Flughafen BER: Weihnachten am Airport – Lappland, Kairo und ein verlorener Laptop

Khaliun Undrakh (2.v.l.) und ihre große Familie am Flughafen BER. Die Gruppe hat Berlin zur Weihnachtszeit besucht und fliegt jetzt zurück in die Heimat nach Norwegen.
Till Eichenauer- Flughafen BER erwartet zwischen dem 19.12.2025 und 4.1.2026 rund 1,1 Millionen Passagiere.
- Viele Reisende nutzen die Feiertage, um z. B. nach Lappland oder Ägypten zu fliegen.
- Die Seelsorge am BER unterstützt Menschen in emotionalen Ausnahmesituationen.
- Besucher schätzen die weihnachtliche Atmosphäre und deutsche Spezialitäten wie Glühwein.
- Trotz erhöhtem Reiseaufkommen: Keine langen Schlangen oder Verzögerungen am BER.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Wir fliegen nach Lappland, der weißen Weihnacht entgegen – nur die Sonne wird tagsüber wohl nicht über den Horizont kommen“, sagt Paulin, 35, aus Berlin. Er und seine zwei Freunde Kevin und Max stehen in der Abflughalle des Flughafens BER. Sie haben keine Lust, über die Feiertage am Strand herumzuliegen. Sie wollen im Norden Skandinaviens die Nordlichter sehen. Dafür nehmen sie auch fast vollkommene Dunkelheit in Kauf.
Der Flughafen ist an diesem regnerischen, grauen Montag (22.12.) gut gefüllt. Wie die drei Männer wollen viele kurz vor Weihnachten noch mal weit weg vom grauen deutschen Dezember. Andere wiederum sind extra gekommen, um die Advents-Atmosphäre hier zu genießen. Khaliun Undrakh hat mir ihrer großen Familie Berlin besucht und fliegt heute wieder zurück nach Norwegen.
„Ich war mit meiner Mutter, meinen Geschwistern und deren Kindern hier für ein langes Wochenende zu Besuch“, erzählt die Norwegerin, die teilweise auch in Deutschland aufgewachsen ist. „Wir waren ja jeden Tag auf dem Weihnachtsmarkt und haben ganz viel gutes Essen gegessen und die Weihnachtsstimmung genossen“, sagt Khaliun Undrakh. Viele der leckeren Spezialitäten gebe es in Norwegen nicht: „Lebkuchen und Bratwurst zum Beispiel. Und der Glühwein schmeckt in Deutschland viel besser als in Norwegen. Und die Stimmung war super hier.“

Max (45), Kevin (46) und Paulin (35) aus Berlin freuen sich auf ihren Besuch in Lappland. Die Bärte passen schon Mal gut in die Heimat des Weihnachtsmanns.
Till EichenauerAber nicht alle, die heute am Flughafen unterwegs sind, wollen in den Urlaub. Ordensschwester Annette Fleischhauer ist eine von 20 ehrenamtlichen Seelsorgerinnen, die regelmäßig durch die beiden Terminals des Flughafens laufen und nach Menschen suchen, die Hilfe benötigen. „Wir sprechen mit Menschen, die etwa selbst krank sind oder zu einem Verwandten reisen, der einen überraschenden Unfall hatte. Auch ein plötzlicher Todesfall im Umfeld kann Menschen mitnehmen.“
Seelsorge am Flughafen BER auch bei einem verpassten Flug
Auch ältere Menschen, die verloren wirken in der hektischen großen Halle, spricht die Schwester des Steyler Missionsordens an. Dabei verteilt sie auch eine kleine Karte mit einem gebastelten Strohstern und einem kleinen Weihnachtsgruß. „Wir sind aber nicht nur für die Reisenden da. Auch wenn Mitarbeiter hier am Flughafen jemanden zum Sprechen brauchen, können sie zu uns kommen.“
Manchmal sind es auch eher alltägliche Dinge, die die Menschen am Flughafen aus der Fassung bringen, erklärt Annette Fleischhauer. „Passagiere, die ihren Flug verpasst haben, brauchen unsere Unterstützung. Oder Reisende, die mit Kindern unterwegs sind, sind manchmal überfordert.“ Heute hat die Missionsschwester eine Frau betreut, die ihren Laptop im Flieger vergessen hatte und danach ganz aufgelöst war. „Auch das ist eine Art seelsorgliche Aufgabe, dann muss man einfach zuhören.“

Annette Fleischhauer, Ordensschwester und Seelsorgerin am Flughafen BER, verteilt über die Feiertage Weihnachtskarten am Flughafen um ins Gespräch zu kommen: „Manche Menschen erzählen mir im Terminal ihre ganze Lebensgeschichte.“
Till EichenauerKeine Hilfe brauchen heute Bernd und Kaija. Der 77-Jährige und seine 76-jährige Frau warten ganz entspannt in der großen Abflughalle des Flughafens Berlin-Brandenburg auf ihren Flug nach Ägypten.
Auf sie wartet aber nicht der klassische All-inclusive-Urlaub am Roten Meer: „Wir besuchen unseren Sohn in Kairo. Er lebt seit 15 Jahren dort und ist mit einer Ägypterin verheiratet“, sagt Bernd, der in Quedlinburg lebt. Ob man in Ägypten überhaupt merkt, dass gerade Weihnachten ist? „Natürlich! Alle Hotels sind mit Weihnachtsmännern, Christbaumkugeln und Rentieren dekoriert, genauso wie hier“, berichtet Kaija, die ursprünglich aus Finnland stammt.
Weihnachts-Chaos am Flughafen BER bleibt aus
An Weihnachten selbst geht es für die ganze Familie dann raus aus der Riesenstadt und doch noch ans Mittelmeer, „in einen kleinen Badeort. Was es an Heiligabend zu essen gibt, wissen wir noch nicht, wir lassen uns überraschen“, erzählt Kaija. Insgesamt sei der Trip nach Kairo, für das Paar eine vergleichsweise überschaubare Reise, sagt Bernd: „Unser anderer Sohn wohnt in Melbourne. Nach Australien ist es uns aber zu weit über die Feiertage.“
So entspannt wie Bernd und Kaija waren an diesem Montag die meisten Fluggäste am BER. Zwar war etwas mehr los auf den Rolltreppen und auf den Laufwegen als üblich, aber die Schlangen an den Check-in-Schaltern waren überschaubar und auf den Anzeigetafeln mit den Wartezeiten für die Sicherheits-Checks war auch alles im grünen Bereich.

Tafel mit Abflügen und Wartezeiten für den Sicherheits-Check. Keine Verspätungen und kurze Schlangen am Flughafen BER vor Weihnachten.
Till EichenauerDie Betreiber des Flughafens rechnen zwischen dem 19. Dezember 2025 und dem 4. Januar 2026 mit rund 1,1 Millionen Passagieren. Während der gesamten Ferienzeit landen rund 7300 Flugzeuge am BER. Ungefähr so viele im vergangenen Jahr.


