Feuerwehr Königs Wusterhausen
: Diese Technik rettet Leben – auch das der Kameraden

Die Feuerwehrleute aus Königs Wusterhausen verlassen sich bei der Rettung auf moderne Technik. Die Einsatzkräfte müssen sich aber auch selbst schützen. Eine Gefahr wurde lange unterschätzt.
Von
Till Eichenauer
Königs Wusterhausen
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Die Feuerwehr in Königs Wusterhausen. Lars Hengelhaupt, Stadtwehrführer und Hauptbrandmeisters tragen Martin Schulz zeigen Fahrzeuge und Technik.

Lars Hengelhaupt, Stadtwehrführer und Hauptbrandmeister Martin Schulz vor der Feuerwache in Königs Wusterhausen. Fünf große Lkw – jeweils ganz unterschiedlich ausgestattet – stehen für den Einsatz am Standort bereit.

Till Eichenauer
  • Feuerwehr Königs Wusterhausen setzt auf moderne Technik, u. a. KI und Hydraulikgeräte.
  • Neue Feuerwache im Bau, ersetzt alten Standort aus den 1950er-Jahren.
  • 60 % der Einsätze sind technische Hilfeleistungen, z. B. bei Verkehrsunfällen.
  • Strikte Schwarz-Weiß-Trennung schützt Feuerwehrleute vor krebserregendem Ruß.
  • Überlegung zur Anschaffung eines beheizten Anhängers für hygienischen Kleidertausch.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der große rote Lkw mit der Drehleiter passt gerade so in die Garage der Feuerwache in Königs Wusterhausen – nur etwa eine handbreit Platz ist zwischen dem Fahrzeug und der Einfahrt in der Rolltor-Garage. Drinnen stehen die fünf Fahrzeuge dicht an dicht nebeneinander.

„Wir freuen uns schon auf die neue Feuerwache“, sagt Lars Hengelhaupt, Stadtwehrführer in Königs Wusterhausen. Man könne zwar auch mit der alten Wache aus den 1950er-Jahre gut arbeiten, aber jetzt sei er froh, dass der neue Bau, auf dem Gelände des „Königspark“ langsam konkret wird: „Da wird auch was Vernünftiges gebaut. Ein zukunftsfähiges Objekt und keine Blechhalle“, so Hengelhaupt.

Mit der derzeitigen technischen Ausstattung der Feuerwehr hingegen sei man in Königs Wusterhausen sehr zufrieden, sagt Hengelhaupt. Dem stimmt auch Hauptbrandmeister Martin Schulz zu: „Wir sind in der Stadt gut aufgestellt. Für die Verwaltung und die Stadtverordnetenversammlung hat die Feuerwehr in Königs Wusterhausen einen hohen Stellenwert.“

Mehr technische Hilfeleistung als Brände in Königs Wusterhausen

Man brauche aber auch viele Gerätschaften. Die klassischen Löscharbeiten machten nur zwei Fünftel der Einsätze aus. Mittlerweile seien drei Fünftel der Einsätze technische Hilfeleistungen, sagt Hauptbrandmeisters Schulz: „Dazu gehören Verkehrsunfälle, bei denen man eingeklemmte Personen befreien oder Ölspuren beseitigen muss, Unwettereinsätze oder Unterstützung bei den Einsätzen von Polizei und Rettungsdiensten.“

Für diese vielseitigen Einsätze mit technischer Hilfeleistung ist der sogenannte Rüstwagen mit allerlei Technik ausgestattet. Vor allem hydraulisches Gerät hilft bei der Rettung von Verletzten: Eine Schere kann das Dach eines verunglückten Autos in Sekunden abtrennen. Ein Spreizer oder ein sogenannter Hydraulikstempel eine verklemmte Tür aufdrücken.

Die Feuerwehr in Königs Wusterhausen. Lars Hengelhaupt, Stadtwehrführer und Hauptbrandmeisters tragen Martin Schulz zeigen Fahrzeuge und Technik.

