für Nachtflüge bis 2 Uhr von der Luftfahrtbehörde genehmigt, 6 Landungen nach Mitternacht.
- Normalbetrieb am Samstagmorgen wiederhergestellt.
- Vergleichbare Ausnahme gab es zuletzt nach der Fußball-EM am 14. Juli 2024 in Berlin.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am Freitagabend (31.10.) entdeckt ein Passant eine fliegende Drohne über Schönefeld. Daraufhin kommt am Flughafen Berlin einiges durcheinander. Abflüge verspäten sich oder werden ganz gestrichen, Flugzeuge im Anflug auf den BER werden in andere Städte umgeleitet.
Flughafensprecher Axel Schmidt erklärt, was passiert ist, nachdem Gefahr durch eine Drohne vermutet wurde: „Nach der Sichtung hat ein Passant die Polizei alarmiert, die hat dann unsere Flugsicherheit informiert und unsere Verkehrsleitstelle hat dann direkt entschieden, den Flugbetrieb zu pausieren.“
Eine solche Vollbremsung an einem Flughafen hat natürlich Folgen: Vier Starts werden am Abend ganz gestrichen, viele verspäten sich und 16 Flüge könnten zwischen 20.40 Uhr und 22.10 nicht wie geplant am BER landen und mussten umgeleitet werden. Fünf davon nach Dresden, vier je nach Hannover und nach Hamburg.
Flugzeug wird vom BER nach Kopenhagen umgeleitet
Ein Flieger aus Stockholm, der bereits bis Berlin geflogen war, musste abdrehen und wurde nach Kopenhagen umgeleitet. Eine andere Maschine aus Wien, die zum BER wollte, wendete auf halber Strecke ab und landete in Prag. Ein Easyjet-Flugzeug vom Flughafen London Gatwick kehrte eine halbe Stunde nach dem Start wieder um und flog dorthin zurück.

Ein Bildschirmfoto der Website „flightradar24“ zeigt den geplanten Flug von Stockholm nach Berlin. Eigentlich am Ziel angekommen, muss das Flugzeug doch weiter nach Dänemark fliegen.
Till Eichenauer (Screenshot von „www.flightradar24.com“)Nachdem die Polizei am späten Abend Entwarnung gegeben hatte, konnte der Flugbetrieb gegen 22 Uhr wieder aufgenommen werden. Durch die knapp zweistündige Unterbrechung kam es jedoch zu einem erheblichen Rückstau bei den Starts und Landungen am BER.
Obere Luftfahrtbehörde genehmigt Ausnahme vom Nachtflugverbot
Flughafensprecher Axel Schmidt war daher froh, dass die Gemeinsame Obere Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg (LuBB) kurzfristig am Abend eine Ausnahme für Starts und Landungen bis 2 Uhr morgens erteilt hat. „Das hat den Fluggesellschaften noch die Möglichkeit gegeben, die ausstehenden Flüge zu Ende zu bringen.“
Sechs Flugzeuge landeten daraufhin nach Mitternacht am BER. Dabei handelte es sich bei fünf Fliegern um Inlandsflüge. Der letzte, eine Ryanair-Maschine aus Hamburg, setzte um 0.39 Uhr am Flughafen Berlin-Brandenburg auf.
Flughafen BER: Ausnahmegenehmigung begrenzt Schaden
Axel Schmidt betont, dass die Genehmigung für den nächtlichen Flugbetrieb ein Einzelfall war: „Bei den Ausnahmen soll es aber auch bleiben. Für solche Extremfälle ist es ein Mittel, was der Planfeststellungsbeschluss für den Flughafen ja auch vorsieht.“ Üblicherweise müssen Flugzeuge, die ohne Sondergenehmigung nach Mitternacht landen, mit einem Ordnungswidrigkeitenverfahren rechnen.
Zuletzt gab es laut dem Flughafensprecher nach dem Endspiel der Fußball-EM in Berlin am 14. Juli 2024 eine Ausnahmegenehmigung für Nachtflüge: „Das Spiel war am Sonntagabend. Damit die Gäste am selben Abend noch abreisen konnten, haben damals einige Fluggesellschaften Sondergenehmigungen beantragt, die auch bewilligt wurden.“
Nach Aufholen der Rückstände und mithilfe der Ausnahmegenehmigung lief der Betrieb am Samstagmorgen laut Flughafen wieder ganz normal und ohne weitere Beeinträchtigungen an.

