George Foreman tot
: Axel Schulz verrät – das hat ihm die Box-Legende anvertraut

Nach dem Tod von Box-Legende George Foreman trauert Axel Schulz um seinen einstigen Gegner. Der umstrittene Kampf in Las Vegas bleibt eine große Erinnerung.
Von
Jan Lehmann
Frankfurt (Oder)
Jetzt in der App anhören
George Foreman

George Foreman (links) ist tot. Die Box-Legende starb im Alter von 76 Jahren. Vor 30 Jahren kämpfte Axel Schulz (rechts) aus Frankfurt (Oder) in Las Vegas gegen den damaligen Schwergewichts-Weltmeister.

Carsten Rehder/dpa
  • Box-Legende George Foreman starb mit 76 Jahren.
  • Axel Schulz trauert um ihn und erinnert sich an ihren Kampf in Las Vegas 1995.
  • Schulz verlor damals durch ein umstrittenes Urteil, was ihn in den USA bekannt machte.
  • Foreman sagte später zu Schulz: "Du hättest mich K.o. schlagen müssen."
  • Schulz schätzt Foremans Ausstrahlung und Persönlichkeit; er vergleicht ihn mit Muhammad Ali.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Axel Schulz, einstiger Profi-Boxer aus Frankfurt (Oder) hat mit großer Bestürzung auf den Tod von George Foreman reagiert. „George war etwas ganz Besonderes“, sagte der 56-Jährige. „Als ich heute Morgen die Nachricht erhielt, war ich schockiert. Ali oder Foreman, das sind die Namen, die immer in Erinnerung bleiben werden.“

Der Olympiasieger und mehrfache Profi-Weltmeister starb friedlich am Freitag (Ortszeit) im Kreise seiner Familie, wie seine Angehörigen auf Instagram bekanntgaben. Er wurde 76 alt. „Unsere Herzen sind gebrochen“, hieß es in der Mitteilung.

Axel Schulz bereitete sich auf ein Treffen mit Foreman vor, um den Kampf der beiden Box-Legenden vor knapp 30 Jahren zu würdigen. Am 22. April 1995 verlor der damals 26 Jahre alte Schulz im MGM Grand Hotel in Las Vegas nach einem umstrittenen Urteil gegen den 20 Jahre älteren Foreman.

Der Kampf gegen Foreman schien für Schulz anfangs undenkbar. „Ich habe zuerst abgelehnt, gegen Foreman zu kämpfen“, sagte Schulz. Die Vorstellung, gegen eine Box-Legende anzutreten, war für ihn überwältigend. Bei Sport.de verdeutlichte Schulz: „Er hat eine K.O.-Quote von unglaublich über 80 Prozent. Und dann sagte Wilfried Sauerland: ‚Gegen George, kannst du boxen?‘ Da habe ich gesagt: ‚Nein, das kann ich nicht, das schaffe ich nicht, gegen so eine Legende.‘“ Doch letztendlich ließ er sich von seinem Trainer Manfred Wolke überzeugen. „Den alten Mann wirst du doch schlagen“, ermutigte Wolke Schulz.

Späteres Gespräch mit Foreman über den Kampf in Las Vegas

Trotz der Niederlage brachte der Kampf gegen Foreman Schulz große Popularität in den USA ein. Er wurde von den Amerikanern wahrgenommen und sogar nach Autogrammen gefragt. „Durch den Kampf kennen mich auch die Amerikaner“, sagte Schulz stolz.

Ein weiteres Treffen mit Foreman war bereits geplant, um den 30. Jahrestag ihres Kampfes zu feiern. Schulz hatte bereits Tickets gebucht, war aber überrascht, dass Foreman noch nicht auf seine Anfrage geantwortet hatte. Doch nun wird dieses Treffen nie stattfinden.

Was bleibt, ist vor allem die Erinnerung an den Kampf, den der Weltmeister nach Punkten gewann. In Deutschland war die Aufregung nach diesem Richterspruch groß. Foreman vertraute Schulz bei einem späteren Wiedersehen an, wie er das umstrittene Urteil beim Kampf in Las Vegas bewertete: „Du hättest mich K.o. schlagen müssen.“

Schulz berichtete bei Sport.de über die Foreman-Meinung: „Du musst mich halt besiegen, umhauen, so ist das halt im Boxen.“ Er selbst sieht es auch so: „Wenn du den aktuellen Weltmeister boxst, musst du den K.O. schlagen und hat es leider nicht gereicht dafür“, so Schulz. Er fügt an: „Er hat aber nie zugegeben, dass er nach Punkten vielleicht doch verloren hätte.“

Schulz erinnert sich im Rückblick aber vor allem an die Persönlichkeit von George Foreman: „Er hatte eine unglaubliche Ausstrahlung, war super positiv und hatte immer ein offenes Ohr für alle Leute. Bei unseren Pressekonferenzen hatten wir immer eine freundschaftliche Atmosphäre. Er hat immer ein Lächeln auf den Lippen gehabt. Das war wirklich toll.“ Schulz bewunderte, wie Foreman sowohl als Boxer als auch als Person war. Er betrachtet Foreman als eine absolute Legende, vergleichbar mit Muhammad Ali. Foreman werde für immer in Erinnerung bleiben, so Schulz, der stolz sagt: „Ich hatte das Riesenglück, gegen so eine Legende boxen zu dürfen.“