Feuerwehrmann Martin Schulz aus Königs Wusterhausen mit dem großen hydraulischen Spreizer. Bei so viel Kraft ist Vorsicht im Umgang geboten.

Till Eichenauer

Die Kraft der Geräte sei immens, so Martin Schulz: „Die arbeiten mit 700 Bar Öldruck. Deswegen ist es auch immer wichtig, auf die Schläuche achtzugeben. Wenn so ein Schlauch kaputtgeht, kann der Ölstrahl Körperteile durchtrennen.“

Feuerwehr Königs Wusterhausen nutzt auch schon KI

„Die meiste Technik ist auf dem Rüstwagen, dem Hauptfahrzeug für technische Hilfeleistung. Bei Bränden brauchen wir eher das Löschgruppenfahrzeug“, erklärt Lars Hengelhaupt. Dort ist das technische Gerät eher abgespeckt, dafür gibt es einen Tank mit 3000 Litern Wasser. „Mit einem mittleren C-Strahlrohr kann man damit 30 Minuten spritzen. Wenn es sein muss, können wir den Tank aber auch in drei Minuten leer machen.“

Neben hydraulischen Kraftprotzen hat auch die künstliche Intelligenz (KI) schon Einzug in der Feuerwache gehalten. „Die KI hilft uns als Protokollführer und schreibt mit. Das nimmt uns schon Arbeit ab“, sagt Lars Hengelhaupt. Außerdem profitiere man als eine Feuerwehr in Brandenburg von fest installierten Kamerasystemen, die große Waldgebiete überwachen. Diese Systeme, mit KI ausgestattet, erkennen frühzeitig die Rauch- oder Feuerentwicklungen.

Die Feuerwehr in Königs Wusterhausen. Lars Hengelhaupt, Stadtwehrführer und Hauptbrandmeisters tragen Martin Schulz zeigen Fahrzeuge und Technik.

Ein sauber gepacktes Löschfahrzeug der Feuerwehr Königs Wusterhausen – bereit für den Einsatz.

Till Eichenauer

Bei der Technik geht es aber nicht immer nur um den Schutz der Bevölkerung. Die Feuerwehr muss auch darauf achten, sich selbst zu schützen. Während der Einsätze ist man mit Atemschutzgeräten ausgestattet, um sich vor giftigen Gasen und Rauch zu schützen.

„Was viele aber vergessen und unterschätzen, ist der ganze Dreck und vor allem der Ruß, der am Körper und der Kleidung hängt. Der ist stark krebserregend“, erklärt Martin Schulz. Früher habe man die Kleidung oft nach dem Einsatz einfach angelassen und die giftigen Stoffe lange auf der Haut gehabt und noch im Auto oder auf der Wache verteilt. „Die gesundheitlichen Langzeitfolgen für die Kameraden waren erheblich.“

Feuerwehr muss sich nach dem Einsatz schnell umziehen

Das sei heute anders. „Der ganze Bereich der Einsatzstellenhygiene hat sich drastisch verändert, es gibt jetzt eine strikte Schwarz-Weiß-Trennung. Das heißt, wir ziehen uns direkt an der Einsatzstelle aus und waschen uns, wenn wir Ruß abbekommen haben. Dann nackt – bis auf den Schlüpper – und gleich rein in die frischen Sachen“, erklärt Martin Schulz. Dafür gebe es ein extra Modul, also ein Zelt, in dem der Kleidertausch direkt am Einsatzort stattfindet.

Hier hakt Lars Hengelhaupt ein: „Für die Schwarz-Weiß-Trennung gibt es auch spezielle Anhänger, da ist dann auch eine Heizung drin. Dann müssten wir nicht immer das Zelt aufbauen, in dem wir uns umziehen.“ Über die Anschaffung eines solchen Anhängers könnte man nachdenken, so der Stadtwehrführer aus Königs Wusterhausen. Sonst sei er sehr zufrieden mit der Ausstattung der Wache.